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Nachfragerückgang zeigt Wirkung

Höhbauer meldet Insolvenz an

Das Familienunternehmen Höhbauer aus Luhe-Wildenau hat beim Amtsgericht Weiden Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Volker Böhm aus Nürnberg bestellt. Der Beschluss wurde am Montag, 21.09. wirksam. Das Unternehmen beschäftigt rund 330 Mitarbeiter.

„Der Geschäftsbetrieb geht auch nach dem Insolvenzantrag weiter“, betonte Böhm. Die Löhne und Gehälter werden nun bis einschließlich November über die Bundesagentur für Arbeit als Insolvenzgeld gezahlt. Ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Höhbauer GmbH ist damit noch nicht eröffnet. Zunächst wird im vorläufigen Verfahren die wirtschaftliche Situation des Unternehmens geprüft. Der vorläufige Insolvenzverwalter soll die Geschäftstätigkeit aufrechterhalten und Sanierungsmöglichkeiten prüfen.

Die Höhbauer GmbH fertigt und vertreibt Fenster und Türsysteme aus Holz, Aluminium und Kunststoff sowie Wintergärten. Wie viele Unternehmen der Branche steht auch die Höhbauer GmbH wirtschaftlich unter Druck. Aufgrund gestiegener Preise für Energie, Material und Personal sowie höherer Zinsen ist die Nachfrage nach Neubau- und Sanierungsprojekten deutlich gesunken. Nachdem infolge von Umsatzrückgängen die langfristige Finanzierung des Unternehmens nicht mehr gesichert war, hat die Geschäftsführung Insolvenzantrag gestellt. „Dieser Schritt ist uns nicht leichtgefallen, und wir hätten ihn unseren Mitarbeitern und Kunden gerne erspart“, betonte Geschäftsführer Christoph Höhbauer. „In enger Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter werden wir jetzt alles dafür tun, die Auswirkungen für unsere Kunden und unser Unternehmen so gering wie möglich zu halten.“

Der vorläufige Insolvenzverwalter ergänzte: „Höhbauer ist ein gut geführtes Familienunternehmen mit einer hoch qualifizierten Belegschaft und einem ausgezeichneten Ruf im Markt. Das sind grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine Sanierung.“

Vom Jubiläum zur Krise in einem Jahr

Höhbauer gehört zu den traditionsreichen Industrieunternehmen im Landkreis Neustadt an der Waldnaab in der Oberpfalz. Das Familienunternehmen wurde 1950 als Zimmerei gegründet. Das Unternehmen hatte sich als Technologieführer positioniert und produzierte ausschließlich am Standort in der Oberpfalz. Geschäftsführer Christoph Höhbauer führt gemeinsam mit Partnerin Julia Zach das Familienunternehmen in dritter Generation. Unterstützung bekommen sie von den Eltern Gerda und Hans-Günther Höhbauer, die eine strategische Rolle in der Geschäftsführung eingenommen haben.

Das Unternehmen hatte sich durch Innovationen wie das System Seamless Join und die nachhaltige Produktfamilie pure einen Namen gemacht. Zahlreiche Preise, wie der Deutsche Marketingpreis oder der Bayerische Qualitätspreis, bestätigten den Ruf als Innovationsführer innerhalb der Fensterbranche.

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