Am 3. September stand an der Berufsschule in Gelsenkirchen der Sonnenschutz als Teil der Gebäudehülle auf dem Stundenplan. Beim eintägigen Workshop zum „ES-SO Smart Solar Shading Advisor“ vermittelte Sandra Musculus den Auszubildenden die Zusammenhänge zwischen Bauphysik, Wärmeschutz und Energieeffizienz. Die ES-SO-Advisor Trainerin, Präsidentin des ITRS und Vorsitzende der IVRSA, übernahm die Schulung ehrenamtlich und ohne Honorar.
Fachlehrer Martin Seifert sieht darin eine wertvolle Ergänzung zur dualen Ausbildung, insbesondere im dritten Lehrjahr. Neben den technischen Grundlagen geht es um die fundierte Beratung, wie sich der Nutzen automatisierten Sonnenschutzes erklären lässt. Worauf kommt es an, damit Beschattung, Gebäudenutzung und Steuerung zusammenpassen? Das Wissen hilft den angehenden Fachkräften, Kunden die Wirkung einer Sonnenschutzanlage verständlich zu erläutern.
In den Unterrichtseinheiten behandelt das Programm neben dem Wärmeschutz Tageslichtnutzung, Komfort, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Dabei geht es um Fragen, die in der Kundenberatung auftauchen: Wie viel Tageslicht soll in den Raum gelangen, wann wird die Sonne zur Belastung und wie lässt sich störende Blendung vermeiden? Die Teilnehmenden lernen, diese Anforderungen zusammen zu betrachten. Auch die energetischen Vorteile des Sonnenschutzes werden eingeordnet. Ziel ist, die Auswahl einer Lösung fachlich begründen zu können und Kunden verständlich zu erklären, warum die Beschattung zum Gebäude und zu dessen Nutzung passen muss. So wird aus technischem Wissen eine gute Grundlage für eine qualifizierte Beratung.
Für die kostenfreie Teilnahme sorgen Olaf Vögele, Sachverständiger und Verleger von Outdoor. Ambiente. Living., Maren Meyerling vom RTS Magazin und André Urban, Obermeister der Kölner R+S-Innung. Gemeinsam stellen sie von 2026 bis 2028 jährlich rund 2.000 Euro zu gleichen Teilen bereit. Damit ist die Finanzierung für das jeweils dritte Lehrjahr gesichert. Anlass für die Unterstützung waren die Erfahrungen aus der vorherigen Ausbildungsrunde. Damals mussten laut Musculus zehn von 21 Auszubildenden die Lizenzgebühr von 100 Euro selbst tragen, weil ihre Betriebe die Kosten nicht übernommen hatten. Die drei Initiatoren wollen verhindern, dass die Weiterbildung an dieser Hürde scheitert. Zugleich unterstützen sie das Engagement von Sandra Musculus, das den Auszubildenden und ihren späteren Aufgaben im Betrieb zugutekommt. (OV)
Foto: Martin Seifert