Rehau
Mit dem Verkaufsstart des im März angekündigten Smart Modules bringt der Grazer Smart-Lock-Pionier Nuki die Technologie seiner fünften Smart-Lock-Generation ohne sichtbare Hardware direkt in die Haustür. Das Modul steuert elektromechanische Türschlösser wie Motorschlösser oder A-Öffner an und verwandelt sie in per Smartphone steuerbare Zutrittssysteme. Für die Türenindustrie in Europa übernimmt Rehau Window Solutions den Vertrieb und Support: Das Unternehmen betreut sie exklusiv mit seinem Vertriebs- und Support-Netzwerk, um die Einbindung des Smart Modules in das Portfolio der Hersteller möglichst einfach zu gestalten. Die Zusammenarbeit soll sicherstellen, dass Verarbeiter die Technologie ab Werk integrieren können, ohne ihre bestehenden Fertigungsprozesse anzupassen.
„Damit bieten wir Kundinnen und Kunden erstmals die volle Wahlfreiheit: Wer bestehende Türen innerhalb weniger Minuten selbst smart machen will, nutzt das Smart Lock. Und wer auf eine unsichtbare, fest verbaute Lösung setzt – ob im Neubau ab Werk oder bei der Modernisierung bestehender Motorschlösser –, bekommt mit dem Smart Module genau diese Freiheit“, erklärt Martin Pansy, Mitgründer und CEO von Nuki.
Integration ab Werk oder per Nachrüstung
Nuki
Für Türenhersteller lässt sich das Modul direkt in die Haustür integrieren. Je nach Türkonzept sind ein eingefräster Einbau im Rahmen oder Flügel sowie eine schnelle Montage im Türfalz möglich. Steckerfertige Anschlusskabel können die Integration zusätzlich vereinfachen. Das Modul ist für gängige elektromechanische Türschlösser ausgelegt und unabhängig vom Profilmaterial einsetzbar. Als kompatible Schlosshersteller nannte Nuki bei der Präsentation unter anderem Siegenia, Winkhaus, GU, Maco, Roto und Fuhr.
Verkabelung und Funktionsprüfung können bereits in der Fertigung ohne Nuki App und ohne Nutzerkonto erfolgen. Die Endkunden koppeln das Smart Module anschließend selbst mit wenigen geführten Schritten mit der App. So lässt sich die Lösung ohne aufwendige Inbetriebnahme beim Partner oder auf der Baustelle in bestehende Produktions- und Montageprozesse einbinden.
Auch im Bestand eröffnet das Modul Möglichkeiten: Es lässt sich unsichtbar in einer Standard-Unterputzdose nachrüsten. Geschulte Nuki Pro Partner, etwa Elektriker oder Systemintegratoren, können bestehende Türen mit elektromechanischem Schloss so nachträglich digitalisieren und modular mit Nuki-Accessoires erweitern. Die Installation erfordert elektrotechnische Kenntnisse und muss laut Nuki von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden.
Rehau verweist zudem auf die eigene Haustür Artevo: Der integrierte, revisionierbare Kabelkanal biete eine Plattform für smarte Anwendungen. Die Kabelführung kann im Nichtsichtbereich verlaufen und bleibt für Wartung oder Anpassungen zugänglich.
Technik: Dauerstrom, Matter und Schlüsselzugang
Das Modul wird dauerhaft mit 12 bis 24 V DC versorgt, ein Laden oder Batteriewechsel entfällt. Der mechanische Schlüsselzugang bleibt erhalten. Die Haustür bleibt optisch unberührt, da keine externen Anbauteile nötig sind.
Funktional bietet das Smart Module den gewohnten Nuki-Komfort: schlüsselloser Zutritt per Smartphone, automatisches Öffnen bei Annäherung über Auto Unlock, Fernzugriff sowie digitale Zutrittsberechtigungen für Familie, Gäste oder Dienstleister, die dauerhaft, wiederkehrend oder zeitlich begrenzt vergeben werden können. Benachrichtigungen, Statusinformationen und ein Aktivitätsprotokoll schaffen Transparenz. Optional lässt sich das System um ein Keypad für Zugang per Code, Fingerabdruck oder NFC sowie um einen Door Sensor erweitern.
Das Modul verfügt über integriertes WLAN, Bluetooth und native Matter-over-Thread-Konnektivität und lässt sich in Apple Home, Google Home, Amazon Alexa und Samsung SmartThings einbinden. Für Matter over Thread ist ein kompatibler Smart-Home-Hub erforderlich. Eine zusätzliche Bridge oder ein Gateway wird nicht benötigt. Nach der einmaligen Kopplung mit der App kann das Modul auch rein über Bluetooth bedient werden, etwa per App oder mit Zubehör wie Keypad und Fob. Nuki empfiehlt dennoch eine WLAN-Verbindung für Fernzugriff und Benachrichtigungen.
Rehau: "All in One Partner" für Türenhersteller
„Diese innovative smarte Zutrittslösung ist das Ergebnis einer erfolgreichen Kooperation zweier absoluter Innovationstreiber. Mit dem Nuki Smart Module stärkt Rehau Window Solutions die Position seiner Partner und Kunden in einem dynamischen Markt. Als starker All in One Partner schaffen wir Zukunftsfähigkeit, Differenzierung sowie deutliche Mehrwerte für Endkunden gegenüber dem Wettbewerb und damit ganz konkrete Wachstumschancen für unsere Partner. Unser Versprechen: Ihr Erfolg steht für uns im Mittelpunkt“, sagt Carsten Heuer, CEO von Rehau Window Solutions.
