GW – Frau Peters, ist die neue CRL-Notverglasungsfolie für alle Isolier- und Fassadengläser geeignet?
Nathalie Peters – Die Folie klebt auf der Glasoberfläche, nicht im Glasaufbau – deshalb funktioniert sie gleichermaßen auf Float, ESG, VSG und auf Isolierverglasungen sowie auf Spiegeln. Entscheidend ist nicht der Glasaufbau, sondern die Oberfläche: Sie muss sauber, trocken und weitgehend fettfrei sein. Was die Folie nicht kann, sagen wir bewusst deutlich: Sie stellt weder die Tragfähigkeit noch die Absturzsicherung wieder her, und ein einmal beschädigtes Isolierglas bleibt in seiner Dämmwirkung verloren – der SZR ist offen. Die Folie ist ausdrücklich eine temporäre Sicherung und ersetzt keine fachgerechte Neuverglasung. Bei Absturzsicherung, bei Überkopfverglasung und bei strukturell verklebten Fassaden gehört die beschädigte Scheibe abgesperrt und ausgetauscht: Sie darf nicht überklebt werden!
CRL / Foto: Monika Gross
GW – Kann ein Monteur die Folie im Transporter liegen haben, oder braucht es eine Klimatisierung?
Peters – Sie darf mitfahren, dafür ist sie gemacht. Eine Klimatisierung braucht es nicht, aber der Klebstoff ist ein Acrylat, und Acrylate mögen weder den Hochsommer auf dem Armaturenbrett noch drei Frostnächte am Stück. Das Datenblatt nennt 15 bis 25 °C als optimale Lagerbedingung. Praktisch heißt das: die Rolle stehend im Fahrzeug, jedoch nicht lose im Fußraum und nicht hinter der Windschutzscheibe transportieren. Bei extremer Hitze oder Dauerfrost nimmt man die Rolle über Nacht aus dem Fahrzeug, so hält sie ihre volle Klebkraft, und das für 24 Monate. Im aufgeklebten Zustand verträgt die Folie bis zu 75 °C.
GW – Kann man die Folie auch auf Baustellen im staubigen Umfeld einsetzen?
Peters – Ja, mit einem Handgriff Vorbereitung. Staub ist der einzige echte Gegner eines jeden Selbstklebers: Was zwischen Folie und Glas liegt, klebt nicht. Deshalb vor dem Aufbringen die zu verklebende Fläche mit Glasreiniger und einem fusselfreien Tuch säubern und trockenwischen, das dauert keine zwei Minuten. Die Baustelle ist sogar ein typischer Einsatzfall: Wenn beim Einbau oder beim Nachfolgegewerk eine Scheibe zu Bruch geht, ist die Öffnung in Minuten dicht, staub- und wetterfest, und der Bau läuft weiter, während die neue Scheibe gefertigt wird.
GW – Bei Geschäften sieht man nach Glasbruch oft eine Holzplatte. Kann die Folie diese ersetzen?
Peters – Genau dafür ist die Folie gedacht: Eine Spanplatte vor dem Schaufenster signalisiert „hier ist geschlossen", das kann nicht im Sinne des Ladenbetreibers sein. Die Folie hingegen lässt rund 85 Prozent des Lichts durch: Die Auslage bleibt sichtbar, der Laden bleibt hell, die Kunden kommen weiter herein. Dazu kommt der schnelle und saubere Montageablauf – kein Sägen, kein Bohren, kein Lärm, keine Schrauben in der Fassade. Die ehrliche Grenze: Die Folie sichert und dichtet ab, bietet aber keinen Einbruchschutz. Wo die Scheibe komplett fehlt oder es um mechanischen Schutz über Nacht geht, bleibt die Platte die richtige Wahl, gern in Kombination: Folie tagsüber für die Optik, Platte nachts für die Sicherheit.
GW – Erfordert die Montage Spezialwerkzeuge?
Peters – Nein. Cuttermesser, Rakel, Glasreiniger und ein sauberes Tuch, mehr ist nicht nötig, und das hat jeder Monteur ohnehin dabei. Das Trennpapier trägt ein aufgedrucktes Gittermuster, an dem Sie direkt auf Maß zuschneiden, ohne vorher anzuzeichnen. Kein Schweißgerät, kein Heißluftföhn, keine Standzeit: Die Klebkraft ist nach etwa 20 Minuten voll aufgebaut.
GW – Reicht ein Monteur für die Folienmontage?
Peters – In der 500-mm-Breite ohne Weiteres: Trennpapier an einer Kante lösen, Folie ansetzen, mit dem Rakel von der Mitte nach außen ausstreichen und dabei das Papier nachziehen. Das ist eine Einmannarbeit. Bei der 1000-mm-Rolle auf einer großen Schaufensterscheibe ist ein zweites Paar Hände angenehmer, da die Bahn leicht an sich selbst klebt. Wer allein unterwegs ist, arbeitet einfach mit zwei überlappenden 500er-Bahnen statt einer breiten, das Ergebnis ist dasselbe.
Die Fragen stellte Matthias Rehberger
Die CRL-Notverglasungsfolie auf einen Blick
– Träger: Polyester, 175 µm · Klebstoff: Acrylat, Klebkraft ca. 50 N / 20 mm nach 20 Minuten
– Rollen: 500 mm und 1000 mm Breite, je 15 m – Art.-Nr. EGRF500X15 und EGR1000X15
– Lichtdurchlässigkeit ca. 85 % · Einsatz innen und außen · Einsatztemperatur bis 75 °C
– Lagerung 15 bis 25 °C als optimal · Standzeit rund 1 Jahr · ausdrücklich temporäre Lösung
C.R. Laurence
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