Unilux hat ein neues Beschichtungsverfahren für Holzfenster eingeführt, das die bisherigen Produktionsabläufe grundlegend verändert.
Neue Führung, erhebliche Investitionen und ambitionierte Wachstumspläne: Die Unilux-Gruppe hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. CEO Robert Brandon, CFO/COO Markus Kordel, Technischer Geschäftsführer Carsten Thönnes und Marketingleiter Felix Schausbreitner geben Einblicke in die Transformation des Unternehmens und seine Zukunftsstrategie. Dabei wird deutlich: Der Premium-Hersteller aus Rheinland-Pfalz hat große Pläne – und investiert weiter in die Zukunft.
GW – Herr Brandon, Sie sind seit September der neue CEO der Unilux-Gruppe. Wie kam es zu diesem Wechsel für Sie?
Robert Brandon – Ich habe einen Anruf von Aurelius (d. Red.: Unilux ist ein Portfoliounternehmen von Aurelius, einem global tätigen Investor) bekommen, da sie einen CEO mit Erfahrung in der Premium-Bauzulieferindustrie und im dreistufigen Vertrieb suchten. Zuvor war ich CEO eines Anbieters von Dunstabzugssystemen. Wenn Sie mich jetzt fragen, warum ich ja gesagt habe: Bei Unilux hat mich das Konzept gereizt: Aurelius will mit der Unilux-Gruppe strategisch viel erreichen. Meine Aufgabe ist es, zusammen mit dem Team die Gruppe umsatztechnisch in andere Regionen zu bringen. Sehr positiv ist, dass wir bereits profitabel wirtschaften. Vor ein paar Jahren war das noch anders.
GW – Herr Kordel, Sie sind seit knapp einem Jahr in der Position des CFO bei Unilux. War auch für Sie das Terrain Neuland?
Markus Kordel – Bei mir war es ähnlich wie bei Robert Brandon. Ich komme aus der Caravan-Branche und war CFO für Zentraleuropa sowie später Standort-GF bei Dometic. Ende letzten Jahres kam der Anruf von Aurelius. Was mich gereizt hat: Ebenfalls die Strategie der Unilux, die spezielle Aufgabe und das Team. Darüber hinaus haben mich die Ambition mit der Unilux-Gruppe die Marktführerschaft im DACH-Raum anzustreben, kurze Entscheidungswege, Pragmatismus an den richtigen Stellen, sowie ein Unternehmen, das stark durch die herausfordernde Marktlage manövriert, überzeugt.
GW – In den vergangenen Jahren wurde massiv investiert. Früher hieß es, bei Unilux herrsche Investitionsstau …
Carsten Thönnes – Das war sicherlich so. Aber dieser Stau ist mittlerweile aufgelöst. Wir haben 2021 eine komplett neue Lackieranlage integriert, 2017 mit der Planung des Projekts begonnen. Wir haben halb Europa bereist und sind schließlich bei Cefla gelandet, weil sie zu diesem Zeitpunkt als einzige alles aus einer Hand angeboten und die geforderte Stückzahl erreicht haben. Parallel dazu haben wir gezielt in weitere zentrale Bereiche investiert – unter anderem in einen neuen Glaspuffer, ein modernes Holzbearbeitungszentrum, umfassende Brandschutzanlagen sowie in die Digitalisierung unserer Arbeitsplätze.
Kordel – Mittlerweile läuft die Anlage sehr gut. Wir hatten die komfortable Situation, dass wir eine funktionierende alte Lackieranlage hatten und die neue separat aufbauen konnten.
Thönnes – Um die neue Lackieranlage herum haben wir jetzt eine neue Fertigung aufgebaut. Es gibt eine neue Conturex-Anlage von Weinig mit vorgelagerter Kapp-Hobel-Linie und neue Glassortieranlagen in den Endmontagen. Auch die Endmontage wurde komplett umgezogen. Das Projekt können wir Ende 2026 abschließen. Damit wurde der Produktionsfluss optimiert und optimal für die Zukunft aufgestellt.
GW – Mit dem Fensterhersteller HBI aus Rotenburg hat sich Unilux breiter aufgestellt. Was war der Hintergrund dieser Akquisition?
