Die 7. Netzwerk Fenstertage am 2. und 3. September 2026 brachten Unternehmer, Nachfolger und Entscheider zusammen. Der Vorbericht benannte die Baustellen der Fensterbaubranche: schwankende Auftragslagen, Fachkräftemangel und ungelöste Nachfolgefragen. Ein Grillabend am Vorabend zum Auftakt der Fenstertage bot Gelegenheit für Gespräche. Auch Unternehmen außerhalb des Netzwerks waren eingeladen, das Angebot kennenzulernen und eine Partnerschaft zu prüfen.
Den inhaltlichen Rahmen bildeten drei Unternehmerpersönlichkeiten. Oliver Oettgen widmete sich „Erfolg ohne Kompromisse“, Sven Schöpker dem „Unternehmertum in herausfordernden Zeiten“. Für den Nachmittag stand Benedikt Böhm mit „Mehr Speed, weniger Risiko“ auf dem Programm. Der Unternehmer und Extrembergsteiger sollte Perspektiven auf Entscheidungen und Führung in Grenzsituationen eröffnen. Als Abschluss gab es wie immer die Fragerunde „Drei bei Frey“.
Einen Akzent setzte Solarlux-Hausherr Stefan Holtgreife. Er warb zum Auftakt dafür, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und Dinge anzupacken. Statt bei schwierigen Rahmenbedingungen und politischen Entscheidungen stehenzubleiben, rückte er die eigene Haltung in den Vordergrund. Das war ein nachvollziehbarer Appell in Hinblick auf die aktuelle Situation der Branche. Er muss sich allerdings daran messen lassen, welche Handlungsmöglichkeiten Betriebe unter ihren Bedingungen haben.
Welchen Mehrwert brauchten die Betriebe?
Die geringere Beteiligung gibt Anlass, auch das Veranstaltungskonzept zu hinterfragen. Rund 100 Teilnehmer waren für sich genommen kein Beleg für sinkende Mitgliederzahlen. Die Zahlen zur Entwicklung der Partnerschaften entwickeln sich lt. Oliver Frey positiv. Dennoch war der Rückgang ein Warnsignal: Erreichte die Mischung aus prominenten Rednern, Motivation und persönlichem Austausch noch genügend Unternehmen?
Sehr positiv zu bewerten sind die Aktivitäten „Die neuen Macher“ von Niklas Frey. Der Anspruch des Vorberichts von Oliver und Niklas Frey war konkret, es gab individuelle Lösungsansätze statt Theorie. Genau daran musste sich das Format messen lassen. Wie ließen sich Impulse zu Führung und Entscheidungsfreude in den Betriebsalltag übersetzen? Welche Antworten nahmen Fensterbauer für Personalgewinnung, Nachfolge oder eine schwankende Auslastung mit? Als mögliche Ansätze böten sich moderierte Arbeitsrunden, nachvollziehbare Praxisfälle und ein Austausch über die Umsetzung nach der Veranstaltung an.
Für die Veranstalter bleibt deshalb die Aufgabe, Teilnehmer und ferngebliebene Partner nach ihren Erwartungen zu fragen. Ob Zeit, Kosten, Themenwahl oder andere Gründe den Ausschlag gaben, bleibt offen. Wer Bindung stärken und neue Partner gewinnen will, könnte diesen Gründen nachgehen. Unternehmerischer Mut ist damit auch bei der Weiterentwicklung des eigenen Formats gefragt. Wenn es gelingt, wäre es gut für die Branche.
Foto: Olaf Vögele