Der 13. Netzwerk-Partnertag in der Voith Arena Heidenheim wurde zum Vertriebsfeuerwerk: Drei Experten mit völlig unterschiedlichen Ansätzen zeigten 230 Teilnehmern aus der Fenster- und Baubranche, wie aus Kunden echte Fans werden.
Innerer Schweinehund als erste Hürde
Den Auftakt am 29. Januar machte Dr. Marco Freiherr von Münchhausen mit seinem Vortrag zum Umgang mit dem inneren Schweinehund im Vertrieb. Erfolgreicher Vertrieb entstehe im Spannungsfeld von Fähigkeiten und Herausforderungen, zwischen Über- und Unterforderung. Seine wichtigste Botschaft an die Teilnehmer: „Keine einzige Ausnahme zulassen, bis sich die Veränderung wirklich manifestiert hat.“
Daniel Mund / GW
Besonders wichtig sei es, den Anfang so leicht wie möglich zu machen und in der Anfangszeit konsequent zu bleiben. „Manchmal schaffe ich es selbst nicht, das umzusetzen, was ich hier vortrage“, gestand von Münchhausen im abschließenden Talk schmunzelnd. „Wichtig ist, dass wir in kleinen Schritten vorangehen und dranbleiben, unseren inneren Schweinehund zu überwinden.“
Begeisterungsformel B = E + X
Paul Johannes Baumgartner, Experte für Positive Leadership, stellte seine Begeisterungsformel vor (Begeisterung ist die Erwartung plus X): „Begeisterung entsteht, wenn Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern bewusst übertroffen werden.“ Grundlage seien die sogenannten 8-%-Firmen, die konsequent kundenzentriert handeln und über ein tiefes Verständnis für rationale und emotionale Bedürfnisse verfügen.
„Weiterempfehlung ist die härteste Währung, da sie deutlich glaubwürdiger ist als Werbung“, erklärte Baumgartner. Besonders wirksam seien Begeisterungsfaktoren, wenn sie überraschend, menschlich und als einzigartig wahrgenommen werden. Seine zentrale Botschaft: „Der Mensch ist der größte Begeisterungsfaktor. Produkte und Services sind austauschbar – Haltung, Emotion und persönliches Engagement machen den Unterschied.“
Berliner Direktheit: „Lachen verkauft besser als Hackfresse“
Mit seiner „frechen Berliner Schnauze“ und dem Motto „Vorfahrt Vertrieb!“ zog Jens Löser die Teilnehmer in seinen Bann. Der Berliner Vertriebsexperte setzte auf alte Tugenden wie Mut und Disziplin: „Wir haben kein Motivations-, sondern ein Disziplinproblem.“ Ganz direkt appellierte er an sein Publikum: „Lachen verkauft besser als Hackfresse.“
Löser empfahl Ta-da-Listen statt endloser To-do-Listen: „Führe Tagebuch und Du wirst selbst Zeuge davon, was Du tust. Mir fehlt oft die Leistungskultur im Vertrieb.“ Gleichzeitig betonte er: „Wer hart arbeitet, darf auch feiern.“
Systeme schaffen statt auf Zufall setzen
Daniel Mund / GW
Alle drei Speaker betonten die Bedeutung systematischen Vorgehens. Baumgartner verwies auf die Accomplishment-Methode – das bewusste Wahrnehmen von Erfolgen stärke Motivation und Selbstwirksamkeit. Vertriebserfolg entstehe durch klare Prozesse, Sichtbarkeit und Konzentration auf passende Termine.
Bei der Personalauswahl zählten weniger Fachwissen als Haltung, Mut, Lernbereitschaft und Aktivität. „Sinnstiftung ist zentral: Wer Mitarbeitenden und Kunden vermittelt, welchen Mehrwert gute Produkte für Lebensqualität haben, schafft Identifikation statt reinen Verkauf“, so Baumgartner.
Neue Macher und bewährte Partnerschaften
Parallel zur Hauptveranstaltung fand das Format „Netzwerk Neue Macher“ statt, powered by Warema. Rund 20 Nachwuchsführungskräfte diskutierten mit Jens Löser und Niklas Frey über Herausforderungen im Unternehmensalltag. „Wir bauen unser Netzwerk für die Jungen auf“, appellierte Niklas Frey an die Next Generation.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch langjährige Partnerschaften gewürdigt: Weku Fenster und Türen sowie Gutbrod Fenster und Türen erhielten Auszeichnungen für ihre zehnjährige Partnerschaft im Netzwerk Frey. „Die Gemeinschaft leidet in unserer Gesellschaft immer mehr, deshalb ist es wichtig, solche Gemeinschaften wie das Netzwerk zu stärken“, dankten die Weku-Vertreter für die Auszeichnung.
Das nächste Netzwerk-Event findet am 2. und 3. September in Melle bei den Netzwerk Fenstertagen im Solarlux-Forum statt.