Die Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland zeigen wieder aufwärts: Im Juni 2026 wurde der Bau von 21.600 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 13,8 % oder 2.600 Baugenehmigungen gegenüber dem Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau um 14,1 % auf 17.800, während Umbaumaßnahmen um 12,1 % auf 3.900 Wohnungen zulegten.
Erstes Halbjahr: Stärkster Anstieg seit 2016
Noch deutlicher fällt die Bilanz des ersten Halbjahrs 2026 aus: Mit 126.300 genehmigten Wohnungen verzeichneten die Bauämter ein Plus von 15,1 % oder 16.600 Einheiten gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Stärker war die Zahl der Baugenehmigungen in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum zuletzt im Jahr 2016 gestiegen", so Destatis. Damals hatte der Anstieg 30,4 % betragen.
Allerdings relativiert sich die positive Entwicklung beim Blick auf die absoluten Zahlen: Der aktuelle Anstieg erfolgt „vom niedrigen Niveau der ersten sechs Monate der Jahre 2024 und 2025" mit nur 106.700 beziehungsweise 109.800 genehmigten Wohnungen. Einen ähnlich schwachen Wert hatte es zuletzt im ersten Halbjahr 2011 mit 108.600 Wohnungen gegeben.
Mehrfamilienhäuser treiben Erholung voran
Bei den Neubau-Wohngebäuden wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 103.100 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 15,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Den stärksten Zuwachs verzeichneten Zweifamilienhäuser mit 27,3 % auf 7.700 genehmigte Wohnungen, gefolgt von Mehrfamilienhäusern mit 16,9 % auf 67.000 Wohnungen. Einfamilienhäuser legten um 12,7 % auf 24.000 Einheiten zu, während Wohnheime mit 0,9 % auf 4.400 Wohnungen praktisch stagnierten.
In neuen Nichtwohngebäuden – etwa Hausmeisterwohnungen in Schulen oder Wohnungen über Gewerbeflächen – wurden 2.400 Wohnungen genehmigt, ein deutliches Plus von 42,7 %.
Als Umbaumaßnahmen in bestehenden Gebäuden wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 20.800 Wohnungen genehmigt – 9,2 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Diese Zahlen unterstreichen die wachsende Bedeutung der Bestandssanierung im angespannten Wohnungsmarkt.
Die aktuellen Zahlen geben der gebeutelten Baubranche und ihren Zulieferern erste Hoffnung auf eine Erholung. Allerdings zeigt der Vergleich mit den Vorkrisenjahren, dass der Weg zurück zu einem stabilen Wohnungsneubau noch weit ist.