Rewindo
Die Gewoge AG, das größte Wohnungsunternehmen in Aachen, hat kürzlich mit der energetischen Sanierung von sechs Wohnblöcken in der Alkuinstraße begonnen. Die im Jahr 1963 errichteten Gebäude umfassen rund 160 Wohneinheiten und über 10.000 Quadratmeter Wohnfläche. Das Projekt ist als „Hüllsanierung“ konzipiert, bei der die Bestandsfassade erneuert wird.
Die Arbeiten erfolgen in drei Bauabschnitten und bei bewohnten Einheiten. Im ersten Wohnblock tauscht das Fensterbauunternehmen Kochs GmbH aus Herzogenrath 175 alte PVC-Fenster gegen neue, energieeffiziente Kunststofffenster aus. Insgesamt werden über 1.000 neue Fenster verbaut. Die ausgedienten PVC-Fenster werden werkstofflich recycelt und das gewonnene Rezyklat erneut in der Fensterprofil-Herstellung eingesetzt.
Tradition und Kreislaufwirtschaft
Das Recyclingverfahren für PVC-Altfenster wird seit 2002 von der Rewindo GmbH Fenster-Recycling-Service in Bonn organisiert und mit Recyclingpartnern umgesetzt. Die Entsorgung von Baustellenabfällen in geschlossenen Materialkreisläufen, auch als „zirkuläres Bauen“ bezeichnet, entspricht den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und der Gewerbeabfallverordnung.
In Aachen hat das werkstoffliche Recycling von PVC-Altfenstern bereits eine Geschichte: Gewoge leistete hier schon vor über 16 Jahren Pionierarbeit. Im Jahr 2010 wurde sie mit einem Sanierungsprojekt in der Jägerstraße, bei dem rund 300 PVC-Altfenster recycelt wurden, als Preisträger im Rewindo-Wettbewerb „Umweltgerechte Modernisierung“ ausgezeichnet.
Recyclingprozess und Partner
Das Fensterbauunternehmen Kochs GmbH, ein 1955 gegründeter Familienbetrieb, ist seit fast zehn Jahren Premium-Partner der Rewindo. Das Unternehmen ist Marktführer in der Region Aachen und zählt zu den modernen Fenster- und Türenproduktionen Deutschlands mit 300 Mitarbeitern. Die ausgebauten PVC-Altfenster von der Baustelle in der Alkuinstraße werden in speziellen Containern gesammelt.
Für die weitere Entsorgung und Aufbereitung ist das Recycling Network der Profine GmbH in Pirmasens zuständig. Der Hersteller bereitet dort Profilabschnitte und vorkonfektioniertes Altfenstermahlgut zu Regranulat auf, das für die Produktion von Recycling-Fensterprofilen dient. Profine kooperiert dabei mit weiteren Rewindo-Recyclingpartnern.
Umweltvorteile und Qualität
Der Materialkreislauf für Kunststofffenster fördert die Ressourceneffizienz und reduziert im Vergleich zur Neuproduktion den CO2-Ausstoß. Die Recyclingprofile aus PVC besitzen die gleiche bautechnische Qualität wie Neuware. Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter bestätigt, dass das Verfahren gute Ergebnisse erzielt. Allein im letzten Jahr wurden in Deutschland über 2,5 Millionen ausgediente Kunststofffenster recycelt und in den Materialkreislauf zurückgeführt.
Blick in die Zukunft
Die steigenden jährlichen Recyclingmengen tragen zur Erreichung der Recyclingziele des Nachhaltigkeitsprogramms VinylPlus® der europäischen PVC-Branche bei. Bis 2030 sollen europaweit jährlich eine Million Tonnen PVC aus allen Anwendungen recycelt werden. Vetter betont, dass Rewindo hierzu einen wichtigen nationalen Beitrag leistet und die PVC-Altfenster aus Aachen einen Mosaikstein in diesem Materialkreislauf darstellen. Er erwartet in den kommenden Jahren weiterhin steigende Mengen. Angesichts der Energiekosten und des Klimaschutzes besteht ein Bedarf an energetischen Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Gebäudesanierung. Der Einsatz effizienter Kunststofffenster ist für die Erreichung der Umweltziele der Bundesregierung im Bausektor von Bedeutung.
Quelle: Rewindo / fl