Der Austausch energetisch veralteter Fenster rechnet sich schneller als bisher angenommen. Das zeigt eine aktuelle Analyse des ift Rosenheim im Auftrag des Verbands Fenster + Fassade (VFF), die Herstellung, Einbau und Nutzung moderner Fenster hinsichtlich Energie- und CO₂-Einsparung umfassend bewertet.
Die CO₂-Emissionen, die bei Herstellung und Einbau neuer Fenster entstehen, werden bereits nach ein bis fünf Jahren durch Einsparungen im Gebäudebetrieb ausgeglichen. Die energetische Amortisation liegt je nach Energieträger und Ausgangssituation zwischen zwei und elf Jahren.
Heizsystem entscheidet über Amortisationszeit
Bei Gebäuden mit Erdgas- oder Ölheizung erfolgt die energetische Amortisation bereits nach etwa zwei bis vier Jahren, bei Fernwärme nach vier bis sieben Jahren und bei Wärmepumpen nach sechs bis elf Jahren. Die CO₂-Amortisation wird noch schneller erreicht – bei fossilen Energieträgern oft bereits innerhalb von ein bis drei Jahren.
Die Untersuchung bezieht sich gezielt auf den Austausch energetisch schlechter Bestandsfenster – insbesondere Fenster mit Einfachglas, Verbund- und Kastenfenster sowie Fenster mit älteren Isoliergläsern. Beim Austausch von Fenstern mit Einfachglas können Heizwärmeeinsparungen von rund 270 bis 290 kWh pro Quadratmeter und Jahr erzielt werden.
Positive Bilanz unabhängig vom Heizsystem
Moderne Fenster tragen unabhängig vom eingesetzten Heizsystem zur Einsparung von Treibhausgasemissionen bei. Die absolute CO₂-Minderung fällt bei emissionsintensiven Energieträgern wie Heizöl und Erdgas besonders hoch aus, ist aber auch bei bereits emissionsarmen Systemen wie Wärmepumpen oder Holzheizungen positiv.
Der Vergleich zwischen Fenstern mit 2-fach- und 3-fach-Wärmedämmglas zeigt: Beide Varianten amortisieren sich in kurzen Zeiträumen. 3-fach-Isoliergläser verursachen zwar einen leicht höheren Herstellungsaufwand, ermöglichen jedoch zusätzliche Energieeinsparungen über die Nutzungsdauer.
Differenzierte Betrachtung des Gebäudebestands nötig
Die Ergebnisse gelten ausschließlich für den Austausch energetisch veralteter Fenster. Für modernere Bestandsfenster ist eine Nutzung bis zum technischen Lebensende sinnvoll. Über die angenommene Lebensdauer von 50 Jahren übersteigen die eingesparten Energiemengen und vermiedenen Treibhausgasemissionen die Aufwendungen für Herstellung und Einbau um ein Vielfaches.
„Die Studie zeigt klar: Der Austausch alter Fenster ist eine effiziente Maßnahme mit schneller Wirkung. Die Investition rechnet sich energetisch und ökologisch bereits nach wenigen Jahren", so Frank Lange, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade.
ift
Die vollständige Studie steht unter https://window.de/wp-content/uploads/2026/03/260315Studie_CO2.pdf zum Download zur Verfügung.