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Sanierung der früheren Citroën-Garage in Brüssel

So hilft Vakuumglas, historische Stahlfassaden zu erhalten

Die Citroën-Garage entstand Anfang der 1930er Jahre als belgische Niederlassung des Automobilherstellers Citroën und galt seinerzeit als größte Garage Europas. Prägend ist der 25 m hohe, verglaste Showroom, hinter dem sich mehrere Werkstatthallen erstrecken.

Nach dem Auszug von Citroën wurde das Gebäude zum neuen Kulturzentrum Kanal – Centre Pompidou umgebaut. Dabei sollten die historischen Stahlfassaden erhalten bleiben, gleichzeitig aber Wärme- und Schallschutz deutlich verbessert werden.

Die ursprüngliche Einfachverglasung war beschädigt, undicht und akustisch unzureichend. Da das Gebäude an einer stark befahrenen Straße liegt, mussten die Fassaden künftig sowohl den Verkehrslärm abschirmen als auch Veranstaltungen im Gebäude ermöglichen. Hierfür entwickelte Kahle Acoustics ein umfassendes Akustikkonzept.

Stephanie Mangé vom Ingenieur- und Architekturbüro Gevelinzicht Ingenieur-Architecten prüfte gemeinsam mit AGC Glass Europe und Lootens, einem belgischen Spezialisten für Stahl- und Aluminiumfassaden, verschiedene Glasoptionen. Neben beschichtetem Monoglas wurden auch konventionelle Isoliergläser, spezielle Isoliergläser für Baudenkmäler sowie Vakuumgläser mit sichtbaren Evakuierungsöffnungen bewertet.

Die aus verschweißten L- und T-Profilen aufgebauten Rahmen boten lediglich eine Glasaufnahmetiefe von 40 bzw. 55 mm. Zudem hatten sich die Fassadenelemente über die Jahrzehnte dauerhaft verformt.

Beschichtetes Monoglas erfüllte die Anforderungen nicht, konventionelle Isoliergläser waren zu dick. Eine statische Windlastanalyse ergab zudem eine notwendige Mindestglasdicke von 8 mm.

Die Wahl fiel auf Fineo 10 mit eisenarmen Clearvision Weißglas von 9,7 mm Dicke und Ug = 0,8 W/(m²K). Durch seine schlanke Konstruktion ohne Evakuierungsöffnung bewahrt es den optischen Charakter der früheren Gläser. Der Ug-Wert lag geringfügig über dem der Standardausführung von Fineo mit seinem Ug = 0,7 W/(m²K). Das Planungsteam nahm dies in Kauf, da die Glasqualität eine hohe Tageslichttransmission und Farbneutralität bot.

1400 Scheiben, fast jede ein Unikat

Die historischen Werkstattfassaden wiesen teils Diagonalabweichungen von über 30 mm auf und mussten vor der Neuverglasung gerichtet werden.

Die Fassadenelemente wurden dafür ausgebaut, extern restauriert und für die Neuverglasung wieder eingebaut.

Die Montage in den Werkstattfassaden übernahm AGC Mirodan Bouwglas. Bei rund 2000 m² Fassadenfläche wurden 1400 Fineo-Scheiben eingebaut, wobei die Breiten der verbauten Vakuumgläser zwischen 1005 und 1340 mm variierten und die Höhen zwischen 1250 und 1300 mm lagen. „Keine Scheibe musste wegen falscher Abmessungen neu produziert werden“, berichtet Geschäftsführer Sven Delaere. Das vergleichsweise geringe Gewicht von rund 50 kg pro Scheibe erleichterte die Montage. Für Delaere punktet das Vakuumglas durch sein geringes Gewicht sowie die guten Wärme- und Schalldämmeigenschaften: „In meinen Augen ist es das Glas der Zukunft.“

Speziell entwickelte Anschlussdetails

Da ein konventioneller Einbau in die vorhandene Glasnut nicht möglich war, entwickelte CIT Blaton gemeinsam mit den Fassadenberatern ein neues Anschlussdetail: Nach dem Einsetzen wird das Glas durch nachträglich montierte Halteprofile fixiert. „Die endgültige Lösung basiert auf einer umlaufenden Glasleiste und einer Eckfuge, die Verformungen und Toleranzen der historischen Konstruktion ausgleichen“, erläutert Sergio Costantini, verantwortlich für die Tragwerksplanung bei CIT Blaton.

Um das Kondensationsrisiko zu senken, sind Edelstahl-Glashalteleisten verbaut; der Glasfalz wurde mit einem Schaumstoffband ausgefüllt, und im unteren Anschlussdetail wurde eine Entwässerung für Kondensat vorgesehen.

Für den Showroom galten andere Randbedingungen: Die historischen Stahlstützen von 1934 blieben erhalten, die Querträger wurden aber ersetzt. Da der Showroom zu den klimatisierten Bereichen zählt, wurden hier höhere Anforderungen an die Gebäudehülle gestellt. Die Fensterprofile wurden anhand historischer Fotografien rekonstruiert. Für die rund 1160 m² Fassadenfläche wurden 530 Vakuumgläser (1050 × 2100 mm) verbaut.

Allein durch die Wiederverwendung der Werkstattfassaden konnten rund 61 000 kg CO₂-Äquivalente vermieden werden. Da Fineo in Belgien produziert wird, trugen die kurzen Transportwege zusätzlich zum optimierten ökologischen Fußabdruck bei. „Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass historische Fassaden nicht nur erhalten, sondern auch an die Anforderungen moderner Gebäude angepasst werden können“, sagt Stefan Lips, Sales Director Europe bei Fineo. „Wir sind stolz, dass Fineo einen wichtigen Beitrag zu diesem außergewöhnlichen Projekt leisten konnte.“

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