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Eko-Okna vor Verkauf: Wer ist im Rennen um polnischen Fenstergiganten?

Die mögliche Übernahme von Eko-Okna – einem der größten Arbeitgeber Polens – würde eine der bedeutendsten Transaktionen in der Geschichte der polnischen Fensterbranche darstellen. Wie Forbes unter Berufung auf das Portal Onet berichtet, laufen bereits konkrete Verhandlungen mit beiden Kandidaten, wobei noch keine finale Entscheidung gefallen ist.

Finanzielle Schieflage trotz Milliardenumsätze

Die Verkaufsabsichten kommen nicht überraschend: Obwohl Eko-Okna 2024 den Umsatz auf 4,95 Milliarden Zloty (1,16 Milliarden Euro) steigerte (+1,2 % gegenüber Vorjahr), brach der Nettogewinn dramatisch ein – von 445,8 Millionen Zloty (104 Millionen Euro) 2023 auf nur noch 100,2 Millionen Zloty (23,5 Millionen Euro), ein Rückgang um 77,5 %. Die Nettorentabilität sank von 9,1 % auf magere 2,0 %.

Noch problematischer entwickelte sich 2025: Nach drei Quartalen erwirtschaftete das Unternehmen zwar 3,99 Milliarden Zloty (935 Millionen Euro) Umsatz (+9,1 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2023), verzeichnete aber einen Nettoverlust von 73 Millionen Zloty (17 Millionen Euro). Wie das Branchenportal forumbranzowe.com berichtet, führten vor allem gestiegene Personalkosten und Abschreibungen zu diesem Ergebnis.

Drastische Sparmaßnahmen und Arbeitsplatzabbau

Die schwierige Lage zwang Firmengründer Mateusz Kłosek zu drastischen Maßnahmen. Wie Forbes berichtet, beendete das Unternehmen im Juni die Zusammenarbeit mit 993 Zeitarbeitskräften und strich verschiedene Zusatzleistungen. Der Werksstandort in Kędzierzyn-Koźle wurde bis Ende Juli geschlossen, die Mitarbeiter können zum Hauptwerk in Kornice wechseln.

Besonders brisant: Kłosek, der noch vor wenigen Jahren zu den reichsten Polen zählte und durch christliche Werbeplakate für 26 Millionen Zloty (6,1 Millionen Euro) Aufsehen erregte, steht nicht mehr auf der Forbes-Liste der 100 reichsten Polen. Sein Vermögen sank von 3,76 Milliarden Zloty (880 Millionen Euro) auf 1,774 Milliarden Zloty (416 Millionen Euro).

VKR Group als Favorit – Branchenumbruch erwartet

Laut Insidern soll die dänische VKR Group – Eigentümer von Marken wie Velux und der Dovista -Gruppe – an einer Übernahme interessiert sein. Wenn diese Gruppe den Zuschlag erhält, entstünde ein europäischer Branchenriese. Wie forumbranzowe.com analysiert, würde dies die Kräfteverhältnisse im europäischen Fenstermarkt grundlegend verändern und kleinere Hersteller weiter unter Druck setzen.

Polen ist der größte Fensterexporteur der EU, wobei Eko-Okna übe 80 % seines Umsatzes im Ausland erzielt – hauptsächlich in Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien. Diese starke Exportabhängigkeit sei dem Unternehmen in der aktuellen Baukrise zum Verhängnis geworden – andererseits ist auch der polnische Markt selbst stark unter Druck geraten. Nach Angaben des Polnischen Wirtschaftsinstituts gingen die Baugenehmigungen von Januar bis Mai 2025 um 14 % zurück. Experten der Bank Pekao warnen vor anhaltenden Schwierigkeiten auch durch die Dekoniunktur auf den wichtigsten Exportmärkten.

Wann eine finale Entscheidung über den Verkauf fällt, ist noch unklar.

Quellen:

  • forumbranzowe.com: https://forumbranzowe.com/teksty/konsolidacja-na-horyzoncie-czy-eko-okn…
  • forbes.pl: https://www.forbes.pl/biznes/eko-okna-na-sprzedaz-dwoch-powaznych-kandy…
  • ekookna.pl: https://ekookna.pl/ekopl/pressroom/oswiadczenie-zarzadu-eko-okna-sa-kom…