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Im GEspräch mit Rainer Trauernicht, Geschäftsführer von TS Aluminium

Terrassendächer als individuelles System

GW – Herr Trauernicht, wie haben sich die Anforderungen an moderne Systemlösungen in den vergangenen Jahren verändert?

Rainer Trauernicht – Gegenläufig. Zum einen ist mehr Variabilität gefragt, um immer individuellere Wünsche zu erfüllen. Zum anderen haben Systemlösungen zugenommen, die die Abläufe bei Planung und Montage vereinheitlichen. Unsere Kunden kommunizieren klar ihre Bedarfe, wir erarbeiten und bieten die Lösungen. Austausch und Zusammenarbeit sind enger ­geworden.

GW – Fachbetriebe erwarten heute montagefreundliche Produkte mit einem hohen Vorfertigungsgrad. Welche Philosophie verfolgen Sie?

Trauernicht – Schnell, flexibel, systemoffen. Unsere Produkte sind modular aufgebaut und funktionieren als Baukasten. Wer hohe Vorfertigung wählt, bekommt das Dach als kompletten Bausatz. Um dieses montage­freundliche System zu verstehen, bieten wir die passenden Schulungen an und setzten insbesondere darauf, bei der ersten Montage vor Ort dabei zu sein. Diese Kombination aus durchdachtem System und Begleitung auf der Baustelle, wo es notwendig ist, gibt unseren Partnern Sicherheit

GW – Sie bieten sowohl Stangenware als auch vorkonfektionierte Bausätze an. Welche Vorteile ergeben sich daraus für Fachbetriebe?

Trauernicht – Auch wenn die meisten Betriebe eine Arbeitsweise bevorzugen, können sie bei jedem Projekt neu entscheiden und erhalten bei uns stets alles aus einer Hand – mit festen Ansprechpartnern und Abläufen. Profile bieten den Vorteil, dass Handwerksbetriebe sie bevorraten und dann sofort und individuell verarbeiten können – gerade im Sonderbau ein nicht zu unterschätzendes Argument. Allerdings sind viel Know-how und Erfahrung gefragt. Konfektionierte Bausätze punkten damit, dass sich mit ihnen Personal, Arbeitszeit, Lagerflächen und Fehler minimieren lassen. Das macht die Arbeit effizienter und planbarer.

GW – Outdoor Living ist in. Welche Bedeutung haben da Erweiterungen wie Beschattung, Beleuchtung, oder Seitenelemente?

Trauernicht – Extras werden immer wichtiger und vielseitiger. Einerseits für den Bauherrn, der auf der Terrasse auf keinen Komfort verzichten möchte, den er im Haus gewohnt ist. Andererseits für den Fachbetrieb, denn das Projekt endet nicht mit der Übergabe. Das Stichwort lautet: Folgeauftrag. Aus einem heute fertiggestellten Terrassendach kann im kommenden Jahr ein Sommergarten mit zusätzlichen Markisen, Schiebetüren und LED-Spots erwachsen. Auch das ist ein Vorteil unseres Systems: Es ist systemoffen und nahezu unendlich erweiterbar.

GW – Bei der Montage zählen einfache Abläufe, Planungssicherheit und eine hohe Prozessqualität. Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um die Arbeit auf der Baustelle weiter zu vereinfachen?

Trauernicht – Unsere Bausätze funktionieren wie Legospielen mit Anleitung. Zum Beispiel haben wir bei unserem Flach- und Lamellendach alle Elemente, die die Träger in einer Ecke verbinden, in einem Bauteil gebündelt: unsere Ecke B. Auf der Baustelle sind dann nur noch wenige Handgriffe und Verschraubungen erforderlich. Wird Elektronik benötigt, sind alle Komponenten bereits aufeinander abgestimmt und vorbereitet, sodass die einzelnen Teile nur noch angeschlossen werden müssen. Ansonsten sind wir jederzeit ansprechbar, helfen telefonisch oder kommen auch raus und finden gemeinsam vor Ort eine Lösung.

GW – Die Diskussion um Terrassendächer hat gezeigt, wie wichtig vollständige Systemunterlagen, Statiken und Montagevorgaben sind. Welche Verantwortung sehen Sie beim Hersteller?

Trauernicht – Normen, gesetzliche Vorgaben, statische Nachweise und Prüfberichte dienen keinem Selbstzweck, sondern schützen den Verbraucher. Wir reden hier über sicherheitsrelevante Themen, sollte beispielsweise ein Lamellendach den geforderten Wind- und Schneelasten buchstäblich nicht standhalten, ist das nicht einfach nur ein Mangel. Daher ist uns „Made in Germany“ im doppelten Sinn wichtig: Wir kaufen hier zum einen qualitativ hochwertig ein und setzen zum anderen die Vorgaben des Gesetzgebers um. Denn das, was wir anbieten und produzieren, ist standsicher und entspricht den gültigen Rechtsnormen.

GW – Denken wir fünf Jahre weiter: Welche Rolle werden vorkonfektionierte Systemlösungen Terrassendächer künftig im Markt spielen?

Trauernicht – Ihr Anteil wird weiter zunehmen. Bei uns liegt das Verhältnis Profile zu Konfektion ungefähr bei drei zu eins – und ist den vergangenen Jahren deutlich mehr geworden. Das liegt sicherlich in der besseren zeitlichen und damit preislichen Planbarkeit – für den Verarbeiter wie für den Auftraggeber. Da auch die Komplexität von Technik und Automation zunehmen wird, trägt das Baukastenprinzip zusätzlich zum fehlerfreien und montagefreundlichen Aufbau bei.

Das Gespräch führte Ressortleiter Olaf Vögele

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