Heute wird das Familienunternehmen in vierter Generation von Simon Cordes geführt. „Ich durfte ein Unternehmen übernehmen, das mir ein starkes Fundament und zugleich den Raum gegeben hat, meinen eigenen Weg zu finden", so Cordes. „Genau darin sehe ich heute meine Verantwortung: das Bewährte zu achten, Neues zu ermöglichen und Frerichs Glas so weiterzuentwickeln, dass auch die nächste Generation eines Tages eigene Gestaltungsmöglichkeiten hat."
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Meilensteine auf dem Weg
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Die vielleicht wichtigste Weichenstellung erfolgte Anfang der 1970er Jahre: Unter Reinhard Cordes, dritte Generation, trennte sich das Unternehmen schrittweise von den Geschäftsfeldern Farben und Tapeten und fokussierte sich auf Glas.
Nicht, weil Flachglas schon immer zum Unternehmen gehört hatte, sondern weil Reinhard Cordes dort größere Möglichkeiten für Veredelung, Differenzierung und eigene Wertschöpfung sah. Damit war der Grundstein für die Entwicklung vom Händler zum Verarbeiter gelegt. Später kamen Isolier- und Sicherheitsglas, neue Bearbeitungsverfahren sowie Beschlagsysteme hinzu.
Der zentrale Gedanke, vom Werkstoff zur Lösung zu denken, prägt die Wachstumsstrategie bis heute.
Parallel zum Ausbau des Glasgeschäfts entstand ein Kunststoff-Portfolio. Dazu zählen CNC-bearbeitete Präzisionsteile, Prototypen, 3D-Druck sowie Baugruppen für den Maschinen- und Anlagenbau sowie die Labor- und Medizintechnik.
Die Diversifikation folgt dabei einer klaren Logik: Kundenanforderungen verstehen und in produzierbare Lösungen übersetzen. Technische Beratung, Fertigungskompetenz und Flexibilität sind dabei zentrale Bausteine.
Die drei Standorte von Frerichs Glas
Auch regional hat sich das Unternehmen ausgedehnt. Neben dem Stammsitz in Verden ist Frerichs Glas seit 1987 in Lüneburg vertreten. Vor sieben Jahren nahm zudem das Logistikzentrum in Nauen vor den Toren Berlins den Betrieb auf. Mit den drei Standorten zählt Frerichs Glas heute zu den größten Flachglasverarbeitern in Norddeutschland.
Frerichs Glas
Zum Produktspektrum gehören intelligente Isolierglaslösungen, die Eigenfertigung von ESG und VSG, Vakuumgläser sowie schaltbares Glas und eine variantenreiche Oberflächengestaltung im Innen- und Außenbereich.
Die Bereitschaft zur Veränderung endet für Frerichs Glas nicht beim Geschäftsmodell. Sie betrifft auch die Frage, was der Werkstoff Glas künftig leisten kann – mit energiesparenden und kreislauffähigen Produkten. Glas war gestern Baustoff, heute zeigt sich die Leistungsfähigkeit in seinen Funktionen: Es schützt, dämmt, gestaltet, schafft auf Knopfdruck Privatsphäre und leistet einen Beitrag zu Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz.
Nachhaltigkeit: Batteriespeicher mit 5 MW am Standort
Sichtbar wird dieser Anspruch auch am eigenen Standort. Seit Juni steht auf einer Teilfläche des Unternehmensgeländes ein Batteriespeicher mit 5 MW. Er dient dem Lastspitzenmanagement und dem Arbitragehandel und leistet zugleich einen Beitrag zur Stabilisierung des regionalen Stromnetzes.
Für Simon Cordes entscheidet sich Zukunftsfähigkeit an genau diesem Punkt: „Als Unternehmen können wir uns sehr wohl fragen, welchen Sinn unser eigenes Handeln hat. Das bedeutet für uns, die in unserer Verantwortung liegenden Dinge so zu gestalten, dass wir für unser Umfeld bessere Rahmenbedingungen schaffen, damit ein gesundes, intelligentes und vor allem sicheres Bauen auch für zukünftige Generationen Bestand hat. Genau so stelle ich mir zukunftsfähiges Unternehmertum vor."
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