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Forel

Gut gerüstet für die nächsten 50 Jahre

Der italienische Glasmaschinen-Spezialist Forel feierte vor Kurzem am Stammsitz in Vallio di Roncade bei Treviso sein 50-jähriges Bestehen. 1976 von Fortunato Vianello und seinem Bruder Elio gegründet, hat sich das Unternehmen vom 2-Mann-Betrieb zu einem international erfolgreichen Maschinenanbieter für die Flachglas- und Isolierglasindustrie mit weltweit 330 Mitarbeitenden entwickelt.

Forel hält aktuell 33 eigene Patente. Dazu kommen Tochtergesellschaften in Deutschland, GB, Kanada und den USA. 2024 erzielte Forel einen Umsatz von 80 Mio. Euro.

Heute führt Riccardo Vianello, CEO und Vizepräsident, als zweite Generation das Unternehmen. Die GW sprach mit ihm über technische Weiterentwicklungen, den deutschen Markt, Dünnglas-ISO, den Weg hin zur Vollautomatisierung und über die Zukunft von Forel.

Interview mit Forel CEO Riccardo Vianello

GW – Herr Vianello, wie gut ist Forel aufgestellt?

Riccardo Vianello – Sehr gut. Unsere vertikalen Maschinen sind technologisch sehr stark. Das ist die Grundlage für unseren Erfolg. Entscheidend ist jedoch, dass unsere Kunden, die Glasverarbeiter, den Mehrwert und die Qualität unserer Anlagen wirklich verstehen.

GW – Deshalb sind Sie auch mit eigenen Niederlassungen in verschiedenen Ländern vertreten?

Vianello – Genau. Das ist einer der Gründe, warum wir Niederlassungen in verschiedenen Ländern haben. Wir müssen nah am Kunden sein, das ist der Schlüssel, um erfolgreich zu sein. Wir wollen den Kunden verstehen, nur so können wir für ihn die passenden Produkte anbieten. Eine unserer ersten wichtigen Maschinen war der Edge Grinder. Damals konnte er Dinge, die andere Anlagen nicht konnten. Das war ein wichtiger Schritt für uns. Und in diesem Sinn arbeiten wir auch heute noch, wir wollen Anlagen anbieten, die mehr können. Und daran arbeiten wir konstant. Deshalb ist der deutsche Markt für uns so wichtig, denn er ist sehr anspruchsvoll, weshalb wir jetzt auch in Deutschland mit Forel North Europe eine eigene Niederlassung haben. Und wir sind sehr froh, dass dort Stéphane Soudais unser Team leitet. Er ist sehr kompetent und kennt den deutschen Markt sehr gut.

GW – Was macht Deutschland so anspruchsvoll?

Vianello – Die deutschen Glasverarbeiter sind sehr kritisch – im positiven Sinne. Sie fordern uns, und das hilft uns, besser zu werden. Dazu muss man gut zuhören können, um die Kunden wirklich zu verstehen, sonst funktioniert es nicht. Und wir freuen uns, dass wir heute unsere Anlagen bei hochkarätigen Glasverarbeitern in Deutschland positioniert haben.

GW – Wie schätzen Sie die Entwicklungen bei dem neuen Dünnglas-ISO ein?

Vianello – Das ist ein sehr spannendes Thema für die Zukunft. Daran arbeiten wir bereits seit einiger Zeit und halten auch ein Patent für die ISO-Fertigung (ab 0,5 mm Mittelscheibe). Wir setzen dabei auf ein System mit einer Mittelscheibe ab 1 mm Dicke, denn ist die Mittelscheibe dünner, wird die Isolierglas-Fertigung sehr komplex. Ab etwa 1 mm wird es deutlich einfacher und kann auch mit unseren Standardanlagen verarbeitet werden, ohne dass ein ISO-Hersteller seine komplette Produktion umstellen muss. Das ist ein Punkt, der für viele Verarbeiter relevant ist, auch mit Blick auf die Kosten.

GW – Woran arbeiten Sie aktuell?

Vianello – Wir arbeiten an einer vertikalen Kantenbearbeitungsanlage – unserem Fast Edge Grinder, der sehr hohe Geschwindigkeiten ermöglicht. Mit einem Bearbeitungskopf werden dabei zwei Spindeln betrieben, sodass eine Scheibe in einem einzigen Durchgang bearbeitet werden kann. Das ist auch für Dünnglas-Isoliergläser sehr interessant.

GW – Wie sieht Ihre langfristige Strategie aus?

Vianello – Generell geht die Entwicklung klar weiter in Richtung Automatisierung. Unser Ziel sind vollautomatische Maschinen, denn qualifizierte Bediener sind für die Glasverarbeiter immer schwerer zu finden. Deshalb müssen wir Systeme entwickeln, die den Bediener unterstützen und Prozesse weiter automatisieren. Durch Automatisierung erreichen wir eine gleichmäßigere und konstante Qualität der bearbeiteten Gläser. Zudem verbessert sie auch die Effizienz. Gleichzeitig bauen wir unseren Service immer weiter aus, das ist ein ganz entscheidender Punkt für die Glasverarbeiter. Und mit der Einweihung unserer neuen Produktionshalle, inklusive Showroom und Trainingszentrum, setzen wir zudem ein deutliches Signal für weiteres Wachstum. Wir haben rund 18 Mio. Euro in die 9000 m2 große Erweiterung investiert. Damit werden wir unsere Produktionskapazität deutlich steigern und die Lieferzeiten verkürzen.

GW – Wie blicken Sie auf die Zukunft von Forel?

Vianello – Optimistisch und mit offenen Augen. Es gibt viele Märkte, in denen wir noch nicht aktiv sind, und viele technische Herausforderungen. Genau das ist das Spannende. Man muss vorausdenken und gute Ideen haben. Und neue Ideen kommen von Mitarbeitern, die motiviert sind, und genau diese Menschen machen den Unterschied. Deshalb investiert Forel bewusst auch in ein gutes Arbeitsumfeld und die Weiterbildung sowie Sport- und Freizeitaktivitäten für unsere Mitarbeiter. All das erlaubt es uns, flexibel zu bleiben und uns immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Gleichzeitig schauen wir positiv nach vorne. Dieser Optimismus ist schon von Anfang an ein fester Bestandteil der Forel-DNA.

Das Interview führte Matthias Rehberger

Riccardo Vianello, CEO und Vizepräsident von Forel

Foto: Matthias Rehberger / GW

Riccardo Vianello, CEO und Vizepräsident von Forel
Vor Kurzem wurde die neue Fertigungshalle eröffnet.

Foto: Matthias Rehberger / GW

Vor Kurzem wurde die neue Fertigungshalle eröffnet.

Über Forel

Forel verfügt über Niederlassungen in Deutschland, UK, Kanada und den USA sowie über mehr als 20 Vertretungen weltweit, ist in rund 70 Ländern aktiv und beschäftigt rund 330 Mitarbeiter.Aktuell hält der Maschinenhersteller 33 eigene Patente.

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