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Nachgefragt

Befindet sich das Holzfenster auf dem "absteigenden Ast", Herr Wittmann?

Holz- und Holz-Alufenster sind ein erklärungsbedürftiges Produkt. Fragen dazu haben nicht nur viele Bauherren und Sanierer, sondern auch Architekten, Planer und Generalunternehmer. Allen Zielgruppen bietet der Bundesverband ProHolzfenster e.V. jetzt mit einem Netz von Experten rund um dem Holzfensterspezialisten Heinz Willi Wittmann eine fundierte, neutrale Beratung zu sämtlichen Themen um Holz- und Holz-Alufenster an.

GLASWELT – Neue Konstruktionsideen erobern den Markt und Holz- und Holz-Alu-Fenster überzeugen durch schlanke Ansichten, effizientere Konstruktionen und einer Oberfläche mit Langzeitwirkung. Sind das die Entwicklungen, die die Branche weiter nach vorne bringt?

Heinz Will Wittmann – Eine wesentliche und spürbare Veränderung auf der konstruktiven Ebene sehe ich nicht. Wenn überhaupt, findet diese nur im marginalen Maße statt. Die sogenannte Innovation konzentrierte sich nahezu ausschließlich darauf, Platz für die dritte Glasscheibe innerhalb der Fensterkonstruktion zu schaffen. Im zunehmenden Maße wird aber auch die Frage gestellt, ist ein „dickes Fenster“ besser als ein „dünneres Fenster“? [...] Schlanke Fensterkonstruktionen mit den hohen Glasgewichten bei immer größeren Formaten in Einklang zu bringen, ist eine technische, physikalische und energetische Herausforderung, die nicht in jedem Fall zu idealen Lösungskonzepten führt. Möglicherweise stellt eine Fensterkonstruktion mit einer leistungsfähigen 2-fach-Verglasung und einen Uw-Wert von „nur“ 0,95 auch eine zufriedenstellende energetische Lösung dar.
Auch die qualitative Weiterentwicklung der Oberflächenbeschichtung ist von einer gewissen Stagnation gezeichnet. Nachdem es durch die vor ca. 25 Jahren vom Gesetzgeber vorgeschriebene Umstellung von lösungsmittelhaltigen auf wasserlösliche Beschichtungsmaterialien zu einem länger andauernden Haltbarkeitsproblem mit den verfügbaren Materialien kam und somit für das Image des Holzfensters nachhaltig abträglich war, ist es aktuell der seit Jahren andauernde Qualitätsverlust bei den zum Einsatz kommenden Fensterhölzern. [...]

GLASWELT – Bestätigen Sie den Eindruck, dass es Holz-Fensterproduzenten gibt, die lieber in eigene Fertigungsanlagen investieren, als in qualitätssichernde Maßnahmen oder Vertriebs- oder Marketingstrukturen zu investieren?

Wittmann – Bedauerlicherweise ist dieser Eindruck richtig. Speziell die handwerklich strukturierte Klientel innerhalb der Holzfensterproduzenten ist stark auf die Fertigung, auf Maschinen und Werkzeugtechnologie fokussiert.[...]

Weitere Fragen, die wir Wittmann gestellt haben:

  • Welche Hausaufgaben muss die Branche erledigen, wenn sie weiter erfolgreich sein will auf dem Markt?
  • Auf der Baustelle wird das schönste Holzfenster immer wieder verdreckt. Eine hochwertige Holzoberfläche kann dann beschädigt sein. Haben Sie hier einen Vorschlag für die Problemlösung?
  • Das Holz-Alu-Fenster hat in den letzten Jahren immer mehr zugelegt, das reine Holzfenster wird dagegen immer weniger nachgefragt. Sollte man sich jetzt als Anbieter eher auf diese Werkstoff-Kombination konzentrieren? Befindet sich das Holzfenster auf dem „absteigenden Ast“?
  • Was halten Sie von modifizierten Holzarten für das Fenster?
  • ...
Mein Tipp: Lesen Sie das 4-seitige Interview ab Seite 78 in der aktuellen Ausgabe (05/2017) der GLASWELT. Wenn Sie noch kein Abonnent sind, dann können Sie es hier werden: www.glaswelt.de/abo