Auch Frank Zimmermann, CTO von Rehau Window Solutions, sieht Zusatzgeschäft: „Das Nuki Smart Module macht smarten Zutritt zu einem flexibel integrierbaren Bestandteil der Haustür. Partner und Kunden können damit ein hochwertiges Smart-Access-Upgrade anbieten und Zusatzgeschäfte im Neubau und in der Renovierung erschließen. Zum Beispiel in Kombination mit dem zukunftsweisenden Profilsystem Artevo als Haustür zeigt das Nuki Smart Module, wie Rehau Window Solutions als All in One Partner immer wieder höchste Innovationsfähigkeit in erfolgreiche Lösungen überführt.“
Bei der Pre-Launch-Präsentation beantwortete das Nuki-Team zahlreiche Fragen aus der Branche
- Türsensor: Ein vorhandener Türkontakt kann mit dem Eingang IN1 des Smart Modules verkabelt und in der App als "Externer Türsensor" konfiguriert werden. Voraussetzung ist, dass der Sensor ein Spannungssignal liefert.
- Stahl- und Alutüren: Baumaterialien wie Stahl können Signale abschirmen. In solchen Fällen kann die direkte Integration des Moduls in den Türrahmen die geeignetere Lösung sein.
- Zubehör: Das Smart Module ist mit dem Keypad 2 NFC und allen anderen aktuellen Nuki Accessories kompatibel und unterstützt alle NFC-Funktionen.
- Matter: Tap to Unlock via NFC kann über Matter von Smart-Home-Ökosystemen verwaltet werden, die digitale Wallet-Home-Keys unterstützen. PIN-Codes und Fingerabdrücke werden über die Nuki App verwaltet.
- Thread-Netzwerk: Das Modul unterstützt Matter über Thread, ist aber kein Thread Mesh Repeater.
Marktchancen
Das Marktpotenzial ist laut den Herstellern groß. Nur 4 % der europäischen Haushalte nutzen bislang einen digitalen Schlüssel (Statista Market Insights 2024), doch das Interesse steigt, vor allem bei Neubauten und Renovierungen. Branchenanalysen auf Basis des Nuki Market Models prognostizieren eine Vervierfachung des Neubau-Segments auf mehr als eine Million smarte Türen pro Jahr bis 2036.
„Mit dem Nuki Smart Module erschließt Rehau Window Solutions damit seinen Partnern und Kunden exklusiv in der Türenindustrie wichtige Erfolgsfaktoren im Smart-Home-Bereich. Bis 2030 wird der Markt für Smart Locks durchschnittlich um 16 % pro Jahr wachsen. Das Nuki Smart Module ist schon jetzt für die Türenindustrie die perfekte Antwort auf den wachsenden Bedarf an smarten Zutrittslösungen“, sagt Fabian Meutsch, Director Smart Solutions bei Rehau Window Solutions. Rehau unterstützt Kunden und Partner mit gezielten Schulungen bei der Integration ins eigene Portfolio.
Verfügbarkeit und Preise
Das Smart Module ist europaweit als integrierte Komplettlösung über führende Türenhersteller erhältlich, außerdem als eigenständiges Produkt bei autorisierten Nuki Pro Partnern und im Nuki Online Shop zum Preis von 359 Euro. Rehau nennt als Verfügbarkeitsdatum den 12. November 2026. Zum Start ist das Produkt im Online Shop exklusiv für Mitglieder des Nuki Clubs verfügbar.
Keypad 2 NFC in Weiß mit Diebstahlerkennung
Parallel erweitert Nuki sein Zubehör: Das im Frühjahr eingeführte Keypad 2 NFC, das neben Zahlencode und Fingerabdruck auch kontaktlosen Zutritt per NFC ermöglicht, erscheint in einer limitierten White Edition. Es ist bereits in zehntausenden Haushalten im Einsatz. Das Upgrade ist eine Diebstahlerkennung für alle Modelle des Keypad 2 NFC: Registriert ein im Batteriefach integrierter Sensor eine Bewegung oder Demontage, reagiert das System sofort. Nutzer erhalten, sofern aktiviert, eine Benachrichtigung, zudem wird der Vorfall im Aktivitätenprotokoll erfasst. Unbefugte können weder die Tür über das Keypad öffnen noch das Gerät zurücksetzen oder mit einem anderen Nuki-Gerät koppeln. Wurde das Keypad rechtmäßig bewegt, lässt es sich nach einmaliger Authentifizierung per Fingerabdruck oder Zutrittscode wieder freischalten. Die Funktionen von weißer und schwarzer Variante sind identisch.
Über Nuki
Nuki wurde 2015 nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne von den Brüdern Martin und Jürgen Pansy in Graz gegründet. Das Unternehmen beschäftigt dort mehr als 130 Mitarbeitende und bezeichnet sich als Europas führenden Anbieter smarter, nachrüstbarer Zutrittslösungen. Das Nuki Smart Lock ist weltweit bei mehr als einer Million Menschen im Einsatz.