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Im Interview mit Melanie Brenner und Philipp Götz von der Messe Stuttgart

Fünf Tage für die nächsten drei Jahre der Sonnenschutz- und Torbranche

GW – Die R+T 2027 findet vom 15. bis 19. Februar in Stuttgart statt. Wie ist der aktuelle Stand und was erwarten Sie von dieser Ausgabe?

Melanie Brenner – Wir sind zufrieden mit den Planungen. Wir haben mehr als 990 angemeldete Unternehmen aus 44 Ländern; 97 % der verfügbaren Fläche sind belegt. Das sind Vorzeichen noch wenige Monate vor der Messe. Gleichzeitig haben wir die Hallenstruktur weiterentwickelt. Die Mahle Halle (Halle 4) etwa wird breiter aufgestellt. Neben innenliegendem Sonnenschutz und Insektenschutz sind dort Markisen und Terrassenüberdachungen zu finden.

Philipp Götz – Wir erreichen mit den Anmeldezahlen das Niveau der R+T 2024, die mit ca. 1.020 Unternehmen und über 61.000 Fachbesuchern ein Erfolg war. Ich erwarte, dass wir 2027 eine R+T erleben werden, die die Branche in ihrer Breite abbildet. Die Voraussetzungen sind bestens.

GW – Welche Themen werden die R+T 2027 inhaltlich prägen?

Götz – Die Themen sind klar: Klimaschutz, Energieeffizienz und die Frage, wie die Gebäudehülle zur aktiven Klimaschutzmaßnahme wird. Die novellierte EU-Gebäuderichtlinie, die „Renovation Wave“ mit dem Ziel, bis 2030 ca. 35 Mio. Gebäude in Europa zu renovieren – das sind Ziele, die mit unserer Branche in Verbindung stehen. Sonnenschutz, Rollläden, Steuerung, all das ist kein Komfortthema mehr, sondern ein wichtiger Baustein für klimaresiliente Gebäude.

Brenner – Hinzu kommen Smart Home und Gebäudeautomation mit ihren beachtlichen Fortschritten. Automatisierte, sensorbasierte Steuerungen lassen außen- und innenliegenden Sonnenschutz in Echtzeit auf Wetterdaten und Sonnenstand reagieren. Das wird auch auf der R+T 2027 zu erleben sein. Für Fachbetriebe aus dem Rollladen- und Sonnenschutz-Handwerk, Innenausstattung und Fensterbau ist das eine Chance: Wer Fenster, Sonnenschutz und Automation als integrierte Systemlösung anbietet, erschließt sich neue, margenstarke Geschäftsfelder.

GW – Neben dem Sonnenschutz steht die R+T auch für die Torbranche. Welche Rolle spielt dieser Bereich auf der R+T 2027?

Götz – Tore sind ein unterschätzter Bestandteil der thermischen Gebäudehülle in Industrie- und Gewerbebauten. Gut gedämmte, gesteuerte Torlösungen reduzieren Wärmeverluste stark. Doch 2027 geht es um weit mehr: Geopolitische Risiken und klimatische Extremereignisse rücken Sicherheit und Resilienz in den Vordergrund. Das ift Rosenheim präsentiert auf der R+T 2027 die Sonderschau „Tore: nachhaltig – sicher – innovativ“. Gezeigt werden Exponate, die vor klimabedingten Wetterextremen und physischen Angriffen schützen sowie Ansätze für zirkuläres Bauen und digitale Lösungen demonstrieren. Die Alfred Kärcher Halle (Halle 8) und die Paul Horn Halle (Halle 10) werden traditionell wieder allem rund um Tore, Türen, Gitter und Zäune gewidmet sein.

GW – Lassen Sie uns über das Rahmenprogramm sprechen. Was erwartet die Besucher?

Brenner – Wir haben viele bewährte Formate weiterentwickelt und einige Neuheiten hinzugefügt. Der R+T Innovationspreis wird wieder das Herzstück unseres Rahmenprogramms sein. 2024 wurden 29 Produkte von 25 Unternehmen ausgezeichnet, aus 125 Einreichungen von 79 Firmen aus 17 Ländern. Das zeigt, welche Strahlkraft dieser Preis mittlerweile hat. Auch 2027 werden wieder Auszeichnungen in Kategorien wie Antriebe und Steuerungen für Tore, Gebäudeautomation, außen- und innenliegender Sonnenschutz, Outdoor-Produkte, Tore und viele mehr vergeben.

Götz – Ebenfalls wieder dabei sind die bewährten Formate wie das Smart Home Forum, das Torforum, das ES-SO Seminar, die Sonderschau „Junge Talente“ und das Handwerkerbattle.

GW – Sie sprachen von Neuheiten. Was ist neu?

Götz – Gleich mehrere Dinge. Das vielleicht sichtbarste Novum ist die neue R+T Stage in der Mahle Halle (Halle 4). Dort bündeln wir künftig alle Programmpunkte rund um Sonnenschutz und Smart Home an einem zentralen Ort. Das Smart Home Forum findet nun täglich auf der R+T Stage statt. Ergänzt wird das Programm durch Vorträge der Innovationspreisträger, Impulse von unseren Partnern, wie beispielsweise dem ift Rosenheim und weiteren Netzwerk-Specials. Die R+T Stage soll ein lebendiger Treffpunkt sein.

Brenner – Und dann ist da natürlich der Future Skins Award. Eine Premiere, auf die wir sehr stolz sind. Dieser neue Wettbewerb richtet sich an Studierende der Architektur, des Bauingenieurwesens und verwandter Disziplinen aus dem DACH-Raum. Die Aufgabe ist es, visionäre Konzepte für klimapositive Gebäudehüllen zu entwickeln. Die Preisverleihung findet am Mittwoch, 17. Februar, übrigens auch auf der R+T Stage statt.

GW – Die Architektur-Community scheint 2027 eine besonders große Rolle zu spielen?

Brenner – Absolut. Architekten und Planer sind eine Schlüsselzielgruppe für unsere ausstellenden Unternehmen. Sie entscheiden früh im Planungsprozess, welche Systeme verbaut werden. Deshalb haben wir das Angebot für diese Zielgruppe konsequent ausgebaut. Zusätzlich findet ARCHIKON, der bundesweit größte Landeskongress für Architektur und Stadtentwicklung, ab 2027 dauerhaft parallel zur R+T statt.

GW – Was würden Sie unseren Lesern aus dem Fenster- und Fassadenbau mitgeben – warum sollten sie zur R+T nach Stuttgart kommen?

Götz – Weil die R+T der einzige Ort ist, an dem man in fünf Tagen die gesamte Wertschöpfungskette der Branche in diesem Ausmaß erlebt: von der Komponente bis zur fertigen Systemlösung, von der Antriebstechnik bis zur Gebäudeautomation. Wer verstehen will, wohin sich die Branche entwickelt, kommt an der R+T nicht vorbei.

Brenner – Und ich würde hinzufügen, dass die R+T mehr als eine Ausstellung von Produkten und Leistungen ist. Sie ist ein Branchentreff, eine Lernplattform, ein Netzwerkevent. Wer zur R+T kommt, kommt also mit einem Ziel. Und geht oft mit mehr zurück, als er vielleicht erwartet hat. Wir freuen uns sehr auf Februar 2027.

Das Interview führte Ressortleiter Olaf Vögele

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