Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
Im Gespräch mit Laurin Weidner von Glastechnik Holger Kramp

„Nicht die einzelne Maschine entscheidet, sondern das Gesamtsystem“

Laurin Weidner, Vertriebsleiter DACH der Glastechnik Holger Kramp GmbH.

Holger Kramp GmbH / Michael Lipple

Laurin Weidner, Vertriebsleiter DACH der Glastechnik Holger Kramp GmbH.

GW – Herr Weidner, Sie sind täglich bei Glasverarbeitern vor Ort. Wie haben sich die Investitionsentscheidungen in den letzten Jahren verändert?
Laurin Weidner
 – Deutlich. Investitionsentscheidungen werden heute wesentlich umfassender getroffen als noch vor wenigen Jahren. Es geht längst nicht mehr nur um die Leistungsfähigkeit einer einzelnen Maschine. Vielmehr steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich komplette Produktionsprozesse wirtschaftlicher, nachhaltiger und zukunftssicher gestalten lassen. Aus den vielen Gesprächen mit Produktionsleitern, Geschäftsführern und Maschinenbedienern lassen sich derzeit fünf klare Branchentrends erkennen.

GW – Beginnen wir mit dem ersten Trend. Was ist aktuell das wichtigste Kriterium bei einer Investition?
Weidner – 
Vertrauen. Maschinen werden immer leistungsfähiger, doch die Entscheidung fällt heute häufig aufgrund eines ganz anderen Kriteriums. Persönlicher Service, kurze Wege, Ersatzteilversorgung und technischer Support werden immer häufiger zu entscheidenden Argumenten bei Investitionen. Und ganz wichtig, Kunden wünschen sich feste Ansprechpartner, von der ersten Beratung über die Inbetriebnahme bis Jahre nach dem Kauf. Besonders dann, wenn im Produktionsalltag einmal nicht alles nach Plan läuft, zeigt sich der Wert eines zuverlässigen Partners. Der klassische Maschinenlieferant entwickelt sich so zum langfristigen Lösungsanbieter.

GW – Der zweite Trend betrifft die Bündelung von Bearbeitungsschritten. Warum ist das gerade jetzt so wichtig?
Weidner – 
Der Fachkräftemangel und die steigenden Produktionskosten führen dazu, dass Glasverarbeiter ihre Fertigungsprozesse immer stärker bündeln möchten. Statt mehrere Maschinen nacheinander einzusetzen, werden oft Bearbeitungszentren gewünscht, die möglichst viele Arbeitsschritte in einem einzigen Spannvorgang erledigen. Mit z.B. der Denver Advance stehen hierfür Bearbeitungszentren zur Verfügung, die Schleifen, Säumen, Bohren, Senken und Fräsen in einer Maschine vereinen. Bis hin zur Bearbeitung von Modellschieben wie z.B. Kreise. Damit reduzieren sich Rüstzeiten, Materialhandling und Fehlerquellen deutlich. Auch komplette Produktionslinien gewinnen an Bedeutung – horizontal arbeitende Linien von JRS Glass verbinden Schleifen, Bohren, Fräsen, Senken, Waschen und Sortieren zu einem durchgängigen Produktionsprozess, selbst bei Losgröße 1 oder Freiformen.

Denver

GW – Ist Automatisierung auch für kleinere Betriebe ein Thema?
Weidner 
– Ja, absolut. Steigende Personalkosten und der Fachkräftemangel sorgen dafür, dass Robotik zunehmend auch für mittelständische Glasverarbeiter interessant wird. Besonders flexible Roboterlösungen ermöglichen heute unterschiedliche Automatisierungsgrade – vom Be- und Entladen einzelner Maschinen bis hin zu vollständig automatisierten Fertigungszellen. Hierbei setzt beispielsweise Bovone auf modulare Konzepte mit Robotern auf der siebten Achse oder Doppelroboterlösungen, die mehrere Bearbeitungszentren miteinander verbinden können. Dadurch lassen sich Produktionskapazitäten steigern, Personal entlasten und Prozesse reproduzierbar gestalten.

GW – Ein Trend, der im Kontext der Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, ist der Umgang mit Wasser. Wie sehen Sie das?
Weidner
 – Wasser ist eine wertvolle Ressource und übernimmt beim Schleifen, Bohren oder Fräsen zentrale Aufgaben: Es kühlt Werkzeuge, transportiert Glaspartikel ab und schützt Maschinen vor Verschleiß. Moderne Wasseraufbereitungssysteme ermöglichen geschlossene oder fast geschlossene Kreisläufe, was Frischwasserverbrauch und Abwassermengen deutlich reduziert. Besonders interessant ist die Weiterentwicklung moderner Filtrationssysteme. Die Filtraglass-Technologie arbeitet ohne klassische Flockungsmittel und stellt optional eine Wasserqualität bereit, die selbst für die Innenkühlung von CNC-Spindeln eingesetzt werden kann. Davon profitieren Umwelt, Betriebskosten sowie Werkzeugstandzeiten und Prozesssicherheit.

GW – Wie wichtig ist der Energieverbrauch inzwischen als Wettbewerbsfaktor?

Filtra Glass / Fotograf: Toti Ferrer www.totiferrer.com

Weidner – Sehr wichtig. Steigende Energiekosten rücken zunehmend die gesamte Prozesskette in den Fokus. Besonders im Bereich der Glasvorspannung entwickeln Hersteller kontinuierlich neue Technologien zur Senkung des Energieverbrauchs. NorthGlass setzt hierbei auf energieeffiziente Ofentechnologien und intelligente Prozesssteuerungen, die den Energieeinsatz reduzieren und gleichzeitig eine hohe Produktqualität sicherstellen. Nachhaltigkeit wird damit nicht nur zur ökologischen Verantwortung, sondern auch zu einem wirtschaftlichen Wettbewerbsfaktor.

GW – Wie lautet Ihr Fazit für Glasverarbeiter, die aktuell vor einer Investitionsentscheidung stehen?
Weidner – 
Die Glasbearbeitung entwickelt sich immer stärker in Richtung integrierter Gesamtlösungen. Maschinen bleiben das Herzstück jeder Produktion. Entscheidend für den langfristigen Erfolg wird jedoch zunehmend das Zusammenspiel aus Automatisierung, Wasseraufbereitung, Energieeffizienz, Service und persönlicher Betreuung. Wer heute investiert, entscheidet sich deshalb immer häufiger nicht nur für eine Maschine – sondern für einen Partner, der den gesamten Produktionsprozess versteht und langfristig begleitet. Wir von der Glastechnik Holger Kramp (www.glastechnik.com) sind ein solcher Partner.

Kramp auf der glasstec
Auf der glasstec findet man die Spezialisten der Glastechnik Holger auf den Ständen der folgenden Unternehmen:
Bovone (Halle 16 + Stand D29)

Denver (Halle 16 + Stand B11)

Filtraglass (Halle 15 + Stand E06)

JRS Glass (Halle 16 + Stand B13)

Northglass (Halle 12 + Stand A55)

Triulzi (Halle 16 + Stand B13)

.

Northglass