Anfang September besuchten Robert Schmitz und Raoul Nossek im Rahmen ihres Antrittsbesuchs die Glasfachschule NRW in Rheinbach. Begleitet wurden sie von Jan Lux, Geschäftsführer des Glaserinnungsverbandes NRW.
Bei einem Rundgang informierten sich die Gäste über die Ausbildung der Glaser und Glasveredler. Neben den Werkstätten für Glasmalerei und Kunstverglasung, Schliff, Gravur sowie Kanten- und Flächenveredelung standen die moderne Ätzanlage und der neue „Makerspace“ der Schule auf dem Programm.
In diesem Werkstattbereich trainieren Auszubildende der vollzeitschulischen und dualen Ausbildung unter anderem den Aus- und Einbau von Türen, Fenstern, Duschwänden, Geländern und absturzsichernden Verglasungen.
Lucas Pfingsten
„Wir brauchen gute Schulen und Standorte, die das Glas-Handwerk qualifiziert ausbilden“
Bundesinnungsmeister Robert Schmitz unterstrich beim Besuch die Bedeutung spezialisierter Ausbildungsstätten für das Glaserhandwerk. „Wir brauchen gute Schulen und Standorte, die das Glas-Handwerk qualifiziert ausbilden. Wir brauchen junge Menschen, die gelernt haben, mit Werkstoffen sicher und mit Spaß an der Arbeit umzugehen“, erklärte Schmitz.
Ein weiteres Dikussionsthema war die Digitalisierung. Die Glasfachschule vermittelt unter anderem Kompetenzen in CAD, digitaler Gestaltung, Plottertechnik und 3D-Druck. Auch die zunehmende Bedeutung Künstlicher Intelligenz für Betriebe und Ausbildung wurde diskutiert.
Nach Ansicht der Beteiligten müssen sich die Ausbildungsinhalte an diese Veränderungen anpassen. In diesem Zusammenhang wurde auch über eine zeitgemäße Weiterentwicklung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen für Glaser und Glasveredler gesprochen.
Abschlüsse bleiben bis 2034 gleichgestellt
Schulleiter Jochen Roebers informierte die Gäste zudem über eine wichtige Entscheidung für den Standort Rheinbach: Die Abschlüsse der Berufsfachschule für Glastechnik und Glasgestaltung bleiben bis 2034 rechtlich der bestandenen Gesellen- beziehungsweise Abschlussprüfung im dualen System gleichgestellt.
Der Bundesrat hatte der entsprechenden Verordnung am 8. Mai 2026 zugestimmt. Vorausgegangen war 2025 eine Überprüfung durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), bei der unter anderem Werkstattausstattung, Qualifikation der Lehrkräfte, Ausbildungsumfang und Prüfungserfolge untersucht wurden.
Neben der Ausbildung spielt Rheinbach auch bei der Weiterbildung eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit dem Glaserinnungsverband NRW bietet die Glasfachschule einen Meistervorbereitungskurs in Teilzeit an.
Auf der glasstec 2026 in Düsseldorf wird sich die Glasfachschule NRW zudem am Messestand des Bundesinnungsverbandes des Glaserhandwerks präsentieren.
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Lucas Pfingsten