Kordel – Wir haben die HBI Mitte 2023 in die Gruppe integriert. Sowohl Unilux als auch HBI besitzen ausgeprägte Gemeinsamkeiten hinsichtlich Kundenorientierung und Unternehmenskultur. Die Integration von HBI ist zugleich ein wichtiger Baustein unserer übergeordneten strategischen Ambition, die Unilux-Gruppe zum Marktführer im DACH-Raum zu entwickeln. Dazu gehören auch gezielte Übernahmen. Mit HBI decken wir den deutschen Markt heute sehr gut ab – mit zwei starken Marken und zwei Produktionsstandorten. Gemeinsam möchten wir neue Akzente in Bezug auf Qualität, Produktportfolio sowie Serviceversprechen setzen.
Brandon – HBI ist stark im Norden, Unilux in der Mitte und im Süden. Beide Marken sind überall vertreten, haben aber einen regionalen Schwerpunkt. Typisch für HBI ist auch die starke Position in den Niederlanden. Über diese Verbindung in mein Heimatland freue ich mich natürlich besonders.
Wir wollen Marktführer im Premium-Segment des DACH-Raums werden. Auf diesem Weg sind wir bereits weit gekommen und wachsen dabei profitabel.
GW – Welche Synergien gibt es zwischen den Marken?
Kordel –Wir agieren mit beiden Marken weiter im Markt und halten beide Produktionsstandorte aufrecht. Die Vertriebsmannschaften verkaufen auch Produkte von der anderen Marke, sofern es für den Kunden passt. Es gibt Varianten, die hier nicht produziert werden, aber in Hemsbünde und umgekehrt. Zudem haben wir die Finanzorganisation und die Personalabteilung zentralisiert und ein zentrales Back-Office geschaffen. Somit haben wir zwei Produktionsstandorte und zwei Marken.
GW – Unilux ist mit einem Exportanteil von 44 % international aufgestellt. Woher kommt das?
Thönnes – Das hat eine lange Tradition in der Unilux-Gruppe. Um 2000/2001 haben wir beispielsweise mit der Marke Unilux angefangen, in den Export zu gehen, überwiegend in die USA. Dort haben wir Fuß gefasst und sind seitdem sehr stark vertreten. Wir sind unter anderem auch in der Schweiz, den Niederlanden, Spanien, Italien, Großbritannien, Japan und Australien vertreten.
Brandon – Trotz der Zoll-Thematik sehen wir in den USA noch riesiges Potenzial. Wenn man im Premiumsegment unterwegs ist, hat man Kunden, die viel Wert auf hohe Qualität legen und diese auch honorieren. Das ist etwas anderes, als wenn man im preissensitiven Bereich unterwegs ist. German Craftsmanship, Made in Germany, gutes Design – das funktioniert überall.
GW – Wie findet sich Unilux aktuell mit der generellen Marktsituation zurecht?
Kordel – Aufgrund der Schwäche im Neubau haben wir uns frühzeitig aktiv mehr auf die Sanierung konzentriert und davon profitieren wir nun. Wir wachsen im aktuell immer noch herausfordernden Umfeld.
Brandon – Man sieht ja, dass nicht nur wir, sondern auch Lkws anderer Firmen Richtung Trier, Richtung Luxemburg fahren. Der Markt hier ist hart umkämpft, aber im Premium-Segment sehen wir uns bestätigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.
GW – Vor drei Jahren hat Ihr Vorgänger im GW-Gespräch eine Umsatzzielmarke von 100 Mio. Euro angepeilt. Wo steht die Unilux-Gruppe aktuell?
Kordel – Der aktuelle Stand liegt noch unter diesem Niveau. Zwar hat die Akquisition von HBI zu einem spürbaren Wachstum geführt, gleichzeitig war die Marktentwicklung der vergangenen zwei Jahre prägend. Das Unternehmen setzt derzeit auf organisches Wachstum; das Überschreiten der Umsatzmarke von 100 Millionen Euro wird jedoch voraussichtlich erst durch einen weiteren strategischen Zukauf möglich sein.
Brandon – Wir wollen Marktführer im Premium-Segment des DACH-Raums werden. Wichtig ist, dass wir ein zukunftssicheres Unternehmen aufbauen. Wir kaufen jetzt nicht einfach mal so ein Unternehmen, nur um die Marktführerschaft zu erreichen. Es muss passen: das Produkt, die Marke und die geografische Lage. Wir führen Gespräche, aber es ist nicht so, dass wir morgen einen Vertrag unterzeichnen.
