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Insolvenzverfahren über Müller Holzbearbeitung eröffnet

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Georg F. Kreplin aus Essen bestellt. Das Familienunternehmen mit Sitz in der Schacht-neu-Cöln 52 in Essen hatte erst im September 2025 sein 100-jähriges Bestehen gefeiert und dabei ein neues Produktionswerk in Bottrop präsentiert.

Vom Jubiläum zur Krise in sechs Monaten

Die Entwicklung ist besonders dramatisch, da das Unternehmen erst am 11. September 2025 sein 100-jähriges Bestehen gefeiert hatte. Damals lud die Firma 500 Branchengäste zur Jubiläumsfeier ein und präsentierte das neue Produktionswerk in Bottrop, das aus dem ehemaligen Agathon-Werk für Schokoladenformen entstanden war.

Bei der Jubiläumsfeier warb das Unternehmen noch mit beeindruckenden Kapazitäten: Das Fensterwerk in Essen fertigt bis zu 250 Fenster pro Tag, während die neue Fassadenproduktion in Bottrop bis zu 200 m² Pfosten-Riegel-Fassade täglich schaffen wird. Die drei miteinander verbundenen Hallen mit rund 7.000 m² Fläche waren mit robotergestützten Anlagen ausgestattet und könne Pfostenhöhen von bis zu acht Metern am Stück verarbeiten.

Vier Generationen Familientradition

Das 1925 von Heinrich Müller sen. als kleine Schreinerei gegründete Unternehmen hatte sich über vier Generationen zu einem europaweit agierenden Fassadenspezialisten entwickelt. Geschäftsführer waren zuletzt Matthias Müller aus der vierten Generation sowie Heinrich Müller aus der dritten Generation sowie Stefan Ehgartner.

Das Unternehmen bietet Service aus einer Hand von Beratung und Planung über Aufmaß und Sonderlösungen bis hin zu Logistik, Montage und Wartung.

Neben dem Stammsitz in Essen und dem neuen Werk in Bottrop unterhält Müller ein Ingenieurbüro im südbadischen Schliengen. Zur Jubiläumsfeier hatte sich das Unternehmen auch als Marke neu aufgestellt und war von „Müller Holzbearbeitung" zu „Müller Fenster + Fassaden" geworden – ein Schritt, der den Wandel vom traditionellen Handwerksbetrieb zum technologieorientierten Fassadenspezialisten unterstreichen sollte.

Wie es heißt, sehe man durch die Insolvenzanmeldung Chancen eines unternehmerischen Neustarts. Es gehe darum, Möglichkeiten zu nutzen und Veränderungen zuzulassen, die langfristig dem Unternehmen, Kunden, Partnern und vor allem Mitarbeitern zugutekommen.