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Krazer Fensterbau meets Adler

Beschichtung mit Spritzroboter automatisiert

Das süddeutsche Familienunternehmen Krazer Fensterbau aus Mutlangen hat gemeinsam mit dem österreichischen Lackhersteller Adler ein deutschlandweit einmaliges Beschichtungsverfahren entwickelt. In der neuen Produktionshalle werden Fenster, Haustüren und Fassadenelemente vollautomatisch mit einem Spritzroboter beschichtet – vom ersten Grundierungsauftrag bis zum finalen Decklack.

Herzstück des Systems ist die neue Spritzgrundierung Aquawood Primo RSQ von Adler, die erstmals eine komplette Automatisierung des Drei-Schicht-Aufbaus ermöglicht. „Holzfenster werden meist im Tauch- oder Flutverfahren grundiert und dann im Spritzverfahren zwischen- und decklackiert“, erklärt Matthias Stötzel, Leiter der Fenster-Anwendungstechnik bei Adler. „Mit unserer neuen Spritzgrundierung kann der gesamte Beschichtungsprozess mit einem Spritzroboter abgewickelt werden.“

Effizienz und Qualität in einem System

Die Vorteile des neuen Verfahrens sind beträchtlich: Kurze Durchlaufzeiten, minimaler Material- und Reinigungsaufwand, erhebliche Arbeitszeiteinsparungen und eine saubere Arbeitsumgebung. Besonders hervorzuheben ist die deutlich höhere Oberflächenqualität durch den gleichmäßigen Roboterauftrag. Läufer, Wolkenbildung, Fingerabdrücke und Staubspuren gehören damit der Vergangenheit an.

Juniorchef Michael Krazer, der das Projekt vorantrieb, zeigt sich begeistert: „Früher mussten wir allein in die Tauchwanne 60 Liter Material einfüllen – jetzt arbeiten wir mit 4-Liter-Dosen, können den Bedarf gut planen und haben immer frisches Material. Ein Farbwechsel ist in wenigen Minuten erledigt.“

Investition mit kalkulierbarem Aufwand

Das neue Beschichtungskonzept macht Automatisierung auch für kleinere Handwerksbetriebe möglich. Anders als bei kompletten industriellen Beschichtungsanlagen bleibt der Investitions- und Platzbedarf kalkulierbar. Die Anlage bei Krazer arbeitet mit 20 Traversen, in die die Fensterelemente eingehängt werden. Nach dreimaligem Durchlauf durch den Spritzroboter erfolgen Trocknung und Zwischenschliff am hängenden Teil.

„Einerseits kam aufgrund des energetischen Konzepts unserer neuen Halle und der Heizung mit Wärmepumpe eine Handlackierung mit Abluft nicht in Frage. Andererseits suchten wir auch nach Möglichkeiten, die Arbeit durch Automatisierung zu erleichtern“, so Michael Krazer zur Motivation für das Projekt.

Umfassendes Produktionsspektrum

Die neue Anlage meistert das gesamte Produktionsspektrum des Betriebs: Fenster, Haustüren und Fassadenelemente, deckend und lasierend, auf jeder Holzart und in jedem Farbton. Durch den Umluftbetrieb des Spritzroboters entstehen kaum Wärmeverluste. Auch großformatige und schwere Bauteile können problemlos beschichtet werden. Von der Planung über die Feinabstimmung bis zur Roboterprogrammierung war intensive Zusammenarbeit zwischen Krazer und Adler erforderlich. Stötzel: „In unserem neuen Beschichtungskonzept steckt nicht nur hohe Produktqualität, sondern auch sehr viel Forschungsarbeit und Prozesswissen rund um die Anlagen- und Verarbeitungstechnik.“ Krazer zieht ein positives Fazit: „Es war natürlich ein gutes Stück Arbeit, bis alles eingespielt war, aber dank der hervorragenden Unterstützung durch Adler läuft jetzt alles wie geschmiert. Wir haben nun alle Vorteile eines hohen Automatisierungsgrades, angepasst auf die Rahmenbedingungen eines Handwerksbetriebs.“

Das neue Verfahren sorgt nicht nur für einen effizienteren ­Ablauf, sondern auch für höhere Oberflächenqualität.

Foto: Krazer Fensterbau

Das neue Verfahren sorgt nicht nur für einen effizienteren ­Ablauf, sondern auch für höhere Oberflächenqualität.
Der Zwischenschliff erfolgt am hängenden Teil – einmal in die Traversen eingehängt, müssen die Fenster nicht mehr manipuliert werden.

Foto: Krazer Fensterbau

Der Zwischenschliff erfolgt am hängenden Teil – einmal in die Traversen eingehängt, müssen die Fenster nicht mehr manipuliert werden.
Adler-Berater Hans-Jürgen Benzinger (r.) empfahl Juniorchef Michael Krazer (l.) das neue Beschichtungsverfahren, …

Foto: Krazer Fensterbau

Adler-Berater Hans-Jürgen Benzinger (r.) empfahl Juniorchef Michael Krazer (l.) das neue Beschichtungsverfahren, …
… Adler-Techniker Thomas Tuschy (r.) begleitete die Planung und ­Feinabstimmung der Anlage.

Foto: Krazer Fensterbau

… Adler-Techniker Thomas Tuschy (r.) begleitete die Planung und ­Feinabstimmung der Anlage.

Kompakt-Info

Das Familienunternehmen Krazer Fensterbau ist spezialisiert auf hochwertige Fenster, Türen und Glasfassaden und setzt anspruchsvolle Projekte vom ­gehobenen Wohnungsbau bis zum Denkmalschutz um. Seniorchef Siegfried Krazer erhält Unter­stützung durch Tochter Jasmin, frischgebackene Glasermeisterin, und Sohn ­Michael, der sein Master-Studium in Rosenheim abgeschlossen hat.

Adler ist mit rund 730 Mitarbeitern Österreichs führender Hersteller von Lacken, Farben und Holzschutzmitteln. Das 1934 gegründete Familienunternehmen wird in dritter Generation von Andrea Berghofer geführt und produziert jährlich mehr als 20.000 Tonnen Lack am Standort Schwaz.

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