Swisspacer
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Bei neuen Fenstern sind heute größere Glasflächen, schlankere Profilansichten und mehr Tageslicht sind gefragt. Gleichzeitig sollen Materialeinsatz und Gewicht sinken, ohne Stabilität und Dauerhaftigkeit zu beeinträchtigen.
„Entscheidend ist, diese Anforderungen nicht mit immer mehr Komplexität zu beantworten. Swisspacer und Sika haben sich deshalb gemeinsam die zentrale Frage gestellt: Muss die notwendige Stabilität des Fensters vor allem aus Profil und Armierung kommen, oder kann die Isolierglaseinheit selbst einen größeren Beitrag leisten?“, sagt Matthias Bach, CEO von Swisspacer. Aus dieser Überlegung entstand rund um die glasstec 2022 die Ausgangsidee für die Adherawindow Technology, die auf der glasstec 2026 vorgestellt wurde.
Vier Jahre später steht die gemeinsam entwickelte Lösung nun vor der Markteinführung. „Das Grundprinzip ist, dass wir die Statik und die Steifigkeit des gesamten Fensters, also aus dem Flügel-Rahmen inklusive Stahlverstärkung, direkt ins Isolierglas gebracht haben", erklärt Matthias Hägler, Global Head Building Components bei Sika.
Der Randverbund dient als Hebel
Die Adherawindow Technology setzt sich aus einem speziell für diese Anwendung entwickelten Klebstoff von Sika und einem ebenfalls eigens dafür entwickelten Warme-Kante-Abstandhalter von Swisspacer zusammen.
Der neue Abstandhalter unterscheidet sich hinsichtlich Geometrie, Materialzusammensetzung und Oberflächenbeschaffenheit von den bisherigen Abstandhaltern aus dem Swisspacer Portfolio. Entscheidend ist das Zusammenspiel beider Komponenten: Gemeinsam verbinden sie die Glasscheiben zu einer deutlich steiferen Isolierglaseinheit. Dadurch entstehen neue Freiheitsgrade für die Fensterkonstruktion. Ein konkreter Ansatzpunkt liegt im Kunststofffensterbau. Abhängig von System, Elementgröße und Anwendung kann die zusätzliche Steifigkeit ermöglichen, Profilstahl im Flügel zu reduzieren oder in bestimmten Konfigurationen darauf zu verzichten.
Optimierte Materialnutzung
Weniger Stahl und ein geringerer Materialeinsatz im Rahmen können das Elementgewicht senken und damit Transport und Montage erleichtern. Ein reduzierter Stahleinsatz wirkt sich zudem positiv auf den U-Wert aus. Darüber hinaus eröffnet die Materialeinsparung Potenzial, den CO₂-Fußabdruck der Fensterproduktion zu reduzieren. Der konstruktive Spielraum beschränkt sich dabei nicht auf die Materialreduktion: Die höhere Steifigkeit kann auch größere und höhere Elemente mit geringeren Ansichtsbreiten ermöglichen. Eine Änderung der Profilgeometrie ist dabei nicht zwingend erforderlich, da die Dicke des Glaspakets unverändert bleibt.
Swisspacer
Neben internen Untersuchungen und Prüfungen nach relevanten EN-Normen wurde die Technologie gemeinsam mit Pilotpartnern aus verschiedenen Bereichen der Wertschöpfungskette getestet. Dazu zählen der Systemgeber Aluplast, der Fensterhersteller Bayerwald sowie der Hersteller von Aluminium-Haustüren und Aluminium-Loft-Elementen Groke, so die Auskunft von Swisspacer. Die Zusammenarbeit ermöglichte die Bewertung der Technologie aus unterschiedlichen Perspektiven – von der Systemauslegung über das fertige Fensterelement bis hin zu Fertigungsprozessen.
Für den Einsatz in der Fensterfertigung hebt Matthias Dick, Business Development Manager bei Sika, die Nutzung vorhandener Maschinen hervor. „Fensterhersteller können die Technologie mit den Maschinen verarbeiten, die sie bereits im Einsatz haben. Eine Umstellung ihrer Produktion ist dafür nicht erforderlich“, so Dick. „Zusätzlich kann ein Prozessschritt entfallen und den Fertigungsablauf vereinfachen.“
Die gemeinsam entwickelte Lösung soll als Gesamtsystem unter der Bezeichnung Adherawindow Technology developed by Swisspacer & Sika in den Markt eingeführt werden.
www.swisspacer.com / www.sika.com