70 Meter lang, umhüllt von einer markanten Konstruktion aus oxidrotem Stahl, so erhebt sich das Lamb Street Building im Londoner Viertel Spitalfield. Damit die kraftvolle Primärstruktur ihre volle Wirkung entfalten kann, verschwindet die thermische Gebäudehülle unsichtbar dahinter, eine raffinierte Structural-Glazing-Fassade aus Aluminium und Stahl von Schüco.
Mit seiner oxidroten Stahlkonstruktion ähnelt das Lamb Street Building den Industrie- und Lagerhallen, die einst das Londoner East End prägten. Das Erdgeschoss beherbergt zehn Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe, die während der gesamten Nutzungsdauer flexibel bespielt werden können. Eine größere Gewerbeeinheit im ersten Obergeschoss ist über ein gebäudehohes Foyer am westlichen Giebel zugänglich.
Verantwortlich für den Entwurf zeichnen Foster + Partners aus London, die Ausführungsplanung und Objektüberwachung übernahm Bond Bryan Architects Ltd. aus Sheffield.
Als Fassadenbauer realisierte Nuëcø Facade & Glazing Solutions aus London die anspruchsvolle Gebäudehülle und installierte dabei Fassadenelemente mit einem Gewicht von bis zu 800 kg präzise an der Primärkonstruktion.
Eingehüllt von einer Structural-Glazing-Fassade
Es war ein ausgesprochener Wunsch der Architekten, den betont industriellen Charakter der markanten Struktur aus Stahlträgern, mit sichtbaren Befestigungen und einer Oberfläche aus rotem Oxidstahl, als ungestörten Blickfang zu inszenieren.
Um die identitätsprägende Primärkonstruktion nicht zu stören, wurde die thermische Gebäudehülle als umlaufende Structural-Glazing-Fassade dahinter angeordnet. Dabei kamen ein Aluminium- und ein Stahlfassadensystem zum Einsatz: Die raumhohen Ladenfronten im Erdgeschoss sowie die Gewerbeeinheit im Obergeschoss wurden aus dem Aluminiumsystem Schüco FWS 50+ SG gefertigt.
Integriert sind Eingangstüren aus dem Aluminiumsystem Schüco AD UP 75 mit verdeckt liegenden Scharnieren und türhohen Griffstangen; sie entsprechen der Sicherheitsstufe RC2. Für das gebäudehohe Atrium am westlichen Giebel dagegen wählten die Architekten das Stahlsystem Schüco Viss SG.
„Die beiden Systeme sind optisch und leistungsmäßig nahezu identisch, jedoch kann das Stahlsystem Viss SG die doppelte Höhe überspannen“, so die Architekten. „Angesichts der Ähnlichkeit bot die Kombination von Aluminium- und Stahlfassade wirtschaftlich die optimale Lösung.“
Spezielle Pfosten und spezielle Glashalterungen
Die Montage der bis zu 800 kg schweren Vorhangfassadenelemente hinter der primären Stahlkonstruktion stellte eine große Herausforderung dar. An ihrem oberen und unteren Ende ist die Vorhangfassade Schüco Viss SG mittels objektspezifischer, maßgefertigter Glashalter an der Primärkonstruktion befestigt. Seitlich ist sie freitragend ausgeführt, sodass sie sich mit dem Gebäude mitbewegen kann.
Zwei Stahlpfosten und ein U-Profil wurden so miteinander verbunden, dass sie in der Länge freitragend fungieren, und anschließend verkleidet, damit sie nahtlos wirken.
Als besonders anspruchsvoll erwies sich die Ausbildung der Eckverbindungen über Glas. Hierfür wurde das Standardprofil Viss SG so modifiziert, dass es um 45 Grad versetzt eingebaut werden konnte, um beidseits die Glasscheiben aufzunehmen.
Der formal aufs Äußerste reduzierte Pfosten gewährt optimale Sicht nach außen. Für die herausragende konstruktive und architektonische Leistung wurde das Lamb Street Building bei der Vergabe des Structural Steel Design Awards ausgezeichnet.