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Künstliche Intelligenz in der Glasbranche

KI-Einsatz – Das sollten Glasbetriebe beachten

Einsatz im Tagesgeschäft: KI kann u.a. Informationen aus E-Mails und Dokumenten erfassen, Anfragen vorsortieren, bei der Angebotserstellung helfen, Daten für die Auftragserfassung vorbereiten und internes Wissen schneller zugänglich machen. Damit werden Abläufe beschleunigt sowie standardisiert, stabiler, nachvollziehbarer und skalierbarer. Dort, wo bisher viel Handarbeit, Rückfragen und personengebundenes Wissen nötig sind, entsteht durch KI Einsatz ein spürbarer Mehrwert.

Doppelte Herausforderung: Heute fehlt es an qualifizierten Fachkräften, zudem geht mit dem Ausscheiden erfahrener Mitarbeitender oft wertvolles Praxiswissen verloren. KI kann hier zu einem entscheidenden Brücke werden, wenn sie über geeignete Benutzeroberflächen und intelligente Human Interfaces so eingebunden wird, dass Wissen nicht nur gespeichert, sondern im Alltag wirklich nutzbar gemacht wird. Dieses Fachwissen kann in einer Firmen-KI dokumentiert und in Prozesse eingebettet werden. Regeln, Formulierungen, typische Prüfschritte, branchenspezifische Besonderheiten und Erfahrungswerte lassen sich so strukturieren, dass sie nicht von einzelnen Personen abhängig bleiben. Das schützt den Betrieb vor Wissensverlust und erleichtert die Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Viele Betriebe fragen sich, ob sie sich bei einer Schlüsseltechnologie wie KI dauerhaft von politischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA oder China abhängig machen wollen.

Wer KI einführt, muss neben Leistungsfähigkeit auf Souveränität, Datenhoheit und die Frage achten, wer tatsächlich Kontrolle über Infrastruktur, Datenzugriffe und Weiterentwicklung hat.

Diese Fragen müssen geklärt sein

In Gesprächen mit Entscheidern zeigt sich: Das Interesse an KI ist hoch, gleichzeitig bestehen Unsicherheit und Zurückhaltung. Viele fragen sich, was genau passiert, wenn Mitarbeitende eine Anfrage in ein öffentliches KI-System eingeben. Wer verarbeitet diese Daten? Werden Inhalte gespeichert? Können sensible Informationen nach außen gelangen? Und wie lässt sich sicherstellen, dass die KI im Betrieb wirklich nur das tut, was sie tun soll? Diese Fragen sind berechtigt.

Eine KI für den professionellen Einsatz muss kontrollierbar, nachvollziehbar und auf die Anforderungen des jeweiligen Betriebs zugeschnitten sein. Hier macht eine echte Firmen-KI den entscheidenden Unterschied zu frei verfügbaren Internet-Tools. Die Firmen-KI arbeitet auf Basis definierter Regeln, freigegebener Datenquellen, klarer Berechtigungen und sicherer technischer Rahmenbedingungen. Der Betrieb legt fest, welche Informationen genutzt werden dürfen, welche Antworten zulässig sind, wer auf welche Inhalte zugreifen kann und an welchen Stellen menschliche Freigaben erforderlich bleiben.

Qualität und Kontrolle sichern

Ein zentraler Grundsatz für den produktiven Einsatz ist das Human-in-the-loop-Prinzip. KI unterstützt, bereitet vor, analysiert und schlägt vor. Die Verantwortung für fachlich, technisch oder kaufmännisch kritische Entscheidungen bleibt jedoch beim Menschen.

Gerade in sensiblen Prozessen wie Angebot, Kalkulation, Auftragserfassung und Qualitätssicherung ist diese menschliche Aufsicht entscheidend. Sie schafft Vertrauen, senkt Risiken und sorgt dafür, dass KI nicht an den Bedürfnissen des Glasbetriebs vorbeiarbeitet.

Moderne KI-Systeme werden immer leistungsfähiger, aber gute Ergebnisse entstehen nicht automatisch. Verlässlichkeit wird durch saubere Daten, klare Aufgaben, gute Prozessgestaltung und laufende Kontrolle erreicht.

Betriebe sollten deshalb nicht erwarten, dass KI ohne fachliche Führung von selbst exakt die gewünschten Ergebnisse liefert. Sie wird dann stark, wenn sie in klare Strukturen eingebettet ist und wenn Menschen definieren, was richtig, zulässig und qualitativ hochwertig ist.

