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Auf Spurensuche: Die Glasbruch-Detektive im Einsatz (Teil 01)

Scharfe Attacken auf VSG

Bei mechanisch verursachten Glasbrüchen folgt der Bruchverlauf nicht immer dem geringsten Widerstand, sondern eher dem Kraftvektor. Der Einlauf der Krafteinwirkung auf die Glasoberfläche kann dabei rechtwinklig erfolgen, der Durchlauf nicht.

Man sieht bei den hier gezeigten Bruchbeispielen durch Beschuss besondere Charakteristika: Die Form des Lochs um das Zentrum des Einschlags hängt vom Auftrittswinkel des jeweiligen Geschosses ab.

Ein senkrechtes Auftreffen der Kugel verursacht runde Formen, ein schräges Auftreffen ovale Formen.

Je größer die auftreffende kinetische Energie der Kugel, desto steiler ist die kegelförmige Öffnung der dem Beschuss abgewandten Seite.

Bei Zerstörungen der Glasoberfläche durch Steinwurf ergeben sich aufgrund der geringeren kinetischen Energieeinträge hingegen ganz andere Bruch- oder Zerstörungsbilder (z. B. Abplatzungen).

Schusslöcher bei VSG

Bei dem Beschuss von VSG durchdringt die Kugel die Glaseinheit (Glas/Folie/Glas) oder sie bleibt stecken. Je nach Fall weichen die Bruchbilder dabei etwas voneinander ab.

Durchschuss bei VSG: Durchschlägt die Kugel das VSG, ent­stehen großflächige, netzförmige Bruchbilder. Um das Eintrittsloch herum zerkrümelt das Glas. Es entsteht ein steil ausgebildeter Kegel. Dieser besitzt einen scharfen Rand.

Geringere kinetische Energie verursacht einen flacheren Kegel mit unregelmäßigem Rand.

Bei Einschüssen sind Querbrüche möglich, treten jedoch eher ­seltener auf.

Kein Durchschuss bei VSG: Bleibt die Kugel im Glas stecken, finden sich im Zentrum des Auftritts Geschoss­reste sowie zerkrümeltes Glas um die Eintrittsstelle. Die entstehenden Brüche sind netzförmig.

Foto: GW Archiv / Franz-Jörg Dall

Foto: GW Archiv / Franz-Jörg Dall

Steinschleuderbruch bei VSG

Bei dem Beschuss von VSG mittels Steinschleuder entsteht keine Öffnung, da die Steine aufgrund der zu geringen kinetischen Energie nicht in der ­Lage sind, die VSG-Scheibe zu durchdringen. Es entsteht ein unregel­mäßiger, kegel­förmiger Bruch, von dem kurze Ein­läufe ausgehen. Meist bleibt die dem Beschuss abgewandte ­Seite des Glases (hinter der Folie) schaden­frei.

Foto: GW Archiv / Franz-Jörg Dall

Steinwurfbruch bei VSG

Erfolgt ein Angriff auf ein Verbundsicherheitsglas mit einem Pflaster- oder Ziegelstein, bildet sich um den Einschlag herum ein Netz aus ­Brüchen. Die vom Bruchzentrum ausgehenden Sprünge ­laufen ­dabei häufig bis zur Glas­kante. Vergleichbare Bruchmuster
ergeben sich aus Angriffen mit schweren Gegenständen oder Schläge mit einem Hammer.

Foto: GW Archiv / Franz-Jörg Dall

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