Der thüringische Fensterhersteller TMP Fenster + Türen hat seine Produktion mit einer hochautomatisierten Schirmer-Bearbeitungsanlage deutlich effizienter gestaltet. Das Unternehmen konnte dank der 2023 in Betrieb genommenen Technologie die Ausbringung steigern. „Wir konnten unsere Abläufe optimieren, Mitarbeiter entlasten und die Fehlerquote minimieren“, erklärt Betriebsleiter Jörg Wellendorf. Zudem sei man durch den Wegfall der Vorplanung „viel flexibler geworden“. Die Anlage ermöglichte TMP eine grundlegende Umstellung der Arbeitsorganisation: Statt des bisherigen Drei-Schicht-Betriebs mit je zwei Personen und Samstagsarbeit arbeitet das Unternehmen jetzt im Zwei-Schicht-Betrieb mit je drei Mitarbeitenden bei einer Fünf-Tage-Woche.
Auslöser für die Investition waren der demographisch bedingte Fachkräftemangel und die nachlassende Bereitschaft, in drei Schichten zu arbeiten. Gleichzeitig wollte man mehr Bearbeitungsinhalte einbinden und Handarbeitsplätze zusammenfassen.
Langjährige Schirmer-Partnerschaft
TMP setzt bereits seit 2012 auf Bearbeitungszentren von Schirmer Maschinen. Das erste PVC-BAZ sowie parallel eine „SBZ Composite“ für die Stabbearbeitung gingen damals in Betrieb. „Eine top Maschine“, urteilt Wellendorf, die immer noch zuverlässig funktioniere.
Roland Vogt von der Schirmer-Geschäftsführung und Projektmanager Dirk Buesge arbeiten seit gut 15 Jahren in konstanter Personenkonstellation mit TMP zusammen. Das erste Projekt nannten sie damals „Maschine 2000“, angestoßen von Bernhard Helbing als langjährigem geschäftsführendem TMP-Gesellschafter. Buesge betont die langfristige Ausrichtung: „Denn wir gehen mit Schirmer immer auch eine Partnerschaft ein, die über viele Jahre währt. Und wir sind dankbar, wenn der Kunde mit uns offen spricht, damit auch wir uns weiterentwickeln können.“
Für die neue Anlage entschied sich TMP erneut für Schirmer, nachdem mehrere Konzepte verglichen worden waren. „Schirmer bietet mit profilspezifischer und prozessoptimierender Beratung sowie funktionierenden Anlagen nicht nur Fachkompetenz. Sie halten auch Zusagen ein und unterstützen lösungsorientiert“, begründet Wellendorf die Entscheidung.
Arbeitsschritte zusammengefasst
Die neue Anlage fasst viele einzelne Arbeitsschritte zusammen und übernimmt in kürzerer Zeit weitaus mehr aufwendige Bearbeitungen am Profil. Dazu gehört das automatische Setzen verschiedener Schließteile in die Blendrahmen oder das automatische Ausblasen der Profile, damit diese sauber und frei von Spänen zur nächsten Bearbeitungsstation gelangen.
Für Flexibilität und Performance sorgen ein 8-Achs-Orbit-Modul für die Rundum-Bearbeitung des Profils in freier Lage und zwei 3-Achs-Bearbeitungsstationen mit je einem 12-Fach-Werkzeugwechsler für stirnseitige Bearbeitungen wie Dichtungshinterfräsen oder Kämpferkonturfräsen. Der Einsatz zusätzlicher Schraub- und Bohraggregate erlaubt das gleichzeitige Bohren und Verschrauben der Stahlarmierung mit dem PVC-Profil. Zudem integrierte Schirmer eine automatische Etikettierung in die Konfiguration.
Foto: Schirmer
Foto: Schirmer
Foto: Schirmer
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Schirmer Maschinen: Spezialist für Profilbearbeitung
Die Schirmer Maschinen GmbH erarbeitet mit 20 Vertriebspartnern weltweit kundenindividuelle Lösungen zur Bearbeitung von Profilen aus vielfältigen Werkstoffen für Handwerksbetriebe und Großunternehmen. Auf Basis eines kontinuierlich weiterentwickelten technologischen Baukastensystems entstehen maßgeschneiderte verkettete Profilbearbeitungszentren mit flexiblem Automatisierungsgrad. Seit 2016 gehört die 1979 gegründete Schirmer Maschinen GmbH zur Beckhoff-Unternehmensgruppe.
TMP unter den Top 10
TMP produziert seit 1990 an zwei Standorten in Thüringen sowie seit 1994 in Ukmerge in Litauen Fenster und Türen aus Kunststoff und Aluminium, Fassaden sowie Wintergärten. Zusätzlich unterhält TMP Vertriebsniederlassungen in Barnstädt und Tarp sowie einen Showroom. Die Ursprünge des Unternehmens reichen zurück zu einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft – eine Schweineskulptur vor dem Betrieb erinnert noch heute daran. Heute produzieren über 300 Mitarbeitende jährlich circa 100.000 Elemente. TMP zählt zu den Top 10 der deutschen Fensterhersteller. Die Fenster und Türen tragen das RAL-Gütezeichen inklusive Montage. Seinen Hauptumsatz generiert TMP mit Veka- und Gealan-Profilen. Die Aluminiumsysteme kommen von Schüco. Zu den aktiven Kunden gehören über 400 Fachhändler aber auch Architektur- und Planungsbüros, Objektentwickler, Wohnungsbaugesellschaften und Fertighaushersteller.