Für die Glasbranche bedeutet das: Erfolgreiche KI beginnt bei gut gewählten Anwendungsfällen. Wo wiederkehrende Abläufe auftreten, wo Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengeführt werden müssen, kann KI sofort einen Mehrwert schaffen. Gleichzeitig sollte jede Einführung so aufgebaut sein, dass sensible Daten geschützt bleiben und dass zentrale Firmenprozesse nicht von unkontrollierten externen Systemen abhängig werden.

Der Weg zur eigenen Firmen-KI

Eine nachhaltige KI-Strategie in mittelständischen Firmen braucht drei Dinge: 1. Branchenverständnis, 2. technologische Kompetenz und 3. ein belastbares Sicherheitskonzept. Nur wenn diese drei Ebenen zusammenkommen, entsteht eine KI-Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert. Für die Glasbetriebe heißt das, es wird kein Standardwerkzeug eingeführt, sondern eine Umgebung, die die Sprache, Abläufe und Anforderungen der Branche versteht.

Datenhoheit: Eine Firmen-KI sollte so aufgebaut sein, dass die Kontrolle über Wissen, Dokumente, Prozesse und Ergebnisse beim Unternehmen selbst bleibt. Das betrifft Speicherorte, Berechtigungen, Schnittstellen, Protokollierung und die Auswahl geeigneter Modelle sowie Schutz vor Datenabflüssen. Wer hier sauber plant, schafft Sicherheit, und auch Vertrauen bei Mitarbeitenden, Kunden und Partnern. Langfristig macht dieser Ansatz den Betrieb widerstandsfähiger, da Wissen gesichert, Abläufe standardisiert und Abhängigkeiten reduziert werden.

Das stärkt die Handlungsfähigkeit, da Informationen schneller verfügbar sind und Entscheidungen besser vorbereitet werden. Und das schafft die Grundlage dafür, dass KI nicht als Fremdkörper gesehen wird, sondern als natürlicher Bestandteil einer modernen Betriebsorganisation.

Perspektive für die nächsten Jahre

Perspektivisch wird sich die Interaktion mit Firmensoftware deutlich verändern. Viele Aufgaben werden künftig nicht mehr nur über Menüs, Masken und einzelne Programmschritte gesteuert, sondern zunehmend über Spracheingabe. Denkbar ist eine App, über die Mitarbeitende per Spracheingabe oder kurzer Anweisung Informationen abrufen, Prozesse anstoßen und Arbeitsschritte in Echtzeit auslösen können.

Statt lange zwischen verschiedenen Programmen zu wechseln, könnte dann eine kurze Eingabe genügen, um ein Angebot vorzubereiten, einen Auftrag anzulegen, einen Bearbeitungsstand abzufragen oder relevantes Wissen zu einem Vorgang aufzurufen.

Die KI übernimmt im Hintergrund die Koordination, nutzt freigegebene Datenquellen und stellt Ergebnisse schnell und verständlich bereit. So entsteht ein Arbeitsalltag, in dem Mitarbeiter mehr Zeit für Kunden, Qualität, Entscheidungen und die wirklich wichtigen Aufgaben haben.

Diese Entwicklung ist keine Zukunftsmusik, sondern eine realistische Perspektive für Betriebe, die heute die richtigen Grundlagen legen. Wer jetzt mit klaren Regeln, sicheren Datenstrukturen und praxisnahen Anwendungen beginnt, schafft die Voraussetzung, künftig deutlich einfacher, intuitiver und produktiver arbeiten zu können.

So lässt sich KI sinnvoll nutzen

So ordnet Jörg Schulze Greiving, Geschäftsführer bei der CSG Aupos Gruppe, die KI-Entwicklung ein: „Entscheidend ist aus unserer Sicht die Verbindung aus aktuellem KI-Wissen, branchenspezifischer Erfahrung und konkreter Umsetzbarkeit. Betriebe brauchen keine theoretischen Versprechen, sondern belastbare ­Lösungen und Beratung, die im Alltag funktionieren. Wer eigene KI-Anwendungen aufbauen möchte, den ­können wir bei der Konzeption, Strukturierung und Umsetzung begleiten. Zudem können wir passende Lösungen auch vollständig für Betriebe umsetzen. Aupos IQ lässt sich in Verbindung mit anderen ERP-­Systemen einsetzen, denn es ist nicht nur an unsere eigene Aupos Glas 4.0 ERP/PPS Branchensoftware gebunden. Das ist relevant, wenn Betriebe ihre Systemlandschaft beibehalten wollen und gleichzeitig eine sicheren branchenspezifische KI nutzen möchten.“

Jörg Schulze Greiving, GF von CSG Aupos

Foto: CSG Aupos

Jörg Schulze Greiving, GF von CSG Aupos

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