Die Glasindustrie umfasst verschiedene energieintensive Produktions- und Verarbeitungsschritte – vom Schmelzen, Formen und Kühlen bis hin zu Beschichtung, Zuschnitt und Veredelung. Trotz unterschiedlicher Lastprofile verbindet viele Standorte ein hoher Energiebedarf. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie viel Strom verbraucht wird, sondern auch, wann und mit welcher Leistung er aus dem Netz bezogen wird.
Lastspitzen als wirtschaftlicher Hebel: Eine Leistungsspitze entsteht beispielsweise, wenn mehrere energieintensive Anlagenteile gleichzeitig anlaufen oder ihren Leistungsbedarf kurzfristig erhöhen. Der Energieverbrauch des Tages verändert sich dadurch kaum, die maximale Netzleistung dagegen deutlich. Für Unternehmen mit hohen Leistungspreisen kann genau diese kurzfristige Spitze erhebliche Kosten für das gesamte Jahr verursachen.
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Das verhindert der Batteriespeicher durch Lastspitzenkappung: Droht die elektrische Last einen definierten Grenzwert zu überschreiten, stellt der Speicher innerhalb von Sekunden zusätzliche Leistung bereit. Ein Teil des Strombedarfs wird aus dem Speicher gedeckt, während die Netzleistung begrenzt bleibt. Der Produktionsprozess läuft dabei unverändert weiter.
Strombezug gezielt steuern
Die Flexibilisierung durch den Speicher, also die zeitliche Entkopplung von Verbrauch und Bezug, bringt weitere Möglichkeiten mit sich: Netzstrom kann zu wirtschaftlich günstigen Zeitpunkten am Spotmarkt eingekauft, zwischengespeichert und flexibel dann verbraucht werden, wenn er benötigt wird.
Dadurch sinken die Bezugskosten und die Unabhängigkeit vom volatilen Strommarkt steigt. Wenn es Netzanschluss und Netzbetreiber zulassen, können freie Speicherkapazitäten außerdem am Strom- und Flexibilitätsmarkt eingesetzt werden und Zusatzerlöse generieren.
Darüber hinaus ermöglicht ein Batteriespeicher die zeitliche Trennung von Erzeugung und Verbrauch, sodass selbst erzeugter Strom in Zeiten der Überproduktion, etwa am Wochenende, nicht für geringes Geld eingespeist werden muss, sondern zwischengespeichert und zu späteren Zeiten selbst verbraucht oder zu teureren Handelszeiten verkauft werden kann.
Intelligente Steuerung und standortbezogene Auslegung
Für einen möglichst wirtschaftlichen Einsatz des Speichers ist eine punktgenaue Steuerung wichtig. Das geschieht vollautomatisiert über ein intelligentes Energiemanagementsystem (EMS), das den Energiefluss in Echtzeit überwacht und den Batteriespeicher entsprechend steuert.
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Damit wird Energie genau dann gespeichert oder bereitgestellt, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist. Leistungsspitzen lassen sich begrenzen, verfügbare Netzkapazitäten effizient nutzen und der laufende Produktionsbetrieb bleibt davon unberührt.
So unterschiedlich wie die Glasindustrie selbst sind auch ihre Energieprofile. Ob Rohglasherstellung, Veredlung oder Spezialglasproduktion: Lastprofile und Energiebedarfe unterscheiden sich teils erheblich. Entscheidend ist die Analyse des jeweiligen Standorts.
Für jeden Betrieb individuell ausgelegte Speicher: Lastprofil, Strombeschaffung, verfügbare Anschlussleistung und eine mögliche Eigenerzeugung bestimmen gemeinsam, welche Speichergröße und Betriebsstrategie den größten wirtschaftlichen Nutzen bieten. Der Batteriespeicher wird damit nicht zur Standardlösung, sondern zu einem individuell ausgelegten Baustein der Energieversorgung.
Die Dekarbonisierung der Glasindustrie wird den Strombedarf der Branche deutlich erhöhen. Gleichzeitig bleiben die Produktionsprozesse weitgehend kontinuierlich und bieten nur begrenzte Möglichkeiten für kurzfristige Lastverschiebungen. Batteriespeicher schaffen zusätzliche Flexibilität zwischen Netz und Verbrauch – durch Lastspitzenkappung, optimierten Strombezug, die Einbindung eigener Stromerzeugung oder die Teilnahme an der Flexibilitätsvermarktung.
Der Autor: Lukas Eckert, Geschäftsführer Voltvera
Über Voltvera
Voltvera plant und errichtet Batteriespeicher für Industrie und Gewerbe. Für Standorte der Glasindustrie ermittelt das Unternehmen anhand des Lastgangs die passende Speichergröße und Betriebsstrategie, um Lastspitzen zu begrenzen, den Stromeinkauf zu optimieren und die vorhandene Anschlussleistung effizienter zu nutzen.
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