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Interview mit Peter Dixen von Synerglass-Soft

„Ein Start-up mit 30 Jahren Erfahrung“

GW – Herr Dixen, was hat Sie bewogen, Teil­haber von Synerglass-Soft zu werden?

Dixen –  Für mich ist wichtig, dass ich unser Unternehmen und seine Strategie mitgestalten kann. Synerglass-Soft ist ein Softwarespezialist, der auf die Glasbranche ausgerichtet ist. Die Glasverarbeitung und das Wissen um die Branche gehören damit sozusagen zu unserer DNA.

GW – Wie kann Synerglass-Soft, die Entwicklung der Branche künftig stärker mitgestalten?

Dixen – Wir haben viel Potenzial. Dieses können wir nutzen, um unsere Produkte auch in die Nachbarländer zu tragen. Synerglass-Soft gibt es seit 30 Jahren und damit verfügen wir über sehr viel Wissen über Glas und die Branche. Gleichzeitig können wir mit der neuen Struktur wie ein Start-up agieren, das über sehr viel Branchenerfahrung verfügt. Das ist aus meiner Sicht einmalig.

GW – Was bedeutet die Eigenständigkeit für Ihre künftige Ausrichtung und Produktentwicklung?

Dixen –  Wir können frei agieren und dort investieren, wo wir es für richtig halten. Wir sind nicht mehr in der Weise eingeschränkt, wie es unter der Leitung von Primo Holding der Fall war. Meine Kollegen und ich kennen uns sehr gut in der Glasbranche aus. Und wir sind finanziell gut aufgestellt. Das gibt uns die Möglichkeit, unsere Entwicklung selbst zu gestalten.

GW – Welche Rolle spielt der deutsche Markt?

Dixen –  Eine sehr wichtige Rolle, denn Deutschland ist der größte Markt in Europa. Das ist ein Markt, in dem alle großen Player aktiv sein müssen. Aus Deutschland kommen viele Impulse und Innovationen. Ich kenne den Markt sehr gut und bin der Meinung, dass er mit Software noch nicht optimal bedient wird – gerade mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen. Gleichzeitig gibt es hier viele weltweit führende Unternehmen, die innovativ sind und die Branche voranbringen.

GW – Wie strukturieren Sie den Markt?

Dixen – Wi teilen den Markt in zwei Segmente auf: zum einen die industrielle Glasverarbeitung und zum anderen den tendenziell handwerkliche ausgerichteten Bereich.

GW – „Wo sehen Sie in den Prozessen aktuell die größten Potenziale zur Effizienzsteigerung?

Dixen – Gerade in der Auftragsbearbeitung sehe ich großes Potenzial. Dort lässt sich viel Zeit einsparen, auch mithilfe von KI. Ein weiterer Bereich ist die Produktionsplanung. Die ist aus meiner Sicht heute noch zu stationär. Das muss und wird deutlich dynamischer werden. Auch hier wird KI die Branche dabei unterstützen, schneller und flexibler zu werden. Wir werden eine Produktionssteigerung in der Breite sehen und gleichzeitig ­einen schnelleren Durchsatz erreichen.

GW – Welche Lösungen werden aktuell besonders stark nachgefragt?

Dixen –  Die Digitalisierung hat ihre eigene Logik, das muss bei der Gestaltung und Umsetzung der Abläufe berücksichtigt werden. Der Abgleich mit den Glasverarbeitungsprozessen ist dabei ­eine normale und positive Entwicklung, die allen Beteiligten zugutekommt. Fehler werden weiter minimiert und die Abläufe schneller und genauer.

GW – Wie wichtig sind Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Einzegläsern/ISO-Einheiten?

Dixen –  Das wird mit zunehmender Vernetzung und Digitalisierung zu einem Muss. Aus meiner Sicht ist das auch umsetzbar. Die Einzelproduktnachverfolgung wird ebenfalls kommen.

GW – Welche konkreten Einsatzmöglichkeiten sehen Sie für KI in der Glasverarbeitung?

Dixen – Das beginnt bei der Angebots- und Auf­tragserfassung und zieht sich dann durch die komplette Prozesskette – bis hin zu Logistik und Montage und weiter bis zur Maschinenwartung. KI wird also nicht nur an einer einzelnen Stelle eingesetzt werden, sondern kann viele Bereiche entlang des gesamten Prozesses unterstützen.

GW – Viele Betriebe müssen mit weniger Personal mehr leisten. Wie kann hier Software helfen?

Dixen – Automatisierung und KI werden viele Nebentätigkeiten übernehmen und damit die Produktion noch kosteneffizienter machen. Die Software ist hier das Steuerungselement.

GW – Mit Blick auf die Zukunft: Welche Entwicklungen werden die Glasverarbeitung und die Digitalisierung der Betriebe am stärksten prägen?

Dixen – Der Trend geht ganz sicher hin zur umfassenden Automatisierung. Das betrifft dann auch alle Betriebsgrößen und bietet gerade vor dem Hintergrund fehlender Arbeitskräfte den Glasbetrieben jeder Größenordnung auch in Zukunft gute Möglichkeiten und Chancen. Dabei werden die heute noch vielfach recht statischen Prozesse deutlich flexibler und dynamischer werden. Die Automatisierung in der Produktion steht und fällt dabei mit der eingesetzten Software – allen voran dem ERP-System, das als zentrale Steuerungsinstanz sämtliche Prozesse verbindet. Ohne ein leistungsfähiges ERP bleiben selbst hochmoderne Maschinen und Anlagen weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, da erst die durchgängige Datenbasis eine wirklich automatisierte Fertigung ermöglicht.

Das Interview führte Matthias Rehberger

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