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Sonnenschutz: Vom funktionalen Bauteil ins Zentrum architektonischer Gestaltung

Zwischen Nachhaltigkeit, Wohlbefinden und smarten Wohnkonzepten

Der Salone del Mobile 2026 hat deutlich gemacht, dass Licht längst mehr ist als ein funktionaler Faktor – es ist zum zentralen Gestaltungselement avanciert. In vielen Ausstellungen und Installationen mit Lmellendächern etc. spielte die Inszenierung von Tageslicht eine entscheidende Rolle. Räume wurden nicht mehr nur gestaltet, sondern regelrecht „komponiert“ – mit Licht, Schatten und Atmosphäre.

Multifunktionale Outdoor-Räume sind gefragt

Für die Sonnenschutzbranche ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung. Denn wo Licht bewusst geführt wird, wird Verschattung zur Voraussetzung. Auffällig war, dass direkte Sonnenschutzlösungen zwar selten explizit ausgestellt wurden, ihre Funktion jedoch implizit in vielen Konzepten mitgedacht wurde. Großflächige Glasflächen, transluzente Materialien und fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum erfordern steuerbare Verschattungssysteme mit Lamellen oder verfahrbaren Stoffen.

Ein zentraler Trend des Salone del Mobile ist die Verschmelzung von Innen- und Außenraum. Outdoor-Bereiche wurden auf dem Salone konsequent als Erweiterung des Wohnraums mit hochwertigen Materialien, durchdachten Möblierungen und klar definierten Aufenthaltsqualitäten inszeniert. In diesen hybriden Zonen übernimmt Sonnenschutz eine doppelte Rolle: Er sorgt nicht nur für thermischen Komfort, sondern definiert auch Raumgrenzen und Atmosphäre. Pergolen, textile Überdachungen und filigrane Screens werden damit zu architektonischen Elementen.

Parallel dazu zeigte sich ein wachsendes Interesse an natürlichen Materialien und haptischen Qualitäten. Textile Lösungen gewinnen an Bedeutung, insbesondere dort, wo sie Licht nicht vollständig blockieren, sondern gezielt filtern. Der Umgang mit Licht wird subtiler, differenzierter – und stellt höhere Anforderungen an die Qualität von Geweben und Systemen.

Schauen, Anfassen, Erleben

So wie sich die Milano Design Week und Fuorisalone in die Mailänder Innenstadt ausdehnen und mit Installationen, Konzepten und Inszenierungen arbeiten, wird die Stärke klassischer Messen durch das unmittelbare Erleben von Produkten gestärkt. Gerade im Bereich Outdoor Living und Sonnenschutz entscheidet nicht allein die visuelle Wirkung, sondern das Zusammenspiel aus Material, Konstruktion und Funktion. Oberflächen, Proportionen, Bewegungsabläufe oder die Qualität von Details lassen sich nur bedingt über Inszenierungen erfassen. Sie müssen gesehen, angefasst und ausprobiert werden. Während die Installationen im Fuorisalone häufig eine konzeptionelle Ebene bedienen und Produkte in einen gestalterischen Kontext übersetzen, liefern Messeflächen die Ergänzung: Sie zeigen, wie diese Ideen in konkrete Anwendungen überführt werden. Besucher können vergleichen, hinterfragen und im direkten Austausch mit Herstellern und Planern ein tieferes Verständnis entwickeln. Gerade für Fachleute aus Planung, Montage und Vertrieb ist diese Kombination aus Inspiration und praktischer Erfahrung entscheidend.

Olaf Vögele

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