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GW: Herr Eckert, warum macht es für die Glasindustrie Sinn, sich mit dem Thema Batteriespeicher auseinanderzusetzen?
Lukas Eckert: Ein wesentlicher Grund liegt in der Entwicklung des Strommarkts selbst. Der Anteil erneuerbarer Energien an der deutschen Stromerzeugung hat sich seit 2017 fast verdoppelt, wodurch die Preisschwankungen spürbar zugenommen haben. Flexibilität wird damit immer wichtiger und inzwischen auch finanziell stärker belohnt, etwa über reduzierte Netzentgelte bei netzdienlichem Verhalten oder günstige Spotmarktpreise zu Zeiten hoher PV-Erzeugung. Ein Speicher profitiert durch seine Flexibilität von dieser Entwicklung und das macht ihn für energieintensive Unternehmen der Glasindustrie wirtschaftlich zunehmend interessant.
Sie sagen, der Speicher profitiert von dieser Flexibilität. Was bedeutet das konkret?
Eckert: Wir sprechen von vier Hebeln, die ein Speicher gleichzeitig bedienen kann: das Kappen von Lastspitzen, die Steigerung des PV-Eigenverbrauchs, die Optimierung des Strombezugs über dynamische Tarife und die Vermarktung freier Speicherkapazitäten am Energiemarkt. Je nach Lastprofil eines Betriebs greifen diese vier unterschiedlich stark, meist ergibt aber gerade das Zusammenspiel mehrerer dieser vier Hebel die volle Wirtschaftlichkeit. Die Produktionsprozesse des Betriebs selbst werden dabei zu keinem Zeitpunkt beeinflusst, der Speicher arbeitet vollständig im Hintergrund.
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GW: Wie steht es mit den Kosten, wie viel lässt sich sparen und ab wann rechnet sich die Investition?
Eckert: Das lässt sich pauschal kaum seriös beziffern, weil es stark vom individuellen Lastprofil und den jeweiligen Bezugskonditionen abhängt. Als grober Rahmen kann man aber sagen: Batteriespeicher amortisieren sich bei passenden Konditionen bereits nach drei bis vier Jahren und sparen häufig 20 bis 40 % der Stromkosten. Das ist abhängig davon, wie stark die einzelnen Hebel im jeweiligen Betrieb zum Tragen kommen.
GW: Braucht ein Betrieb dafür solche Speicher eine besondere technische Infrastruktur?
Eckert: Meistens weniger, als man denkt. Für kleinere Speicher reicht oft ein normaler Niederspannungsanschluss, bei größeren Anlagen braucht es einen Mittelspannungsanschluss, teils mit eigener Trafostation. Welche Variante infrage kommt, klärt eine technische Prüfung gemeinsam mit dem zuständigen Netzbetreiber, meist ein überschaubarer Prozess, der früh im Projekt angestoßen wird. Aufgestellt wird der Speicher zumeist im Außenbereich, wichtig ist vor allem ein ausreichend tragfähiger Untergrund, größere Baumaßnahme braucht es dafür in der Regel nicht.
GW: Was würden Sie einem Glasbetrieb raten, der über einen Speicher nachdenkt?
Eckert: Ich würde empfehlen, zunächst das eigene Potenzial individuell analysieren zu lassen. Viele Betriebe orientieren sich an Referenzprojekten, dabei unterscheiden sich Energieprofile auch in der Glasindustrie teils erheblich. Dadurch wird unsauber dimensioniert und nicht das volle Potenzial herausgeholt. Bereits für Betriebe mit jährlichen Stromkosten ab etwa 100.000 Euro oder einem Verbrauch über einer GWh lohnt sich eine tiefergehende Analyse von Lastgang, Erzeugungsdaten und Bezugskonditionen für eine umfangreiche Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Diese bieten wir unseren Kunden kostenlos an und erst im Anschluss wird, basierend auf den Analyseergebnissen, über Investition und Dimensionierung entschieden.
Die Fragen stellte Matthias Rehberger
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Über Voltvera
Voltvera plant und errichtet Batteriespeicher für Industrie und Gewerbe. Für Standorte der Glasindustrie ermittelt das Unternehmen anhand des Lastgangs die passende Speichergröße und Betriebsstrategie, um Lastspitzen zu begrenzen, den Stromeinkauf zu optimieren und die vorhandene Anschlussleistung effizienter zu nutzen.
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