Das 2FA Ensemble aus zwei Türmen mit 23 und 38 Geschossen sowie einem 12-geschossigen Podium liegt in der City of London, direkt neben der Liverpool Street Station. Auftraggeber sind British Land, GIC und Modon, für den Entwurf verantwortlich ist das Architekturbüro 3XN GXN. Neben Net-Zero werden BREEAM Outstanding, WELL Platinum und eine NABERS-Bewertung von 5 Sternen angestrebt.
Die beiden 156 und 101 m hohen Türme bereichern die Skyline mit kristalliner Eleganz. Die Fassade ist als feinteiliges, dreidimensionales Sägezahnrelief ausgebildet, das Licht und Reflexionen unterschiedlich aufnimmt. Diagonale, goldsandfarbene Aluminiumbänder gliedern sie in Dreiecke.
Konstruktiv basiert die Gebäudehülle auf einer Structural-Glazing-Elementfassade. Die typischen Units messen 1500 × 3875 mm und kombinieren eine Durchsichtverglasung mit einer als Shadow Box ausgebildeten Brüstungszone sowie einem opaken, mit Aluminiumpressblechen verkleideten Fassadenabschnitt.
So sind die Fassadengläser aufgebaut
Die eingesetzten Isoliergläser erreichen Formate von rund 1060 × 2950 mm. Am Projekt beteiligt waren der Fassadenbauer Focchi Group, der Fassadenberater FMDC sowie der Tragwerks- und Gebäudetechnikplaner Ramboll:
Zum Einsatz kam ein Sonnenschutz-Isolierglas mit einer Stopray-Vision-52-Beschichtung auf Position 4, einem 18 mm breiten, argongefüllten SZR mit dem flexiblen Abstandhalter Super Spacer T-Spacer SG sowie VSG auf beiden Seiten.
Die außenliegende Scheibe verfügt zusätzlich über eine akustisch wirksame PVB-Zwischenlage. Bei einer Lichttransmission von ca. 50 % erreicht die Verglasung einen g-Wert von etwa 25 % sowie einen Ug-Wert von 1 W/(m²K).
In den Amenity Cuts sowie der Amenity Terrace geht die gefaltete Fassade in eine ebene SSG-Verglasung über. Die Isolierglaseinheiten fallen dort mit Formaten von bis zu 2500 × 7500 mm deutlich größer aus. An acht Gebäudeecken laufen bis zu 10 verschiedene Fassadenkomponenten in einem einzigen Element zusammen – den sogenannten Snowflake-Knoten.
Spezieller Randverbund für Structural Glazing
Die Isoliergläser wurden bei AGC Interpane in Plattling mit dem Warme-Kante-Abstandhalter Super Spacer T-Spacer SG gefertigt, einer speziell für Structural-Glazing-Anwendungen entwickelten Variante. „Bei Projekten wie 2 Finsbury Avenue müssen wir sicher sein, dass der Randverbund seine Leistungsfähigkeit über Jahrzehnte hinweg behält. Über die robotergestützte Applikation können wir diese Qualität wirtschaftlich fertigen“, erläutert Daniel Bruckelt, Leiter der Isolierglasfertigung von AGC Interpane.
Bei SSG-Fassaden spielt die Geometrie des Abstandhalters eine entscheidende Rolle: Die außenliegende Sekundärdichtung aus Silikon übernimmt zwar den UV-Schutz, ist selbst aber gasdurchlässig.
Die dauerhafte Gasdichtheit des Randverbunds muss deshalb allein die innenliegende Primärdichtung aus Polyisobutylen (PIB) sicherstellen. Beim T-Spacer SG sind die seitlichen Kontaktflächen vergrößert und erlauben einen dickeren, gleichmäßigeren PIB-Auftrag mit hoher Parallelität zur Glaskante.
„Große Isoliergläser sind schwer und gleichzeitig sensibel. Windlasten, Temperaturwechsel, Druckschwankungen und thermische Ausdehnung führen zu permanenten Bewegungen im Randverbund. Die Elastizität unseres Spacers kann diese Bewegungen aufnehmen und senkt langfristig das Risiko von Dichtungsversagen, Gasverlust und Spannungsrissen“, so Christoph Rubel, European Technical Manager bei Edgetech Europe. Damit leisten die Super Spacer einen zentralen Beitrag zur angestrebten Lebensdauer der Fassade und unterstützen zudem das Net-Zero-Ziel des Gebäudes.