GLASWELT Ausgabe: 09-2018

Widerstandsklassen bei Türen

Mit Kuhfuß, Keil oder Bohrmaschine?

Wenn es um die Widerstandsfähigkeit von einbruchhemmenden Bauteilen geht, muss man in die europäische Norm DIN EN 1627 reinschauen. Klassifiziert wird dort nach den eingesetzten Werkzeugen und der Zeit, die ein Einbrecher benötigen würde, um das Hindernis Tür zu überwinden.

_ Die Widerstandsklassen werden nach der Einführung der europäisch geltenden Normen mit dem englischen Begriff „Resistance Class“, kurz RC, gekennzeichnet. Es wird zwischen den Klassen RC 1N bis RC 6 unterschieden (Bei dem Zusatz -N wird seitens der EN 1627 keine Anforderung an die Ausführung der Verglasung gestellt).

Wer klassifiziert die Türen?

Hersteller lassen die Türen von unabhängigen, akkreditierten Prüfinstituten testen. Diese klassifizieren die Türen bei positiver Prüfung, das heißt, wenn das Öffnen der Tür mit einem bestimmten Werkzeugsatz in einer vorgegebenen Zeit nicht gelingt.—

  • Die Widerstandsklassen RC 2 und RC 3 werden für Wohnungen und Häuser empfohlen.

  • RC 2 N/RC 2 Der Gelegenheitstäter versucht, zusätzlich mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher, Zange und Keile, das Bauteil aufzubrechen.

  • RC 3 Der Täter versucht zusätzlich mit einem zweiten Schraubendreher und einem Kuhfuß das Bauteil aufzubrechen. Es muss mindestens 5 Minuten standhalten.

  • RC 4 Der Täter setzt zusätzlich Werkzeuge wie Schlagaxt, Stemmeisen, Hammer und Meißel sowie eine Akku-Bohrmaschine ein (10 Minuten Widerstand).

  • RC 5 Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Elektrowerkzeuge wie z. B. Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge und Winkelschleifer ein. Mindestens 15 Minuten muss das Bauteil dem Angriff standhalten.

  • RC 6 Der erfahrene Täter setzt zusätzlich leistungsfähige Elektrowerkzeuge, wie beispielsweise Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge und Winkelschleifer ein. Einem solchen Angriff muss das Bauteil mindestens 20 Minuten standhalten.

Foto: Hörmann

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