GW – Denken Sie bei einer anstehenden Akquisition auch an mögliche Portfolioerweiterungen?
Kordel – Sowohl als auch. Das kann ein Unternehmen mit Produkten sein, die wir heute nicht im Programm haben. Es kann aber auch ein Unternehmen sein, das wie wir als Vollsortimenter in der Branche tätig ist und geografisch den Schwerpunkt in einem Markt hat, in dem wir nicht so stark sind.
GW – Apropos Portfolio – gibt es hierzu Neues zu vermelden?
Felix Schausbreitner – Wir sind im Jubiläumsjahr – 70 Jahre Unilux (Anm. d. Red.: Das Interview wurde Ende 2025 geführt) – und haben auch deshalb ein besonderes Highlight, ein völlig neues Türkonzept präsentiert, welches seit September offiziell bestellbar ist. Es handelt sich um ein Baukastensystem für Holz und Holz-Alu-Türen mit besonderem Farbkonzept, natürliche Oberflächen und sogar einem selbst entwickelten Design-Griff.
Thönnes – Wir sind intensiv in den Denkmalbereich eingestiegen mit einem sehr umfangreichen Profilsystem. Wir können nahezu jedes Bedürfnis erfüllen, auch Losgröße 1, und sogar Kastenfenster produzieren. Ein so breites Portfolio ist bei anderen größeren Fensterproduzenten in Deutschland nicht etabliert. Ein Beispiel: Aktuell haben wir ein tolles Projekt in Berlin laufen, in dem wir hunderte neue Kastenfenster platzieren können.
Schausbreitner – Wir haben auch eine eigene Nullschwellenlösung mit Absenkdichtung für Haus- und Balkontüren entwickelt, für die aktuell ein Patentverfahren läuft. Die Kollegen aus der Entwicklungsabteilung haben die Schwächen etablierter Nullschwellen-Angebote wie der Magnetdichtung, die von unten nach oben schließt, analysiert und eine eigene deutlich robustere und wartungsärmere Lösung entwickelt, die dazu auch noch 100 % schwellenfrei ist. Unsere eigene Lösung ist jetzt deutlich robuster und wartungsärmer. Hiermit erfüllen wir die Anforderungen an altersgerechtes Wohnen im Sanierungsbereich optimal und ergänzen unser Portfolio um ein attraktives Produkt auch für den Neubau.
GW – Unilux arbeitet mit rund 500 Fachbetrieben, HBI mit 350. Gibt es Pläne, die Händlerbeziehungen zu intensivieren?
Brandon – Wir stellen die Zusammenarbeit mit den Fachpartnern ins Zentrum unseres Handelns. Es geht darum Partner auf Augenhöhe zu sein und die lokalen Partner mit gutem Service und Dienstleistungen um das Produktportfolio in ihrem lokalen Wettbewerb zu stärken, sodass die Partnerschaft mit der Unilux-Gruppe für beide Seiten Mehrwerte bietet. Dabei sind wir sind zahlen-, daten- und faktengetrieben und betrachten alle Service-Level. Wir wollen ’easy to do business with’ sein. Wir beschäftigen uns mit Lead-Management, KI-Initiativen und -Lösungen.
Schausbreitner – Bei Fassadenprojekten begleiten wir den kompletten Prozess von der Architekten- bzw. Fachpartnerberatung bis zur Montage. Wir gehen sogar auf 100-prozentige Vormontage, sofern es die Konstruktion zulässt. Die Pfosten-Riegel-Elemente sind dann bereits vorbereitet und werden als übergroße Elemente verladen.
Brandon – Ich möchte auf jeden Fall auch wieder Fachpartnertage durchführen. Ein Forum für Kunden aus unterschiedlichen Regionen, mit denen man gemeinsam Dinge entwickelt und Ideen austauscht. So stellen wir sicher, dass wir nicht am Markt vorbei Probleme lösen.
GW – Wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit?
Schausbreitner – Wir nehmen das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst und haben deswegen eine Reihe Initiativen umgesetzt. So achten wir auf nachhaltige Holzbeschaffung, verwenden umweltfreundliche Farben, halten Zertifizierungen bereit und vieles mehr.
