Am Standort Kirchberg im Hunsrück hat Arnold Glas offiziell eine neue, hochautomatisierte TPA-Isolierglaslinie in Betrieb genommen. Rund 12 Mio. Euro wurden dabei in die Fertigung investiert. Die Anlagentechnik stammt von Lisec. Umgesetzt wurde das Projekt in nur neun Monaten, und das bei laufendem Betrieb.
Für Hans-Joachim Arnold ist die Investition ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland und zur Region Hunsrück. „Wir haben wirklich dieser Region viel zu verdanken, hier werden wir gut unterstützt", so Arnold. Wichtig sei ihm auch die Perspektive für die Zukunft: „Wir haben am Standort noch eine Reservefläche von 60000 m2, wo wir in den nächsten fünf Jahren weiter investieren können."
Die größte Herausforderung war, in neun Monaten die neue Linie aufzubauen – und dabei weiter unsere Kunden zu bedienen. Und das haben wir geschafft
Foto: Matthias Rehberger / GW
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Abnahme der fertigen Isoliergläser am Ende der Linie
Arnold verwies darauf, dass das Familienunternehmen bewusst in Deutschland investiert, statt Kapazitäten ins Ausland zu verlagern: „Hier ist unser Markt, hier fertigen wir. Als heimische Industrie sind wir in Vorleistung gegangen, aber die gleiche Erwartung habe ich auch von der Politik." Es könne nicht sein, dass hierzulande Wohnungen dringend gebraucht werden und man beim Bau fast ein Jahrzehnt hinterherhänge.
Mit der Investition setze die Gruppe (www.arnold-glas.de) ein klares Zeichen: „Mit dieser Produktionslinie sind wir auf dem neuesten Stand und können hier Gläser fertigen, die den Ansprüchen im Weltmarkt genügen." Am Standort Kirchberg sind derzeit rund 150 Mitarbeitende beschäftigt, weiteres Wachstum ist geplant.
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v.l. Albert Schweitzer, Hans-Joachim Arnold und Andreas Winter
Fachveranstaltung mit über 200 Teilnehmern
Zur Eröffnung am 10. September kamen über 200 Teilnehmer – Geschäftspartner, Kunden, Lieferanten und Fachleute – im Rahmen der Fachveranstaltung „Glas trifft Fenster und Fassade" zusammen. Neben einem Rundgang durch die neue Produktion standen Fachvorträge und Produktvorstellungen auf dem Programm. Mit vor Ort war auch Gottfried Brunbauer, CEO von Lisec.
Die neue Linie reicht von der Glasbeschickung über den Zuschnitt bis zur vollautomatisierten Isolierglasfertigung mit dem thermoplastischen Abstandhalter 4SG von Kömmerling. Verarbeitet werden Scheiben bis zum Format von 3,21 x 5 m. Ergänzt wird die Anlage durch eine integrierte Kantenbearbeitung sowie einen Qualitätsscanner von Viprotron. Bereits bei der Applikation der ISO-Einheit wird ein Barcode auf den Spacer gedruckt. So lässt sich jede Scheibe über den gesamten Prozess hinweg verfolgen; zudem können Informationen zum Fenster, zur Montage und für das Facility Management hinterlegt werden.
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Die Anlagen wurden von Lisec geliefert, hier der Zuschnitt
Zur Materialversorgung gehören ein automatisches Lager sowie Puffer für 1200 Scheiben. Die Gläser der ISO-Einheit können direkt in der Linie gesäumt und geschliffen werden. Darüber hinaus verfügt die Anlage über eine automatische Zuführung für ESG-Scheiben.
Nur neun Monate Umbau bei laufendem Betrieb
Für Albert Schweitzer, Geschäftsführer von Arnold Glas und verantwortlich für den Standort Kirchberg, ist die neue Fertigung ein Quantensprung in Sachen Qualität, Flexibilität und Automation: „Wir haben in Automation investiert, um eine größtmögliche Flexibilität in der Produktion zu schaffen." Auch die Auslegung auf Jumboformate war eine strategische Entscheidung: „Wir sehen einen wachsenden Bedarf nach größeren Formaten, gerade im Objektbau."
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Arnold Glas CEO Andreas Winter mit Lisec CEO Guttfried Brunbaur (r.)
Die größte Herausforderung sei die Umsetzung selbst gewesen: „Die größte Herausforderung war, in neun Monaten die alten Anlagen gegen die neue Linie auszutauschen – und dabei weiter unsere Kunden zu bedienen. Und das haben wir geschafft."
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Bojan Gvozdarevic (l.), Geschäftsführer der Hunsrücker Glasveredelung Wagener, mit Albert Schweitzer
Weitere Digitalisierung als nächster Schritt
Ein Kernelement der neuen Linie ist die konsequente Digitalisierung: Über einen Spezialdrucker erhält jede Glasscheibe einen individuellen QR-Code direkt auf den TPA-Randverbund. Dieser enthält alle produktionsrelevanten Daten, vom Aufbau über die Fertigungsparameter bis hin zu qualitätssichernden Informationen. Über den Code lassen sich später auch Prüfzeugnisse, EPDs und weitere Dokumente hinterlegen, ebenso Informationen der Fensterbauer.
„Die Digitalisierung erleichtert unsere Arbeit erheblich, das Glas hat künftig alle Produktdaten bei sich", erklärt Schweitzer. „Auch Fensterbauer können diesen Code für ihre eigenen Daten nutzen."
Die Cloud-basierte Infrastruktur dazu liefert der Digitalisierungs- und Tracking-Spezialist Biss.ID. Über die Cloud lassen sich Glas- und Fensterdaten miteinander verknüpfen, sodass alle relevanten Informationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette abrufbar sind – ohne eigene Server. So entsteht eine belastbare Datenbasis, die auch mit Blick auf den kommenden digitalen Produktpass einen klaren Vorteil bietet.
Matthias Rehberger
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Auf dem Spacer aufgedruckter QR-Code
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Ein fertiges Isolierglas am Ende der Linie
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Sandra Kugler von Viprotron
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Hans-Joachim Arnold gratuliert Albert Schweitzer zur gelungen Umsetzung der neuen Investition