dormakaba
Die heutige Struktur geht auf den Zusammenschluss von Dorma und Kaba im Jahr 2015 zurück. Seitdem hält die Familie Mankel – frühere Eigentümer von Dorma – 10,8 Prozent an der an der SIX kotierten dormakaba Holding AG sowie 47,5 Prozent am operativen Geschäft über eine deutsche Zwischenholdinggesellschaft, an der die dormakaba Holding AG die übrigen 52,5 Prozent hält. Kombiniert verfügt die Familie Mankel damit über die wirtschaftliche Mehrheit an der Gruppe.
Der Verwaltungsrat und Familie Mankel haben sich darauf verständigt, diese Struktur aufzulösen. Die dormakaba Holding AG übernimmt den 47,5-Prozent-Anteil am operativen Geschäft zu einem Preis von 2,13 Mrd. Schweizer Franken (ca. 2,22 Mrd. Euro).
Die Beteiligung wird als Sacheinlage auf die Holding übertragen. Im Gegenzug erhält die Familie Mankel 36.161.560 neu ausgegebene Aktien der dormakaba Holding AG zu einem Ausgabepreis von 58,0989 Schweizer Franken (ca. 60,50 Euro) je Aktie – basierend auf dem volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten 30 Handelstage – sowie eine Barkomponente von 29,9 Mio. Schweizer Franken (ca. 31,15 Mio. Euro). Eine unabhängige Fairness Opinion bestätigt die finanzielle Fairness der Transaktion.
Svein Richard Brandtzaeg, Verwaltungsratspräsident von dormakaba, erläutert: „Indem wir die wirtschaftlichen Anteile an unserem operativen Geschäft auf Stufe der börsenkotierten Holding zusammenführen, wird die Gruppe leichter verständlich und vergleichbar, und wir ermöglichen dem Markt eine klarere Beurteilung von dormakaba.
Die vorgeschlagene neue Struktur beseitigt zudem Ineffizienzen und verschafft dem Unternehmen größere finanzielle Flexibilität. Damit wird das Kapitalmarktprofil von dormakaba über Zeit gestärkt, und allfällige Bewertungsabschläge aufgrund des heutigen Setups werden beseitigt. Die Vereinfachung entspricht auch unserem strategischen Ziel, Komplexität in der gesamten Gruppe zu reduzieren."
Minderheitsaktionäre erhalten vertragliche Schutzrechte
Die Transaktion erfordert die Zustimmung der Aktionärinnen und Aktionäre zur Kapitalerhöhung, zu einem formell selektiven Opting-out sowie zu weiteren Statutenänderungen an der Generalversammlung vom 20. Oktober 2026. Der Vollzug wird für den 7. Januar 2027 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
Das neue Opting-out befreit die Familie Mankel von der Pflicht, unter der neuen Struktur ein öffentliches Kaufangebot zu unterbreiten. Gleichzeitig verpflichtet sich die Familie Mankel in einer Relationship-Vereinbarung mit der dormakaba Holding AG – abgeschlossen am 31. August 2026 –, einen Anteil von 57 Prozent der Aktien und Stimmrechte für 15 Jahre nicht zu überschreiten. Die Vereinbarung legt zudem fest, dass der Verwaltungsratspräsident unabhängig sein muss und bei Stimmengleichheit den Stichentscheid hat. Die Familie Mankel darf höchstens die Hälfte der Verwaltungsratsmitglieder nominieren.
Mit Vollzug der Transaktion werden der bestehende Poolvertrag sowie weitere Vereinbarungen zwischen der Familie Mankel, der Kaba-Familie und der dormakaba Holding AG aufgehoben. Die Aktien der Kaba-Familie werden danach dem Streubesitz zugerechnet. Ebenfalls aufgehoben wird die Übertragungsvereinbarung, die bei einem Kontrollwechsel bestimmte Rechte zugunsten der Familie Mankel vorsah.
Aktionärsstruktur verschiebt sich deutlich
Nach Vollzug hält die Familie Mankel voraussichtlich 40.711.762 Namenaktien der dormakaba Holding AG zu einem Nominalwert von 0,01 Schweizer Franken je Aktie, entsprechend 52,09 Prozent der Aktien und Stimmrechte. Die 411.732 Treasury-Aktien der dormakaba Holding AG – 0,53 Prozent – werden gemäß schweizerischem Offenlegungsrecht derselben Gruppe zugerechnet.
Die übrigen Aktien bilden den Streubesitz, darunter 7.076.550 Aktien der Kaba-Familie, was einem erwarteten Anteil von 9,05 Prozent entspricht. Jede Aktie der dormakaba Holding AG repräsentiert nach Vollzug den vollen wirtschaftlichen Anteil an der Gruppe – gegenüber heute 52,5 Prozent. Darüber hinaus entstehen Kapitaleinlagereserven aus ausländischen Quellen von rund 2 Milliarden Schweizer Franken, die künftig ohne Abzug der schweizerischen Verrechnungssteuer ausgeschüttet werden können.
Parallel zur Strukturbereinigung hat dormakaba am 1. September 2026 angekündigt, den Verwaltungsrat von zehn auf acht Mitglieder zu verkleinern. Ilias Läber und Michael Regelski werden an der Generalversammlung vom 20. Oktober 2026 nicht zur Wiederwahl antreten. Alle weiteren Mitglieder kandidieren für eine weitere Amtszeit. Weitere Details werden mit der Einladung zur Generalversammlung veröffentlicht.
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