GLASWELT Ausgabe: 11-2019

Messeturm Frankfurt erhält übergroße ISO-Einheiten

Rekord: 17 m hohe, gebogene Isoliergläser

In nur sieben Monaten hat das seele-Team von Designern, Ingenieuren, Logistik- und Montagemitarbeitern die Stahl-Glas-Konstruktion mit den 17 m hohen ISO-Einheiten entwickelt.

In nur sieben Monaten hat das seele-Team von Designern, Ingenieuren, Logistik- und Montagemitarbeitern die Stahl-Glas-Konstruktion mit den 17 m hohen ISO-Einheiten entwickelt.

In Frankfurt hat der Fassadenspezialist seele die Lobbyfassade des Messeturms mit den weltweit größten gebogenen ISO-Einheiten ausgestattet. Hier Bilder von der Montage der 17 m hohen Isoliergläser. Die im Erdgeschoss befindliche Lobby wird nach den Entwürfen des Architekten Helmut Jahn sowie Matteo Thun & Partners neu gestaltet.

  1. Teil: Rekord: 17 m hohe, gebogene Isoliergläser
  2. Teil: über seele

_ Der Frankfurter Messeturm zählt zu den höchsten in Deutschland und die gebogenen Isoliergläser des Frankfurter Messeturms sind in ihrer Größe weltweit einzigartig. Die zugehörige Fassade besteht im Wesentlichen aus wenigen Bauteilen: Gerade einmal neun Scheiben und 10 Stützen kommen pro Seite zum Einsatz. Horizontal sieht das Design keine Unterbrechungen vor. Trotz der Größe wirkt die Fassade leicht und transparent. Der Entwurf stammt von den Architekten Helmut Jahn und Matteo Thun & Partners, eingebunden für die Fassade mit den 17 m hohen Isolierglasscheiben war das Ingenieurbüro Werner Sobek. Das Besondere der 17 m langen ISO-Einheiten ist die gebogene Form der Isoliergläser.

In nur sieben Monaten hat das seele-Team aus Designern, Ingenieuren, Logistik- und Montagemitarbeitern die Stahl-Glas-Konstruktion entwickelt bevor die Montage starten konnte.

„Im Messeturm-Projekt ist all unsere Erfahrung bei übergroßen Scheiben gefragt, die wir in den letzten 15 Jahren gesammelt haben. Das Ergebnis ist ein Gesamtpaket aus Design, Logistik und Montage der 17 m großen Scheiben im Herzen der Mainmetropole, alles aus einer Hand“, so Doris Erdt, Senior Design Manager bei seele.

Kalt gebogene ISO-Einheiten

Eine Besonderheit der Konstruktion ist, dass die Fassade im Wesentlichen nur aus wenigen Bauteilen besteht: Gerade einmal neun Scheiben und 10 Stützen kommen pro Seite zum Einsatz. Horizontal sieht das Design keine Unterbrechungen vor. Trotz der Größe wirkt die Fassade leicht und transparent.

Aufgrund der Übergröße sind die Scheiben speziell gelagert und mittels Pressleisten fixiert. Im Detail besteht die Fassade jeweils aus ca. 17 × 2,8 m laminationsgebogenen Isolierglas-Einheiten. Die Gläser werden durch ca. 3,5 t schwere Edelstahlstützen gehalten.

Die einzelnen Isoliergläser haben eine Gesamtdicke von 71 mm. Die Ausführung als Isolierglas mit Sonnenschutzbeschichtung auf Position 4 verringert den Energieeintrag ins Gebäude und verbindet so ästhetische mit funktionalen Kriterien.

Filigrane Edelstahlstützen

Ein weiteres Highlight der Konstruktion sind die 17 m hohen, filigranen Edelstahlstützen, die die rund 6 t schweren Scheiben halten. Die Pfosten bestehen aus drei Teilen, die übergangslos werkseitig geschweißt werden und die Form einer „Voute“ einnehmen.

Das bedeutet, dass der Pfosten trapezförmig abgeschrägt ist und sich zudem am Kopf- und Fußpunkt verjüngt. Die Form lässt die Edelstahlstütze besonders elegant wirken. Sie haben zugleich eine lastabtragende Funktion.

Anspruchsvolle Logistik

Besonders das Handling in der Fertigung und auf der Baustelle war eine Herausforderung. Um die Pfosten in makelloser Qualität auf die Baustelle zu befördern, konstruierte seele eine spezielle Lagerung auf dem Lkw sowie eine Transporthilfe, um die schlanken Stützen ohne Verformung zu platzieren.

Die Baustelle in der Großstadt Frankfurt sowie die Montage auf engstem Raum erforderten ein perfekt abgestimmtes Logistik- und Montagekonzept von seele. Für den sicheren Transport der 17 m hohen Scheiben wurden speziell angepasste Innenladergestelle eingesetzt.

Vor Ort muss der überlange Lkw millimetergenau auf die Baustelle einfahren werden, da der Platz begrenzt war. Feingefühl erfordert ebenfalls das Bedienen der Spezialglassauger mit 90 Saugern, die die 6 t schweren Gläser vom Transporter direkt in die Fassadenposition einheben.

„Bei dieser Montage muss alles zusammenspielen: Mensch, Technik und Natur. Wir planen jedes Detail sehr genau im Vorfeld und haben bei der Montage alle Rahmenbedingungen im Blick: Wind, Temperatur und Feuchtigkeit spielen bei den Montagearbeiten eine große Rolle. Das eingespielte Team von seele kennt die Herausforderungen aufgrund jahrelanger Erfahrungen und Einsätzen auf der ganzen Welt“, so Dirk Herrmann, Montageleiter bei seele.—

www.messeturm.com

  • Die Glasfassade besteht aus wenigen Bauteilen: 9 Isoliergläser und 10 Stützen kommen pro Seite zum Einsatz. Die Gläser haben eine Gesamtdicke von 71 mm und werden durch die 3,5 t schweren Edelstahlstützen gehalten.
  • Das Handling in der Fertigung und auf der Baustelle war eine Herausforderung. Um die Pfosten auf die Baustelle zu befördern, konstruierte seele eine spezielle Lagerung auf dem Lkw sowie eine passende Transporthilfe.

  • Die Fassade besteht aus neun laminationsgebogenen ISO-Einheiten im Format 17 × 2,8 m.

Jessica Schäfer

Foto: Jessica Schäfer

Foto: Jessica Schäfer

Literatur

  1. Teil: Rekord: 17 m hohe, gebogene Isoliergläser
  2. Teil: über seele
  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

GLASWELT-Newsletter

Ja, ich möchte folgenden Newsletter abonnieren:

GLASWELT-Newsletter
» Weiter Informationen zum GLASWELT-Newsletter
Kommentare

Ich habe keine Zeit …

Die Wirtschaft floriert, die Auftragsbücher sind voll und Handwerker ein rares Gut. Sogar von... mehr

Alle Kommentare