Der insolvente Fensterbauer Höhbauer sucht einen Investor – und hat dabei eine gute Nachricht für seine Kunden parat. Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun ermittelt als vorläufiger Insolvenzverwalter aktiv mögliche Interessenten für eine Übernahme der Höhbauer GmbH aus Luhe-Wildenau. Nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung erhalten potenzielle Investoren Einblick in Unternehmenszahlen und können erste Angebote abgeben.
„Höhbauer verfügt über eine hochqualifizierte Belegschaft, hervorragendes Fertigungs-Know-how und ist in der Region sehr stark positioniert“, betonte Böhm. „Das macht eine Übernahme für potenzielle Investoren interessant.“
In den letzten beiden Wochen verschaffte sich Böhm mit seinem Team einen Überblick über den Auftragsbestand und suchte Lösungen für die rund 800 betroffenen Kunden. „Wir haben bei jedem einzelnen Auftrag überprüft, ob eine Ausführung trotzdem wirtschaftlich und insolvenzrechtlich möglich ist.“ Das Ergebnis: Nahezu alle vor Insolvenzantrag erteilten und angezahlten Aufträge können ausgeführt werden. In der Mehrzahl der Fälle erfolgt die Auslieferung der bestellten Fenster kostenneutral.
In den übrigen Fällen müssen Kunden eine im Verhältnis zur Auftragssumme moderate Nachzahlung leisten – abhängig von der Höhe der Anzahlung und dem Fertigstellungsstand des jeweiligen Auftrags.
Zehn Aufträge können nicht fertiggestellt werden. „Für die betroffenen Kunden ist das bitter, aber das Insolvenzrecht erlaubt hier keine andere Option“, so Böhm.
Die Höhbauer GmbH fertigt und vertreibt Fenster und Türsysteme aus Holz, Aluminium und Kunststoff sowie Wintergärten. Nachdem infolge von Umsatzrückgängen die langfristige Finanzierung nicht mehr gesichert war, stellte die Geschäftsführung Insolvenzantrag. Das Unternehmen befindet sich seit dem 22. September in einem vorläufigen Insolvenzverfahren.