Focchi
Im Süden Mailands, zwischen Porta Romana und dem ehemaligen Güterbahnhof, entsteht ein neues Stadtviertel. Ein Element dieser Entwicklung ist der 144 Meter hohe A2A Life Tower an der Piazza Trento, entworfen von ACPV Architects – Antonio Citterio Patricia Viel. Das Gebäude dient als neue Konzernzentrale des Energie- und Multiutility-Unternehmens A2A und bietet auf rund 33.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche Platz für bis zu 1.500 Nutzer. Die Architekten beschreiben die asymmetrische Silhouette des Turms als einen zur Stadt geneigten Leuchtturm, der die industrielle Vergangenheit des Standorts aufgreift.
Komplexe Geometrie
Die scheinbar einfache Form des Hochhauses verbirgt eine komplexe Geometrie: FACES Engineering, verantwortlich für Tragwerks- und Fassadenplanung, beschreibt den Baukörper als exzentrischen Kegelstumpf. Seine Abmessungen verändern sich mit der Höhe, was sich auf die Geometrien der Geschossdecken und Fassadenmodule auswirkt. Diese variierende Struktur stellte Anforderungen an die rund 21.000 Quadratmeter umfassende Gebäudehülle. Fassadenbauer Focchi entwickelte eine Elementfassade mit individuell angepassten Modulen und unterschiedlichen Systemen. AGC Interpane Architectural Glass lieferte hierfür sechs abgestimmte Verglasungstypen, die Anforderungen an Sicherheit, Sonnenschutz, Wärmedämmung und Design erfüllen.
Der Turm gliedert sich vertikal in drei Bereiche: eine zweigeschossige Lobby, den begrünten Sky Garden in rund 61 Metern Höhe und das Belvedere auf etwa 125 Metern.
Focchi
Differenzierte Fassadensysteme
Die Gebäudehülle wurde nicht nur geometrisch, sondern auch bauphysikalisch differenziert ausgeführt, um den spezifischen Anforderungen der verschiedenen Himmelsrichtungen gerecht zu werden:
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- Nordseite: Hier kam eine einschalige, präzise vorgefertigte Elementfassade mit 3-fach-ISO als „Structural-Silicone-System“ zum Einsatz. Diese Bauweise ermöglichte eine maximale Raumausnutzung im Innenbereich.
- Südseite: Aufgrund der höheren Sonneneinstrahlung wurde auf der Südseite eine zweischalige Elementfassade realisiert. Diese umfasst eine zusätzliche äußere Glashaut und eine integrierte Verschattungslösung durch Jalousien, die in einem 75 Zentimeter tiefen Fassadenzwischenraum untergebracht sind.
Die 3-fach-ISO der einschaligen Elementfassade, die den größten Verglasungsanteil ausmacht, besteht aus Verbundsicherheitsglas (VSG) mit 6 Millimeter Floatglas, 0,76 Millimeter klarem PVB und weiteren 6 Millimeter Floatglas, versehen mit der Wärmedämmbeschichtung „iplus 1.1“. Es folgen ein 14-Millimeter-Scheibenzwischenraum mit schwarzem Edgetech-Abstandhalter (90 Prozent Argon), 6 Millimeter teilvorgespanntem Glas (TVG) und ein weiterer 14 Millimeter breiter Scheibenzwischenraum. Den äußeren Abschluss bildet Verbundsicherheitsglas aus 8 Millimeter TVG mit der hochselektiven Sonnenschutzbeschichtung „Stopray Ultraselect 70/33“, 0,76 Millimeter klarem PVB und 8 Millimeter TVG mit einem zur Folie gerichteten Design- und Sonnenschutz-Coating „ipasol bright“. Dieser Aufbau erreicht eine Tageslichttransmission (TL) von 47 Prozent, einen g-Wert von 23 Prozent und einen Ug-Wert von 0,6 W/(m²K).
Für die zweischalige Elementfassade der Südseite dient das 3-fach-ISO als innerer thermischer Abschluss. Hier wurde für eine plane Ästhetik innen und außen VSG aus nicht-vorgespanntem Floatglas verwendet, ebenfalls mit den Funktionsbeschichtungen „iplus 1.1“, „Stopray Ultraselect 70/33“ und „ipasol bright“. Die äußere Haut dieser Doppelfassade bildet Verbundsicherheitsglas aus 2x10 Millimeter Floatglas mit 0,89 Millimeter SentryGlas-Zwischenlagen und einer „ipasol bright“-Schicht zur Folie. Dieser Aufbau erreicht eine Tageslichttransmission von 71 Prozent und einen g-Wert von 64 Prozent.
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Design und Funktion
Die Beschichtung „ipasol bright“ dient der optischen Harmonisierung der verschiedenen Verglasungsstrukturen und der Anpassung der Farbästhetik der Isolierglaseinheiten an die Ästhetik der VSG-Außenhaut auf der Südseite. Auch die Lobby und das Mezzanin sind mit Verglasungen von AGC Interpane ausgestattet.
Auf Höhe des Sky Gardens, in rund 61 Metern Höhe, erhält die Fassade einen eigenständigen Charakter durch horizontale verglaste Sonnenschutzelemente. Technische Bereiche werden hier durch eine Aluminium-Regenfassade verdeckt. Die gläserne Gebäudehülle des A2A Life Towers folgt damit der Architektur, die über die Höhe variierende Geometrie und die unterschiedlichen bauphysikalischen Anforderungen der einzelnen Gebäudebereiche berücksichtigt.
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