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OPPO-Konzernzentrale in China

Die komplexeste Vorhangfassade der Welt

Die neue OPPO-Konzernzentrale in der Shenzhen Bay setzt mit rund 14 000 gebogenen Isolierglaseinheiten neue Maßstäbe im Fassadenbau. Der von Zaha Hadid Architects entworfene Hochhauskomplex vereint hyperbolische Glasgeometrien mit höchsten technischen Anforderungen.

Konstruktion und Produktion der Vorhangfassade für Tower 1 und 2 sowie den Sockel verantwortet Far East Façade, den Fassadenauftrag für Tower 3 und 4 erhielt CNYD.

North Glass (www.north-glass.com) entwickelte speziell für dieses Projekt maßgeschneiderte Anlagen zum Vorspannen von mehrfach gekrümmtem Glas. In den Fassadengläsern der vier miteinander verbundenen Hochhaustürme sind flexible Super Spacer von Edgetech als Abstandhalter verbaut.

Zu den fassadentechnischen Höhepunkten der Konzernzentrale zählen ein 41 m2 großes und über 10,8 t schweres hyperbolisches Fassadenelement sowie ein 2000 m2 großes, doppelt gekrümmtes und freitragendes Netzschalentragwerk. Hinzu kommt eine 240 m2 große hyperbolische Kuppelöffnung in 200 m Höhe über der geplanten Sky Bar.

Glasfassade aus doppelt gebogenem Isolierglas

Die insgesamt 70 000 m2 Isolierglas werden bei Tianjin North Glass Industrial Technology Co., Ltd. produziert. 9000 der rund 14 000 gebogenen Scheiben sind höchst anspruchsvolle konvex-konkav gebogene sowie sattelförmige Isolierglaseinheiten.

Einfach gebogene Paneele erreichen Bogenlängen von bis zu 5,4 m, doppelt gebogene Paneele bis zu 6 m, der engste Biegeradius beträgt 1 m. Darüber hinaus wurden vor Ort rund 9000 Isolierglaseinheiten überwiegend kalt gebogen.

Der Großteil der Verglasung besteht aus vierscheibigen, doppelt laminierten Isolierglaseinheiten mit 16 mm Super Spacer TriSeal als Abstandhaltersystem.

Die Verbundscheiben basieren auf 10 mm starkem, extraweißem Glas und verfügen über funktionale Sonnenschutz- sowie Low-E-Beschichtungen. Daraus ergeben sich beträchtliche Glasdicken und Eigengewichte, die hohe Anforderungen an die strukturelle Leistungsfähigkeit des Abstandhalters stellen. In Sicherheitsgläsern und Sonderbereichen kommen u. a. 3-fach-verglaste Elemente mit drei 12 mm starken Scheiben und Isoliergläser mit drei 8 mm Gläsern zum Einsatz.

Flexible Abstandhalter für jede Geometrie

Die Entscheidung für die flexiblen Abstandhalter (www.superspacer.com) wurde gemeinsam von dem Auftraggeber, den Architekten, den Fassadenberatern und den ausführenden Unternehmen getroffen. Dank seiner Flexibilität gewährleistet das System die Dichtheit und die thermischen Eigenschaften der Isoliergläser und passt sich jeder unregelmäßigen oder gekrümmten Scheibenform an.

Über die bestehenden weltweiten Zertifizierungen hinaus wurde die Normenkonformität von spezialisierten chinesischen Prüfinstituten vor Projektbeginn verifiziert. Das kaltgebogene Glas wurde zudem auf einer speziellen Testplattform geprüft, um Verformungsverhalten und Dichtigkeit unter Biegekräften zu evaluieren.

Für das Aluminium-Biegen erfordert jedes individuell geformte Profil maßgeschneiderte Biegewerkzeuge, wobei Toleranzen von ±1,5 mm eingehalten werden müssen.

Alle Bauteile wurden zunächst parametrisch entworfen und in LOD-400-Präzisionsmodelle überführt, dann in einzelne Bauteile zerlegt und als STP-Dateien bereitgestellt.

Der Informationsaustausch erfolgte über AutoCAD, Rhino/Grasshopper sowie ein eigens entwickeltes Designer-Programm. Datenanalyse und Reverse Modeling simulierten reale Bedingungen, um die Genauigkeit vor der Montage sicherzustellen.

„Das Projekt schafft neue Standards und Arbeitsabläufe, etwa Spezifikationen für doppelt gekrümmte Fassaden, Kaltbiegeverfahren und viele patentierte Bautechniken, die künftig auf ähnliche Projekte übertragbar sind“, erläutert Joachim Stoß, VP International Sales Quanex QES.