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Heimtextil im Aufwind?

Stattdessen versteckt sich der Sonnenschutz heute häufig als dekoratives Element in Gemeinschaftsständen, reduziert auf Stoff, Farbe und Oberfläche. Technische Leistungsfähigkeit, energetische Wirkung und systemische Relevanz bleiben dabei weitgehend unsichtbar. Eine klare Botschaft? Fehlanzeige. Den Sonnenschutz-Ausstellern in diesem Bereich ist kein Vorwurf zu machen, sie machen das beste aus dem vorgegebenen Konzept.

Das ist nicht nur bedauerlich, sondern strategisch vollkommen kurzsichtig. Denn kaum ein anderes Messeumfeld wäre besser geeignet, um hier den innenliegenden Sonnenschutz als aktiven Beitrag zu Energieeinsparung, Nachhaltigkeit und Klimaanpassung optimal zu positionieren. Während über Wärmereduktion, Gebäudeeffizienz und CO₂-Bilanz gesprochen wird, bleibt der Sonnenschutz ausgerechnet hier in Frankfurt erstaunlich leise.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob der Sonnenschutz auf der Heimtextil stattfindet, sondern wie lange noch in dieser Form. Soll er dauerhaft auf die Rolle eines dekorativen Nebenthemas reduziert werden? Oder erkennt die Messe wieder den Anspruch, Sonnenschutz als funktionales, technisch relevantes und gesellschaftlich notwendiges System sichtbar zu machen, um Aussteller und Besucher wieder erfolgreich anzulocken?

Bleibt diese Einordnung aus, droht dem Sonnenschutz nicht weniger als der Verlust seiner fachlichen Identität auf einer Messe, die eigentlich ideale Voraussetzungen für genau das Gegenteil bieten würde. da darf man gespannt sein auf Januar 2027. Und das im Rahmen der BAU und R+T.

Olaf Vögele