Kordel – Wir haben jetzt auch in eine PV-Anlage auf dem Dach investiert, sind nach ISO 14001 und 9001 zertifiziert, haben neue, energieeffiziente Absauganlagen, stellen auf LED um und verzichten auf Kartonage. Aurelius hat ein eigenes Nachhaltigkeits-Department.
GW – Wie gestaltet sich generell der Austausch mit Aurelius?
Kordel – Aurelius unterstützt uns in einer beratenden Funktion. Strategische Themen und größere Investitionsentscheidungen werden regelmäßig im Rahmen von Board-Meetings mit abgestimmt, während das operative Tagesgeschäft in der Verantwortung unseres Managements vor Ort liegt. Im Vergleich zu anderen Private-Equity-Investoren zeichnet sich Aurelius damit durch eine besondere Mischung aus: ein hoher Grad Eigenständigkeit für uns, der von Beratungsexpertise durch operative Spezialisten ergänzt wird.
Brandon – Die Zielsetzungen von Aurelius und unseren sind deckungsgleich. Es geht darum, ein gut laufendes, zukunftssicheres Unternehmen aufzubauen.
Thönnes – Die Übernahme von Unilux durch Aurelius kann aus unserer Sicht nur als Glücksfall bezeichnet werden. Wir haben in den Jahren vor Aurelius einige Erfahrungen mit Private-Equity-Gesellschaften gemacht. Es gab keine Konstellation, die für uns besser war als die aktuelle. In den letzten vier Jahren kam keine externe Beratung ins Haus, wie das bei andern Investoren häufiger vorkommt. Das machen wir alles intern mit Unterstützung der Aurelius-Spezialisten.
GW – Welche Schritte haben Sie jetzt im Fokus?
Brandon – Kernziel ist die Marktführerschaft im Premiumsektor innerhalb des DACH-Raums. Das erreichen wir durch strategische Zukäufe und vor allen Dingen über weiteres organisches Wachstum sowie Qualitätsthemen. So wollen wir den Export ausbauen und neue Märkte erschließen. In Spanien, Italien und weiteren Ländern haben wir noch viel Potenzial. Darüber hinaus verbessern wir stetig unsere Services und Produkte.
Schausbreitner – Wir haben noch einige Produktinnovationen in der Pipeline, die wir u. a. 2026 vorstellen werden. Mehr verraten wir aber noch nicht.
GW – Meine Herren, herzlichen Dank für die Auskünfte! Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Jahr!
Das Gespräch führte GW-Chefredakteur Daniel Mund Ende 2025 in Salmtal.
Foto: Daniel Mund / GW
Die Gesprächspartner für das Interview (v.l.): Felix Schausbreitner, Markus Kordel, Robert Brandon und Carsten Tönnes.
Foto: Unilux
Unilux Plano erfüllt die strengen Kriterien der DIN EN 18040 für Barrierefreiheit.
Foto: Daniel Mund / GW
Blick in die eigene Ausstellung in Salmtal.
Foto: Unilux
Die Haustüren-Kollektion UniqueLine: Sie verbindet klare, moderne Formensprache mit hochwertiger technischer Ausstattung.
Foto: Daniel Mund / GW
Herzstück der Innovation sind vier Spritzroboter, die die klassische Flutanlage ersetzen.
So tickt die Unilux-Gruppe
Die Unilux-Gruppe blickt auf eine wechselvolle Unternehmensgeschichte zurück. Vor über 70 Jahren gegründet, wurde Unilux 2014 von der Weru AG übernommen. Im Zuge der späteren Übernahme der Weru-Gruppe durch Dovista erfolgte der Verkauf von Unilux an den global tätigen Investor Aurelius, der Unilux mithilfe eigener operativer Spezialisten in der Transformation berät.
Unter dem Dach der Unilux Gruppe wurde die strategische Weiterentwicklung konsequent vorangetrieben und das Angebot im Premiumsegment für Fenster-, Tür- und Fassadenlösungen gezielt ausgebaut. Heute ist die Unilux-Gruppe international aktiv – in Europa, den USA, Asien und Australien – und beschäftigt insgesamt rund 400 Mitarbeitende. Am Standort Salmtal werden Holz- und Holz-Aluminium-Elemente sowie Kunststofffenster (System Kömmerling) gefertigt, mit einer Produktionsleistung von rund 500 Elementen täglich.
