Mit der „Ladder of Cooling“ hat der europäische Sonnenschutzverband ES-SO ein Positionspapier veröffentlicht, das einen klaren Fahrplan für den sommerlichen Hitzeschutz von Gebäuden vorgibt. Die Industrievereinigung Rollladen-Sonnenschutz-Automation (IVRSA) hebt die Bedeutung des Konzepts für die nationale Umsetzung der überarbeiteten EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) hervor.
Die „Kühlleiter“ beschreibt eine Hierarchie von Maßnahmen: An erster Stelle steht klimaangepasste Stadtplanung und Begrünung, gefolgt vom Schutz durch außenliegenden Sonnenschutz. Erst danach kommen passive Maßnahmen wie Nachtauskühlung und Querlüftung, zuletzt aktive Kühlsysteme wie Wärmepumpen oder Klimaanlagen zum Einsatz. Hintergrund ist der steigende Kühlbedarf infolge des Klimawandels. Immer häufiger führen hohe Außentemperaturen und gut gedämmte Gebäude zu Überhitzung und einem wachsenden Energiebedarf für Klimaanlagen. Nach Auffassung von ES-SO und IVRSA muss deshalb zunächst verhindert werden, dass Wärme überhaupt in das Gebäude gelangt.
„Die Kühlleiter ist das fehlende Puzzlestück für eine erfolgreiche nationale Umsetzung der EPBD in Deutschland“, erklärt IVRSA-Geschäftsführer Lars Rippstein. Dynamischer, automatisierter Sonnenschutz reduziere den Kühlbedarf direkt an der Gebäudehülle und folge damit dem europäischen Grundsatz „Energy Efficiency First“. Neben Energieeffizienz rückt das Positionspapier auch den Gesundheitsschutz in den Mittelpunkt. Gebäude sollen künftig auch bei extremen Hitzeperioden und möglichen Energieengpässen sichere Innenraumtemperaturen gewährleisten und damit einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung leisten.