Gutbrod Fenster setzt auf einen leistungsfähigen Anlagenpark – zuletzt wurde 2025 eine der modernsten Holzbearbeitungsanlagen der Branche in Betrieb genommen – und eine sorgfältige Auswahl aller Materialien nach strikten Qualitäts- und Nachhaltigkeitskriterien: „Wir beziehen Holz ausschließlich aus zertifizierter heimischer Forstwirtschaft, und auch bei Beschlägen oder Verglasungen gehen wir keine Kompromisse ein“, so Geschäftsführer Stefan Reitze.
Die Beschichtungen des österreichischen Herstellers Adler fügen sich nahtlos in dieses Konzept ein: „Die emissionsarmen Wasserlacke von Adler überzeugen durch hohen Umweltstandard, Oberflächenqualität und Verarbeitungssicherheit.“ Apropos Verarbeitung: Sie erfolgt auf einer modernen Lackierstraße mit Flutkanal und E-Statik-Spritzroboter. „Dadurch haben wir kaum Overspray, alle Lackreste werden aufgefangen und wieder in den Prozess zurückgeführt“, erklärt Reitze.
Vom Holzhochhaus in Hamburg …
Das letzte Puzzlestück im Qualitäts-Bild von Gutbrod Fenster ist der Kundenservice: Von Planung, Herstellung und Qualitätskontrolle bis zu Montage und Service erfolgt alles aus einer Hand, und zwar für Projekte jeder Größenordnung – vom Einfamilienhaus bis zum anspruchsvollen Großprojekt wie dem „Roots“ in der Hamburger Hafen-City, dem höchsten Holzhochhaus Deutschlands, das Gutbrod Fenster mit mehr als 1000 Holz-, Holz-Alu- und Kunststofffenstern ausgestattet hat.
Nicht nur die schiere Anzahl war herausfordernd, sondern auch die außergewöhnliche Gestaltung: „Das Architekturbüro Störmer Murphy and Partners hatte eine zweifarbige Ausführung der Fenster vorgegeben: Die Innenseite in Weiß, die Außenseite in einem auf den Holzfarbton der Lärchenfassade abgestimmten Basaltgrau“, erinnert sich Reitze. Was sich bei den 50 Holz-Alu-Fenstern in den beiden unteren Etagen sowie den 180 Kunststofffenstern des Nebengebäudes noch relativ einfach bewerkstelligen ließ, bedeutete für die 800 Holzfenster und -fenstertüren einen beträchtlichen Aufwand: „Wir haben alle Elemente zuerst einfarbig mit dem Aquawood Covapro in Reinweiß (RAL 9010) beschichtet, dann händisch abgeklebt und anschließend die Außenseiten in Basaltgrau (RAL 7012) lackiert.“
Dabei galt es, einen engen Terminplan einzuhalten: Die Fenster wurden just in time gefertigt und dann an das Holzbauunternehmen Rubner geliefert, das sie in die vorgefertigten Wandelemente eingebaut und anschließend geschossweise auf die Baustelle geliefert hat.
… bis zum Luxus-Resort
Am anderen Ende Deutschlands, in Konstanz am Bodensee, hat der Fensterhersteller aus dem „Ländle“ ein nicht minder anspruchsvolles Projekt umgesetzt: Das Buff Medical Resort, eine einzigartige Symbiose aus Gesundheitszentrum und Luxushotel – und ein Holzbau mit außergewöhnlichen Dimensionen. Ein zentrales Element im architektonischen Konzept sind die großzügigen Glaselemente, die in die Holzfassade – das sägeraue Fichtenholz wurde mit der Metallic-Lasur Lignovit Platin von Adler in warmem Rotbraun beschichtet – eingebettet sind. Angepasst an die natürliche Gestaltung und Materialität der Hotelzimmer, wurden die Fenster mit der transparenten, farblosen Dünnschichtlasur Ligno+ beschichtet. Die Lasur brinigt die Schönheit des Fichtenholzes besonders zur Geltung, gleichzeitig gewährleistet sie Schutz vor Kratzern, Verfärbungen und Vergilbung. Mehr als 7.200 lfm Fensterkanteln wurden in der Lackieranlage beschichtet, mehr als 320 Holz-, Holz-Alu- und Kunststoffelemente hergestellt und montiert.
