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Im Gespräch mit Miika Äppelqvist

„Automation ist der Schlüssel“

GW – Ihr Motto lautet „Glass. Automated.“ – wo sehen Sie in der Glasverarbeitung aktuell den größten Automatisierungsbedarf?

Miika Äppelqvist – Fast überall in diesen Prozessen. Glasverarbeiter müssen heute ein breites Produktspektrum in hoher Qualität gewährleisten und gleichzeitig mit Kostendruck und Fachkräfte-Mangel zurechtkommen. Die Frage ist, welches Problem die Automatisierung für die Kunden löst und welchen Mehrwert sie schafft. Manchmal geht es um die Automatisierung eines einzelnen Prozesses wie beim Glas beladen mit dem Glaston Laderoboter. In anderen Fällen geht es um autonome Anlagen wie Glaston Autopilot oder um die Integration mehrerer Prozessschritte in eine komplette Produktionslinie. Alle Fälle verfolgen gleiche Ziele: manuelle Eingriffe reduzieren sowie Qualität und Produktivität zu verbessern. Genau das ist die Richtung, die wir mit Glaston einschlagen: Automatisierung dort einzusetzen, wo sie echten Kundennutzen schafft – von einzelnen Prozessschritten bis hin zu zunehmend vernetzten und intelligenten Produktionslinien.

GW – Sie stellen weiter neue Techniken für komplexe Mehrschichtlaminate vor, richtig?

Äppelqvist – Ja. Dabei ist für unsere Kunden entscheidend, dass immer komplexere Produkte nicht automatisch eine immer komplexere Produktion bedeuten. Mit unserer patentierten Convection-Control-Technologie automatisieren wir die Verarbeitung komplexer Mehrschicht-Laminate vollständig. Die gesamte Prozessintelligenz ist direkt in das System integriert.

Darüber hinaus präsentieren wir auf der Messe ein weltweit einzigartiges Exponat, das bei unserem Kunden Flachglas Wernberg in einem einzigen Durchlauf und ohne Rezeptur auf eine Dicke von 100 mm laminiert wurde.

GW – Was gibt es bei Glaston Neues in der TPS-Isolierglas-Technologie?

Äppelqvist – Ein wesentlicher neuer Mehrwert für unsere Kunden ist der marktweit geringste Materialverbrauch dem TPS Pro‘Applicator. Wir haben die kleinste Düse auf dem Markt entwickelt, die die EN-Norm erfüllt und unseren Kunden dabei hilft, Produktkosten zu senken und Einsparungen in Höhe von Hunderttausenden pro Jahr zu erzielen. Zudem bieten wir die breiteste Palette an TPS-Düsen in einem einzigen System an, mit Spacer-Breiten zwischen 6 und 27 mm, bei Mehrschichtanwendungen bis 36 mm.

Automation verfolgt immer das Ziel, manuelle Eingriffe zu reduzieren sowie Qualität und Produktivität zu verbessern

Und mit Glaston Ultra TPS ermöglichen wir die automatisierte Serienfertigung von 3-fach- und 4-fach-TPS-IG-Einheiten mit Mittelgläsern von nur 0,5 mm Dicke. Dies eröffnet unseren Kunden interessante Möglichkeiten. Sie können leistungsstarkes Isolierglas herstellen und dabei sowohl das Gewicht als auch die Gesamtdicke der Einheit reduzieren. Für uns ist dies ein wichtiger Grundsatz der Innovation: Die beste Technologie sollte nicht nur die Herstellung des heutigen Produkts beschleunigen. Sie sollte auch neue Produkte und neue Geschäftsmöglichkeiten für Verarbeiter schaffen.

GW – Mit dem Muntin‘Master und Cobot automatisieren Sie die Sprossenpositionierung. Wie geht das konkret?

Äppelqvist – Das Einsetzen von Sprossen in eine TPS-IG-Einheit ist ein gutes Beispiel für einen relativ kleinen Prozessschritt, der in einer ansonsten hochautomatisierten Produktionslinie zu einem Engpass werden kann. Der Glaston Muntin‘Master ist die einzige vollautomatische Lösung für die präzise Positionierung von Sprossen in TPS-IG-Einheiten. Die optionale Cobot-Erweiterung führt die Sprossen automatisch der Maschine zu, was zu einer gleichbleibend hohen Qualität und maximaler Prozesssicherheit führt.

GW – Glaston bringt in diesem Jahr neue Produkte in verschiedenen Preisklassen auf den Markt. Was steckt dahinter?

Äppelqvist – Glaston ist traditionell im Hochleistungssegment stark vertreten. Wir investieren kontinuierlich, um unsere technologische Führungsposition zu behaupten, sehen aber gleichzeitig ein großes Potenzial darin, Kunden mit unterschiedlichen Anforderungen und Investitionsniveaus zu bedienen.

Mit den neuen Produktreihen machen wir die Glaston-Technologien in völlig neuen Preisklassen zugänglich. Die Grundidee ist einfach: Der Kunde soll das für sein Unternehmen passende Maß an Leistung, Automatisierung und Investition wählen können und dabei dennoch die Glaston-Kernwerte erhalten: fundiertes Prozess-Know-how, Qualität, Zuverlässigkeit und Service über den gesamten Lebenszyklus. Das bedeutet, dass Verarbeiter, für die Glaston bisher möglicherweise außerhalb ihres Investitionsrahmens lag, nun zu einem ganz anderen Einstiegspreis Zugang zu unseren Technologien erhalten.

Das Interview führte Matthias Rehberger

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