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Interview mit Lucia Masutti, General Managerin von GIMAV und Vitrum

Was macht die Casa GIMAV auf der glasstec?

GW – Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Stärken der GIMAV-Mitgliedsunternehmen?

Lucia Masutti – Die von GIMAV vertretenen Unternehmen vereinen technologische Exzellenz, Innovationskraft und eine ausgeprägte Kundenorientierung. Besonders wettbewerbsfähig sind sie in den Bereichen Automatisierung, Integration von Robotik sowie bei hochwertigen Lösungen für die Qualität des Endprodukts. Dazu kommt eine hohe Flexibilität und die Fähigkeit, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Als Verband sehen wir unsere Aufgabe darin, diese Stärken sichtbar zu machen und unsere Unternehmen konkret und mit Augenmaß auf ihrem internationalen Wachstumskurs zu unterstützen.

GW – Welche Bedeutung hat die intensivierte Zusammenarbeit zwischen GIMAV und glasstec/Messe Düsseldorf für die Glasbranche?

Masutti – Unser Dialog mit der Messe Düsseldorf im Hinblick auf die glasstec stellt eine Chance dar, eine strukturierte Zusammenarbeit im gegenseitigen Interesse aufzubauen. Die glasstec ist für italienische Unternehmen ein unverzichtbarer internationaler Termin. Daher ist es nur folgerichtig, auf eine starke und qualifizierte institutionelle Präsenz der italienischen Industrie in Düsseldorf hinzuarbeiten. Gleichzeitig verfolgen wir einen vorsichtigen und konstruktiven Ansatz. Gemeinsam mit unseren Mitgliedsunternehmen prüfen wir sorgfältig, wie diese Präsenz gestärkt und ob gemeinsame Projekte entwickelt werden können. In einem globalen Umfeld, das nach stärkerer europäischer Wettbewerbsfähigkeit verlangt, ist es wichtig, Kooperationsräume zu schaffen, die die gesamte Glasindustrie stärken – Überschneidungen vermeiden und Komplementarität fördern.

GW – Welche Ziele verfolgen Sie mit dieser gemeinsamen Initiative für die glasstec 2026?

Masutti – Für die glasstec 2026 ist es unser Ziel, eine institutionelle Präsentationsplattform des Verbandes zu schaffen, die Zugehörigkeit, strategische Positionierung und Sichtbarkeit der von uns vertretenen Unternehmen stärkt. Es handelt sich dabei nicht um eine symbolische Maßnahme, sondern um ein konkretes Instrument zur Unterstützung unserer Mitglieder.

GW – Die „Casa GIMAV“ wird der zentrale Treffpunkt auf der Messe sein. Welche Funktionen und Vorteile wird sie bieten?

Masutti – Die „Casa GIMAV“ wird der institutionelle Stand des GIMAV sein und den Mehrwert einer koordinierten Präsenz der italienischen Industrie auf der Weltleitmesse verdeutlichen. Er dient als Networking-Plattform für Mitgliedsunternehmen und internationale Einkäufer, als Ort für institutionelle Treffen sowie als Raum zur Präsentation der GIMAV-Dienstleistungen und zur Vorschau auf das Verbandsprogramm 2027. Ziel ist es, unseren Mitgliedern ein praktisches Unterstützungsinstrument an die Hand zu geben, hochwertige Kontakte zu fördern und eine klare Positionierung im internationalen Messeumfeld sicherzustellen.

GW – Sind weitere Kooperationsfelder mit der glasstec geplant?

Masutti – Unser Ansatz ist pragmatisch und schrittweise angelegt. Wir möchten einen stabilen Dialograhmen etablieren und gemeinsam mit unseren Unternehmen mögliche Initiativen prüfen, bei denen Synergien echten Mehrwert schaffen können. Wir sind überzeugt, dass große europäische Industrieplattformen in ausgewogener Weise zusammenarbeiten sollten, um die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Sektors zu stärken, unter Wahrung der jeweiligen Position und Identität.

GW – Sie stehen seit Sommer 2025 an der Spitze von GIMAV und Vitrum. Was hat sich verändert und welche strategischen Prioritäten setzen Sie?

Masutti – Seit ich GIMAV und Vitrum leite, haben wir den Fokus darauf gelegt, die Rolle des Verbands als strategischer Partner der Unternehmen zu stärken. Wir haben den Dialog mit den Mitgliedern intensiviert, die Unterstützung bei der Internationalisierung ausgebaut und die institutionellen Beziehungen gefestigt. Die vier Säulen unserer Strategie sind: globale Wettbewerbsfähigkeit, technologische Führungsrolle, Nachhaltigkeit sowie eine stärkere Integration zwischen Verband und Messeplattform. Jede strategische Entscheidung wird in enger Abstimmung mit unseren Mitgliedern entwickelt. Der Verband muss sich im Einklang mit den realen Bedürfnissen der Branche weiterentwickeln.

GW – Welche Veränderungen planen Sie zur Stärkung der Organisation und der Vitrum?

Masutti – Für die Vitrum arbeiten wir an einem Repositionierungsprozess, der sorgfältige Analyse und Abstimmung erfordert. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern prüfen wir, wie wir die Positionierung sowohl hinsichtlich der Zielmärkte als auch der geografischen Schwerpunkte stärken können. Ziel ist es, die strategisch wichtigsten internationalen Regionen zu identifizieren und Wege zu finden, diese wirksam anzusprechen. Gleichzeitig setzen wir auf ein harmonisches und komplementäres Verhältnis zu anderen Branchenmessen. Das internationale Messeökosystem sollte sich koordiniert weiterentwickeln – nicht in interner Konkurrenz. Die Vitrum muss ihre Rolle als wertorientierte Plattform für die Mitglieder festigen, getragen von einer klaren und gemeinsamen Vision.

Die Fragen stellte Matthias Rehberger

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