Die Groß-Brüder Martin und Johannes erweiterten ihre Produktion im vergangenen Jahr um weitere 2.000 m², einschließlich vollautomatischer Bearbeitungszentren für PVC-Fenster, Aludeckschalen für Holz-Alu-Elemente und Aluminium-Haustüren. „Im Zuge dessen haben wir sämtliche nachgelagerten Bearbeitungsprozesse ebenfalls automatisiert“, erklärt Johannes Groß.
Als Raphael Maas, Technischer Außendienst bei Regel-air, den neuartigen Lüfter FFL-smart im vergangenen Sommer vorstellte, war Martin Groß sofort überzeugt: „Für uns sofort interessant war die Möglichkeit, durch die Fräsung im Bearbeitungszentrum den Lüfter in unsere schlanken Prozesse zu integrieren.“
Möglich gemacht hat das der Impuls zwischen dem Lüftungshersteller Regel-air Becks und dem Softwarehaus Klaes. Achim Binder, Vertriebsleiter bei Klaes erinnert sich: „Von Thomas und Raphael habe ich beim Suppliers Team die Info über den neuen Lüfter erhalten. Sie wollten wissen, ob man – ähnlich wie bei einem Beschlag – den FFL-smart als Paket mit den Daten im Klaes verwalten könnte.“ Die Umsetzung sei sehr schnell gegangen.
Jetzt läuft von der Auftragserfassung über die maschinelle Bearbeitung bis zur Endmontage alles über die Klaes-Fensterbausoftware – und die Fräsung im Bearbeitungszentrum dauert nur neun Sekunden.
Software verhindert kostspielige Fertigungsfehler
Entscheidend für den Erfolg war die präzise Erfassung der technischen und konstruktiven Regeln in der Klaes-Software. „Werden die Daten für eine Maschinenansteuerung erfasst, sehe ich beispielsweise, es handelt sich um ein bestimmtes Format des Elements mit Breite und Höhe und meinetwegen einem Drehkippbeschlag rechts. Für den Fräsprozess muss klar sein, welche technischen Anforderungen gibt es, aber vor allem auch, was muss ich beachten, damit der Lüfter am Ende z. B. nicht mit der Breite kollidiert“, erklärt Binder.
Die Betriebssoftware warnt, wenn die Eingabe nicht zum Fensterelement passt. „Würde falsch gefräst, käme das erst ganz am Ende beim Verglasen ans Licht. Und das ist viel zu spät“, so der Klaes-Vertriebsleiter.
Kompletter Prozess: Von der Bestellung bis zur Montage
Der Prozess beginnt mit der Auftragserfassung durch Gebietsverkaufsleiter Josef Peschl, der das Unternehmen Groß im Regierungsbezirk Oberbayern vertritt und auch voll überzeugt ist von den Fensterfalzlüftern von Regel-air: „Habe ich schließlich bei mir zu Hause selbst verbaut.“ Sein Kollege in der Arbeitsvorbereitung, Fabian Graf, stellt die entsprechenden Daten für das Bearbeitungszentrum bereit.
Nach der neun Sekunden dauernden Fräsung erfolgt die Montage in der Endmontage bei der sogenannten „Hochzeit“, wo Rahmen und Flügel zusammengefügt werden. Produktionsleiter Michael Draxler stellt zunächst die Zuluft her, indem er die bereits im Bearbeitungszentrum markierte Blendrahmendichtung und die eventuell vorhandene Mitteldichtung mit dem Cuttermesser einschneidet und entnimmt. Anschließend setzt er den FFL-smart in die vorbereitete Fräsung ein und zieht zwei Schrauben mit dem Akkuschrauber fest. „Das geht natürlich um einiges besser von der Hand durch die entsprechende Bearbeitung im BAZ“, bestätigt der Praktiker.
Überlegene Produkteigenschaften als Basis
Der FFL-smart transportiert je nach Bauart – Anschlag- oder Mitteldichtung – bei 8 Pascal bis zu 16 Kubik Luftvolumen. Das sind 30 % mehr als die 11-12 m³, die bisher mit Fensterfalzlüftern möglich waren. Beim Schallschutz erreicht das System über 45 dB und Schallschutzklasse 5 für Anschlag- und Mitteldichtung.
Der beschlag- und profilunabhängige Lüfter kann taktneutral an der Stelle in der Prozesskette eingesetzt werden, die am besten zur jeweiligen Fertigungsstruktur des Fensterbaubetriebs passt. „Wir arbeiten seit Jahren mit Regel-air zusammen – das hat sich hervorragend eingespielt“, bestätigt Martin Groß.
Foto: Book Your Video
Foto: Book Your Video
Foto: Book Your Video
Foto: Book Your Video
Foto: Book Your Video
Der FFL-smart passt Luftmenge an Windverhältnisse an
Der Fensterfalzlüfter FFL-smart von Regel-air steuert den Luftdurchgang automatisch je nach Winddruck: Bis zu 16 m³/h bei niedrigem Druck, während bei starkem Wind eine Klappe den Luftstrom drosselt. Das System wird beschlagunabhängig durch maschinelles Fräsen im Flügelüberschlag montiert, wodurch eine definierte Öffnung von 5 mm für Luftzufuhr und -abfuhr entsteht.
Die Dichtebene bleibt dank vormontierter Dichtung erhalten, wodurch der Lüfter nahezu unsichtbar wird. Geprüfte Werte bis 45 dB Schallschutz sowie Tests zu Schlagregen und Luftvolumen bestätigen die Qualität. Der FFL-smart bietet Schimmelschutz bei normalen Witterungsbedingungen und reagiert bei extremen Verhältnissen regelnd.
Foto: Regel-air