Qualität bei jedem Fenster
Großaufträge mit mehreren hundert Fenstern, ein Mix aus verschiedenen Materialien, Dimensionen und Oberflächen, termingerecht und in perfekter Qualität produziert – wie gelingt es, all das unter einen Hut zu bringen? Reitze gibt eine klare Antwort: „Für uns ist jedes Fenster ein Unikat, das den Erwartungen unseres Kunden entsprechen muss. Deshalb verzichten wir auf eine klassische Serienfertigung, sondern behandeln jedes einzelne Element individuell. Ob wir für einen Auftrag zehn oder tausend Fenster herstellen, macht damit im Grunde keinen Unterschied – wir gehen an jedes Projekt mit demselben hohen Qualitätsanspruch heran.“
Foto: Daniel Mund / GW
Foto: Gutbrod Fenster
So tickt Gutbrod aktuell
Vor rund 60 Jahren als kleine Fenstertischlerei gegründet, zählt Gutbrod Fenster heute zu den führenden Herstellern in Süddeutschland. Rund 50.000 m² Fensterfläche werden jährlich im Werk in Bodelshausen (südlich von Stuttgart) produziert, rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Unternehmen beschäftigt. GF Stefan Reitze: „Viele unserer Mitarbeiter wurden von uns selbst ausgebildet und sind teils schon seit Jahrzehnten im Unternehmen – dieser Erfahrungsschatz ist ungemein wertvoll.“
Geführt wird es vom langjährigen operativen Geschäftsführer Stefan Reitze sowie Uwe Kopf, der die Geschäftsführung mit kaufmännischem Know-how und seiner strategischen Planungsexpertise komplettiert, beide sind neben der Gutbrod-Familie ebenfalls Mitgesellschafter.
Gutbrod versteht sich als Vollsortimenter mit einer ausgewogenen Kundenstruktur. Regional bedient man im Radius von 30 bis 50 km vor allem Sanierungsprojekte mit eigener Montage. Größere Projekte werden auch überregional abgewickelt – wie das Referenzprojekt in Hamburg oder das Medical Resort Sea Palace in Konstanz. Ein wichtiger Baustein ist die Zusammenarbeit mit Fertighaushersteller Schwörer, die rund 25 % des Gesamtumsatzes ausmacht. Kopf: „Das sorgt für eine gute Grundauslastung.“ Insgesamt teilt sich das Geschäft etwa hälftig zwischen Liefer- und Montageaufträgen auf.
Hohes Invest in neue Holzfertigung
Gutbrod gibt in Sachen Holz Vollgas: Das Unternehmen investierte 1,7 Mio. Euro in eine neue Holzfertigungsanlage von Homag. Nach 20 Jahren hatte die bewährte Weinig-Anlage ausgedient. Unterstützt wurde Gutbrod bei der Maschinenwahl von Raimund Drissner, der das Unternehmen über Jahrzehnte kennt und berät. Die Entscheidung fiel nach sorgfältiger Abwägung verschiedener Faktoren der Anlagenbauer. „Beide hatten Vor- und Nachteile. Letzten Endes hatte es auch etwas mit Lieferzeit und Kosten zu tun“, so Reitze. Dabei spielte auch die räumliche Nähe eine Rolle: Homag sitzt in Schopfloch, nicht weit vom Gutbrod-Standort entfernt.
Die Investition im Holzbereich war alles andere als selbstverständlich. Mit rund 25 % des Gesamtumsatzes stellt Holz das kleinste Segment dar. „Es war schon eine Überlegung, die uns umgetrieben hat, in einen so gefühlt zunehmend kleineren Markt reinzuinvestieren“, erklärt GF Uwe Kopf. Die Alternative wäre gewesen, den Holzbereich komplett aufzugeben – eine Option, die jedoch nicht infrage kam.
Reitze: „Vor allem im hochwertigen Sektor und auch im öffentlichen Bereich wird Holz weiteren Zuspruch finden. Und es gibt immer mehr Unternehmen, kleinere Einheiten, die aufhören, weil sie keinen Nachfolger haben oder die Investitionen scheuen. Da sehen wir Markt für uns.“ Außerdem würden die Kunden von einem Vollsortiment-Anbieter erwarten, dass das gesamte Spektrum bedient werden könne.
Im Gespräch mit der Redaktion Ende 2025 kommen wir auch auf den Lacklieferanten Adler zu sprechen, der als einer der hochpreisigeren Lacklieferanten gilt: „Qualität hat ihren Preis. Gutbrod-Fenster sind auch nie die Billigsten, sondern die Besten, bei uns passt halt – wie bei Adler auch – das Preis-Leistungs-Verhältnis.“ Trotz der herausfordernden Marktlage blickt man optimistisch in die Zukunft. Die breite Aufstellung habe sich gerade in den Krisenjahren bewährt: „Wenn es im Neubau runterging, dann haben wir eher Sanierung gemacht und sehen uns deshalb sehr flexibel aufgestellt.“ Und: „Wir freuen uns, wenn es im Holz noch ein bisschen mehr wird. Da haben wir noch Kapazitäten und versuchen, Zuwächse zu erzielen.“ Im Kunststoffbereich hingegen sei man gut ausgelastet und versuche, das Niveau kontinuierlich zu halten.
Foto: Daniel Mund / GW