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Flughafen Bromma: gelungene Sanierung mit Fineo Vakuumglas

 

Das 1935 errichtete, ursprüngliche Terminal wurde zwischen 2023 und 2025 umfassend modernisiert. Dabei galt es, die filigrane Stahl-Glas-Konstruktion mit ihren charakteristischen Fensterbändern zu bewahren und zugleich den heutigen Anforderungen an Komfort und Energieeffizienz gerecht zu werden. Die ehemalige Einfachverglasung aus den 1950er Jahren wurde daher durch  Fineo Vakuumgläser ersetzt. Insgesamt wurden auf rund 850 m2 Fassadenfläche 1270 Glaselemente im Format 1100 mal 750 mm ausgetauscht.

Glasfassadensanierung: Herausforderungen durch den Denkmalschutz

 „Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, waren bauliche Veränderungen an den Stahlprofilen ausgeschlossen. Sämtliche Arbeiten mussten sich exakt an den vorgegebenen Referenzbildern und Bestandszeichnungen orientieren“, so Thomas Sjödin, Projektleiter bei Ryds Glas Stockholm, dem für die Fasadensanierung verantwortlichen Unternehmen.

Fineo

Die Monogläser der Fassade stammten aus den 1950er Jahren und erfüllte längst nicht mehr die heutigen Ansprüche an Energieeffizienz, Komfort und Betriebssicherheit. Die Wahl der neuen Verglasung war somit sowohl denkmalpflegerisch als auch technisch eine hochkomplexe Aufgabe.

Eine 3-fach-Verglasung mit hoher Wärmedämmleistung hätte etwa 35 bis 40 mm Dicke gemessen und die historischen Profile überfordert. Um die historischen Fenster energetisch zu modernisieren, kam daher die speziell für Denkmalschutzprojekte entwickelte Fineo Heritage-Serie zum Einsatz.

Fineo-Vakuumglas passt in schmale Rahmen

 „Die schmalen Fineo Glaseinheiten passten perfekt in die filigranen Bestandsrahmen. Sie erfüllten zudem die denkmalpflegerischen Anforderungen, denn sie bilden die optischen Eigenschaften und die Struktur des historischen Glases präzise nach“, fährt Projektleiter Sjödin fort. Die leicht unregelmäßige Oberflächenstruktur sowie die charakteristische Reflexion entsprechen exakt dem Erscheinungsbild der Scheiben aus den 1950er Jahren. Erreicht wurde dies durch Auflaminieren eines 4 mm starken Restaurierungsglases von Schott auf 9,5 mm starkes „Fineo10“, was einer Gesamtdicke der neuen Elemente von nur 13,5 mm entspricht. Die Isolierglaseinheiten bestehen aus zwei Scheiben extra klarem Clearvision Glas von AGC, das sich durch eine besonders hohe Lichtdurchlässigkeit auszeichnet.

Ryds Glas

Neben der optischen Authentizität war die energetische Leistung entscheidend. „Bereits ab einer Mindestdicke von 6,7 mm erreicht Fineo U-Werte von 0,7 W/m²K, die sonst nur mit 3-fach-Verglasungen möglich sind“, so Roland Skomda, Vertriebsleiter DACH für Fineo by AGC, „damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für die energetische Ertüchtigung sensibler Bestandsgebäude.“

„Fineo Heritage entstand in enger Zusammenarbeit mit führenden Anbietern von Restaurierungsgläsern, die im traditionellen Fourcault-Verfahren hergestellt werden. Mit fünf Glasarten können wir die typischen Verglasungen der Epochen von 1880 bis heute abbilden, erklärt Clément Lemoine, Product and Market Manager bei Fineo by AGC.

Glastausch bei laufendem Betrieb

Die Sanierung der Stahl-Glas-Fassade begann mit der vollständigen Entrostung der bestehenden Profile. Dann wurden sie mit einer speziellen Korrosionsschutzfarbe neu beschichtet. Insgesamt entfernte das Team von Ryds Glas mehr als 3500 verrostete Schrauben, die durch neue Edelstahlschrauben ersetzt wurden. Da die Fassade unmittelbar an die Start- und Landebahn grenzt, konnte kein Kran eingesetzt werden. Sämtliche Scheiben mussten daher per Seilwinde oder von Hand in die Konstruktion gehoben werden.

Die Vakuumverglasung ist auch nachhaltig: Vakuumglas kommt ohne Edelgase aus und benötigt durch seinen sehr schlanken Aufbau deutlich weniger Material als herkömmliche 2-fach- oder 3-fach-Verglasungen. AGC ist zudem der erste Hersteller, der für Fineo sowohl die CE-Kennzeichnung als auch die allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt erhalten hat. Fineo ist außerdem das erste und einzige Vakuum-Isolierglasprodukt mit einer extern überprüften EPD, das in der Low-Carbon-Variante einen herausragend niedrigen Wert von 18,9 kg CO₂-Äquivalent pro Quadratmeter erreicht.

Diese standardisierte und verifizierte Bewertung verschafft einen entscheidenden Vorteil bei Projekten sowie in Regionen mit hohen Nachhaltigkeitsanforderungen. Langzeittests belegen darüber hinaus eine thermische und akustische Leistungsfähigkeit von mehr als 60 Jahren. 

So sieht der Scheibenaufbau für den Bromma Flughafen aus.

Ryds Glas

So sieht der Scheibenaufbau für den Bromma Flughafen aus.