01. Was ist das Besondere an dünnem 3‑fach-ISO?
Das dünne 3-fach-Isolierglas unterscheidet sich vor allem durch die Verwendung eines sehr dünnen Glases (ab 0,5 mm) als Mittelscheibe. Während klassische 3-fach-Aufbauten meist aus 3 × 4 mm Floatglas bestehen, ermöglicht die Dünnglas-Lösung eine kompaktere Bauweise. Diese neue Kombination eröffnet der Glasindustrie die Möglichkeit, leichtere und schlankere Verglasungen zu fertigen, ohne auf die Dämmung einer 3-fach-Verglasung zu verzichten.
02. Warum lässt sich die Gesamtdicke der ISO-Einheit reduzieren?
Die Mittelscheibe dient hauptsächlich der Trennung der beiden Scheibenzwischenräume, deshalb kann sie entsprechend schlank, z. B. 0,5 mm dünn, ausgeführt werden. Entsprechend lässt sich so die gesamte Isolierglas-Einheit schlanker aufbauen. In der Praxis bedeutet das: Alte 2‑fach-Gläser lassen sich häufig durch ein dünnes 3‑fach-ISO ersetzen, ohne dass Rahmen oder Fensterprofile angepasst werden müssen.
03. Welche Auswirkungen hat das geringere Gewicht?
Durch die dünnere Mittelscheibe verringert sich das Gesamtgewicht der Isolierglas-Einheit spürbar. Das entlastet sowohl den Fensterrahmen als auch die Beschläge. Damit können Beschläge teilweise schlanker oder kostengünstiger ausgelegt werden.
04. Wie helfen dünne ISO-Einheiten bei Montage und Transport?
Durch die geringeren Gesamtdicken der Isoliergläser lassen sich mehr Gläser pro Transport auf ein Fahrzeug laden, ebenso auf Transportgestelle und Fahrzeugreffs. Da dünnes 3-fach-ISO um knapp ein Drittel leichter als Standard-3-fach-Gläser ist, entlastet dies entsprechend die Monteure auf der Baustelle deutlich, unter anderem beim Tragen und Einbau von Gläsern und Fenstern.
05. Welche Vorteile bietet Dünnglas-ISO bei der energetischen Gebäudesanierung?
Für die Sanierung von Bestandsgebäuden bietet Dünnglas erhebliche Vorteile. Bestehende 2-fach-Verglasungen können in vielen Fällen durch dünnes 3-fach-ISO ersetzt werden, ohne dass der Rahmen angepasst werden muss. Kosten und Aufwand sind geringer, wenn nur das Glas oder nur der Fensterflügel ausgetauscht wird. Zudem ist ein solcher Austausch deutlich schneller als der Einbau neuer Fenster und kann in der Regel bei laufendem Gebäudebetrieb erfolgen.
06. Welche Wärmedämmung lässt sich durch dünne 3-fach-Aufbauten erzielen?
Im Vergleich zu traditionellen 2-fach-Verglasungen weisen dünne 3-fach-Isolierglas-Einheiten einen bis zu 20 % besseren Ug-Wert auf – und das bei gleicher Dicke und gleichem Gewicht.
07. Welche besonderen Anforderungen gibt es bei Verarbeitung und Handling?
Die geringe Materialstärke erfordert angepasste Produktionsprozesse. Handling, Transport und Zuschnitt müssen genau aufeinander abgestimmt sein. Automatisierte und entsprechend angepasste Schneid- und Isolierglas-Fertigungslinien sind die Basis, um eine präzise Verarbeitung zu ermöglichen und gleichzeitig eine gleichbleibend hohe Qualität sicherzustellen.
08. In welchen Märkten gibt es Potenzial für dünnes 3-fach-ISO?
In Regionen, in denen überwiegend noch 2‑fach-Verglasungen verbaut werden, gleichzeitig aber zunehmend höhere energetische Anforderungen gestellt werden, kann dünnes 3‑fach-Isolierglas sowohl im Neubau als auch in der Sanierung eine interessante Lösung sein.—
Mein Tipp: Hier gibt es mehr Details zu Dünnglas-ISO
Das sagt Hegla CEO Bernhard Hötger über dünnes 3‑fach‑ISO
Der Maschinenspezialist Hegla bietet seit über 30 Jahren Schneidanlagen für Dünn- und Spezialgläser an, und das ab 0,1 mm Glasdicke. Aktuell gibt es auch eine Schneidanlage, die für den Zuschnitt von 0,5 mm Dünnglas für die dünnen 3-fach-Isoliergläser optimiert wurde. Hier die Meinung von Bernhard Hötger zu dünnem 3‑fach‑ISO.
„Schlankes und leichtes Isolierglas trifft einfach den Nerv der Zeit und bietet eine Alternative für zuvor schwere und breit aufgebaute Fenster. Zudem öffnet es einen neuen Markt für die Glasindustrie.
Durch die geringe Dicke der ISO-Einheit ist es mit nur wenig Aufwand möglich, alte 2-fach-Gläser eines bestehenden Rahmens gegen ein besser dämmendes 3-fach-lSO auszutauschen.
Zum großen Interesse an solchen Gläsern trägt sicherlich auch bei, dass mit Corning, Glaston und Hegla drei erfahrene Unternehmen ihre jeweiligen Kompetenzen als Glaslieferant, Schneidanlagen-Spezialist und Hersteller von lsolierglas-Linien einbringen und eine durchgängige Lösung anbieten können.
Mit einem Dünnglas in der Mitte kann ein 3-fach-Isolierglas mit TPS-Randverbund auf gleicher Breite aufgebaut werden, wie ein konventionelles 2-fach-Glas. Damit ist der bestehende Fensterrahmen weiter nutzbar und die Scheibe erzielt einen deutlich besseren U-Wert als zuvor.
Dazu kommt, der Austausch einer lSO-Einheit ist erheblich günstiger als der Austausch eines kompletten Fensters und so stehen Kosten und Nutzen in einem besseren Verhältnis.
Neben der Sanierung von Fenstern besteht vor allem im EU-Ausland ein Bedarf an leichtem 3-fach-Isolierglas bei Neubauten. Die Fassade wird mit weniger Gewicht belastet als bei Standard-3-fach-Aufbauten, somit müssen weder Wand noch Fenster stärker ausgelegt werden.
Aus chemischer Sicht ist das Dünnglas ein Borosilikatglas. Unsere Kundinnen und Kunden setzen es bislang vor allem für technische Produkte, etwa für Displays, ein. In seinen Eigenschaften ist es bruchfester und wärmebeständiger. Die Herstellung und Verarbeitung von sehr dünnem Glas wird damit überhaupt erst möglich.
Dort, wo es bisher kein 3‑fach‑Isolierglas gibt, d. h. in Europa westlich von Deutschland, in UK, den USA sowie im Asien‑Pazifik‑Raum, dürfte dünnes 3‑fach‑ISO ein sehr großes Potenzial geben, da sich In diesen Ländern mit Standard‑2‑fach‑Isoliergläsern die Vorgaben zur Energieeinsparung nicht mehr realisieren lassen. Hier dürfte dünnes 3‑fach‑Isolierglas gleich mehrere Problemstellungen auf einmal lösen. In Mittel‑ und Osteuropa, inklusive der DACH‑Region, wo ‚dickes‘ 3‑fach‑Isolierglas etabliert ist, sehe ich in der Renovation ein richtig großes Potenzial, aktuell deutlich mehr als im Neubau.“