Ein wesentlicher Meilenstein der Gruppenentwicklung war 2023 die Integration der HBI Holz-Bau-Industrie in Hemsbünde. HBI, gegründet 1962, ergänzt die Gruppe insbesondere im norddeutschen Markt. Mit ihrem hochwertigen Portfolio in Kunststoff (System Rehau) und Holz/Holz-Aluminium stärkt HBI die Material-, Marken- und Standortvielfalt der Unilux-Gruppe.
Gemeinsam ist die Gruppe mit zwei starken Marken im DACH-Raum und in internationalen Märkten, zwei Produktionsstandorten und einem klar gemeinsamen Qualitäts- und Serviceverständnis unterwegs. Aurelius berät die Unilux-Gruppe auf ihrem Wachstumskurs mithilfe der operativen Expertise von Aurelius WaterRise.
Die Gesprächspartner
Robert Brandon ist seit dem 01.09.2025 CEO der Unilux-Gruppe. Der gebürtige Niederländer ist Wirtschaftswissenschaftler und war nach Stationen bei der Vodafone Group und Reemtsma viele Jahre in leitenden Funktionen bei der Vaillant-Gruppe tätig. Zuletzt führte er als CEO die berbel Ablufttechnik GmbH.
Markus Kordel verantwortet seit Anfang 2025 bei Unilux als CFO/COO die kaufmännische und operative Geschäftsführung. Parallel dazu ist er, wie Brandon, GF der Unilux-Tochter HBI. Zuvor war er von 2021 bis 2024 als COO bei CiS electronic tätig und hatte zuvor langjährige Finanz- und Operations-Rollen bei Dometic inne. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Finanzen, Operations, Transformation und Integration.
Carsten Thönnes ist seit 2020 Technischer Geschäftsführer. Zuvor war er mit Prokura ausgestattet und trägt seitdem langjährige Verantwortung für die Bereiche Produktion und Technik bei Unilux.
Felix Schausbreitner leitet das Unilux-Marketing. Er stieß nach der Trennung von Weru zum Unternehmen und vereint seitdem mehrere Schlüsselbereiche in seiner Funktion: Neben der Marken- und Marktkommunikation verantwortet er auch das Produktmanagement sowie die Konstruktion und F&E.
Spritzroboter statt Flutanlage
Unilux hat ein neues Beschichtungsverfahren für Holzfenster eingeführt, das die bisherigen Produktionsabläufe grundlegend verändert. Das Unternehmen aus Salmtal lackiert täglich 500 bis 700 Fensterteile mit einer Reklamationsquote nahe Null – und das bei deutlich reduziertem Material- und Zeitaufwand.
Herzstück der Innovation sind vier Spritzroboter, die die klassische Flutanlage ersetzen. Besonderheit: Die Roboter lackieren bereits während der Bewegung des Fensterelements. „Oft ist das Fenster schon vollständig lackiert, bevor es in der Spritzkabine zum Stillstand kommt“, erklärt Geschäftsführer Carsten Thönnes.
Anstelle des bisherigen Dreischichtaufbaus mit farbtonabgestimmter Grundierung im Flutverfahren setzt Unilux auf eine farblose Imprägnierung (Aquawood Primo TIM von Adler), unabhängig vom späteren Farbton und einer mittels Lackierroboter gespritzen Grundierung und Zwischenlack. Der Zwischenschliff entfällt somit.
Die Effizienzsteigerung ist beeindruckend: Farbwechsel, die früher 15 Minuten dauerten, sind dank der Roboter in zwei Minuten abgeschlossen, wobei der Lackverlust pro Wechsel maximal einen Liter beträgt. Auch ökologische Vorteile wurden erzielt: Die Abwassermenge wurde halbiert, und der Trocknungsprozess ist energieeffizienter.
Die zwölf Lasurfarbtöne von Unilux stellten besondere Herausforderungen dar, wie eine gleichmäßige Porenbenetzung und wolkenfreie Farbgebung. Gemeinsam mit Lacklieferant Adler optimierte das Unilux-Oberflächenteam die Zwischen- und Deckbeschichtung sowie die Anlageeinstellungen. Die Umstellung des gesamten Beschichtungsverfahrens dauerte nur ein halbes Jahr. „Es war eine Herausforderung, aber dank der großartigen technischen Unterstützung und den Qualitätsprodukten von Adler haben wir es erfolgreich gemeistert“, resümiert Thönnes.
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