Die Schüco Gruppe hat 2025 mit einem Gesamtumsatz von 2,06 Mrd. Euro abgeschlossen und damit ein Wachstum von 0,7 % gegenüber 2024 (2,05 Mrd. Euro) erreicht. Währungsbereinigt betrug der Umsatzanstieg sogar 2,3 %. Das Bielefelder Unternehmen profitierte dabei von seiner strategischen Internationalisierung: Während der deutsche Markt um 2,8 % auf 728 Mio. Euro schrumpfte, kompensierten die ausländischen Märkte mit einem Umsatz von gut 1,3 Mrd. Euro diesen Rückgang.
Die Entwicklung der beiden Kernsparten offenbart eine bemerkenswerte Verschiebung: Während der Geschäftsbereich Metallbau global „nur“ um 2 % auf 1,68 Mrd. Euro zulegte, wuchs die Sparte Polymer Business mehr als doppelt so stark um 4,5 % auf 327 Mio. Euro. In Deutschland konnte das Kunststoff-Geschäft sogar um 2,6 % auf 99 Mio. Euro zulegen, unterstützt durch ein Wiederanziehen im privaten Wohnbau.
Die Umsatzverteilung zeigt die erfolgreiche Diversifizierung: Deutschland trägt nur noch 35 % zum Gesamtumsatz bei, während die internationalen Märkte 65 % erwirtschaften. In Europa stieg der Umsatz leicht um 0,7 % auf 965 Mio. Euro, in den übrigen internationalen Gesellschaften sogar um 9 % auf 371 Mio. Euro. Schüco ist mittlerweile in über 90 Ländern weltweit vertreten.
Strategische Investitionen
Schüco investierte 2025 insgesamt 41 Mio. Euro, nahezu auf Vorjahresniveau. Ein wichtiges Projekt war die Erweiterung der Produktionskapazitäten bei der Tochter Sälzer in Marburg, die Fassadenelemente für internationale Projekte mit Hochsicherheitsanforderungen fertigt. Zusätzlich entstanden neue Showrooms in Paris und Riad.
Anfang 2025 erwarb Schüco die Restanteile an Alufit Int. Private Ltd. in Bangalore, einem der größten Aluminium-Fassadenbauer Indiens. Im Juni folgte eine Beteiligung an der Asset Transformation in Großbeeren, die Eigentümer und Investoren bei nachhaltigen Gebäudesanierungen unterstützt.
Mit der Initiative „Schüco Value Up“ reagierte das Unternehmen auf den Strukturwandel der Baubranche. Das Programm umfasst werterhaltende Lösungen für die Gebäudehülle entlang des gesamten Lebenszyklus – von minimalinvasiven Sanierungslösungen über Beratungsleistungen bis hin zu Service, Wartung und Recycling. „Die Zukunft des Bauens ist zirkulär, digital und liegt vor allem im Umgang mit dem Gebäudebestand – genau daran arbeiten wir. Unser Anspruch ist es, Gebäudehüllen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg ganzheitlich zu denken und zu optimieren – ökologisch wie wirtschaftlich“, erklärte Andreas Engelhardt, persönlich haftender Gesellschafter der Schüco Intern. KG.
Kreislaufwirtschaft im Fokus
Bei den Produktentwicklungen setzt Schüco verstärkt auf digitale Lösungen. Via QR-Code auf jedem verbauten Element können Nutzer den digitalen Zwilling abrufen, was Wartung und Instandhaltung erleichtert und am Lebensende eine sortenreine Rückführung in Materialkreisläufe ermöglicht. Die Vision des „AW Circular“ zeigt, wie Aluminium-Fenster künftig nach Kreislaufwirtschaftsprinzipien funktionieren könnten.
Für sein Engagement in Richtung Klimaneutralität und Ressourcenschonung erhielt Schüco 2025 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Bauindustrie. Das Unternehmen verfügt über mehr als 95 Cradle-to-Cradle-zertifizierte Aluminium-Systeme und hat mit der Gründung von RE:CORE Metals GmbH das Recycling von Baumaterialien weiter ausgebaut.
Um die Recyclingquote im Bereich der eigenen Materialien zu steigern, konzentriert sich Schüco darauf, Sammelquoten zu erhöhen und Wertstoffkreisläufe zu schließen. In Deutschland ist Schüco 2022 als Mitgründer des Joint Ventures RE:CORE in das Kunststoff-Recycling eingestiegen.
Herausforderungen für 2026
Für das Jubiläumsjahr 2026 – Schüco feierte am 18. Januar sein 75-jähriges Bestehen – plant das Unternehmen weitere Investitionen in KI-gestützte Lösungen. Komplexe Kundenanfragen sollen in effiziente digitale Serviceabläufe verwandelt werden. Die ersten Monate 2026 zeigten jedoch erneut die Auswirkungen extremer Wetterereignisse, was die Bedeutung klimaresilienter Gebäudehüllen unterstreicht. Zudem belasten geopolitische Spannungen rund um die Straße von Hormus die Energie- und Rohstoffmärkte, was zu steigenden Material- und Transportkosten führt.
Die Schüco Gruppe beschäftigte 2025 weltweit 6750 Mitarbeitende, davon 3.800 in Deutschland.