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Isolar-Glas Tagung 2026

Mit Mut auf dem Weg in die Zukunft

„Es sind bewegte Zeiten.“ Mit diesen Worten eröffnete Hans-Joachim Arnold die Isolar-Glas Tagung 2026 in Regensburg – und traf damit den Nerv der Glasbranche, die vor tiefgreifenden Veränderungen steht.

Hans-Joachim Arnold

Matthias Rehberger / GW

Hans-Joachim Arnold

Der Markt ist verhalten, der erhoffte Bauboom bleibt aus und gleichzeitig fehlt es an Wohnungen in Deutschland, trotz hohem Wohnungsbedarf. Dazu kommen unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und neue Kundenbedürfnisse. All das stellt die Glas-Unternehmen vor große Herausforderungen.

Für Hans-Joachim Arnold ist jedoch klar: Entscheidend ist nicht die Frage, ob und wann sich der Markt verändert, sondern wie die Branche darauf reagiert.

Barbara Bosse und Rosemarie Natter von Glas Natter

Matthias Rehberger / GW

Barbara Bosse und Rosemarie Natter von Glas Natter

Glas werde beim nachhaltigen Bauen künftig eine noch wichtigere Rolle spielen als bereits heute. Voraussetzung sei allerdings, die Glasprodukte konsequent weiterzuentwickeln – etwa hinsichtlich Recyclingfähigkeit, CO₂-Reduktion und neuer Anwendungsfelder.

Die Branche besser nach außen kommunizieren

Ebenso wichtig sei es, die Leistungen der Branche stärker gegenüber Politik und Öffentlichkeit sichtbar zu machen. „Wir müssen den Menschen, den Verbrauchern auch zeigen, was Glas leistet und in Zukunft noch leisten kann“, so Hans-Joachim Arnold.

Sein Appell an die Teilnehmer der Isolar-Glas Tagung 2026: „Wir müssen Perspektiven schaffen, den Dialog suchen und den Wandel aktiv mitgestalten. Dazu haben wir bereits viele passende Produkte sowie das notwendige Knowhow, jetzt müssen wir das nur auch entsprechend in der Breite kommunizieren.“

Gastgeberinnen der diesjährigen Tagung waren Barbara Bosse und Rosemarie Natter von Glas Natter, die zahlreiche Vertreter der Glasbranche in Regensburg begrüßten.

Unsere Branche muss stärker nach außen kommunizieren, was wir leisten

 Hans-Joachim Arnold

Vertrieb und Marketing neu denken

Einen weiteren Schwerpunkt setzte Markus Milz mit seinem Vortrag über Marketing und Vertrieb im digitalen Zeitalter. Seine Botschaft: Unternehmen müssen schneller entscheiden, mutiger handeln und bestehende Prozesse konsequent hinterfragen.

Markus Milz

Matthias Rehberger / GW

Markus Milz

Digitalisierung dürfe nicht endlos analysiert, sondern müsse schnell umgesetzt werden. Vertrieb bleibe auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) unverzichtbar – allerdings werde sich seine Rolle verändern.

Während KI solche Routinetätigkeiten wie Recherche, CRM-Pflege oder Gesprächsvorbereitung mit den Kunden übernehmenwird, bleiben Vertrauen, Beratung und persönliche Beziehungen die Kernkompetenzen des Menschen, die von den Kunden auch gesucht und auch geschätzt werden. „Das persönliche Gespräch ist nicht durch Technik und KI zu ersetzen!“, unterstrich Markus Milz.

Milz empfahl Unternehmen darüber hinaus, Social Listening stärker zu nutzen, Marketingkanäle regelmäßig zu hinterfragen und Vertrieb, Marketing, HR, Daten und KI künftig als Einheit zu betrachten. 

Glas Natter siegte in der Kategorie „Kreative Objekte“

Matthias Rehberger / GW

Glas Natter siegte in der Kategorie „Kreative Objekte“

KI und Digitalisierung verändern die Produktion

Wie KI bereits heute die Produktion verändert, zeigten Dominik Scheffel und Marvin Gambel von Wahtari AI. Neue Machine-Vision-Systeme (z.B: Scanner für die  Glasproduktion) seien in der Lage, die Qualitätssicherung nochmals erheblich zu steigern.

Dominik Scheffel: „Während die manuelle Kontrolle von Glas nur zu rund 80 Prozent der Fehler erkennt, liegt die Quote bei klassischen automatisierten Systemen bei etwa 90 Prozent, KI-gestützte Lösungen erzielen Erkennungsraten von bis zu 99,9 Prozent.“

Die Hunsrücker Glasveredlung Wagner wurde in der Kategorie „Innovative Objekte“ prämiert.

Matthias Rehberger / GW

Die Hunsrücker Glasveredlung Wagner wurde in der Kategorie „Innovative Objekte“ prämiert.

Damit sinken Ausschuss und Reklamationen bei der Qualitätskontrolle deutlich. Zudem sinke beim KI-Einsatz der Personalaufwand, ein wichtiger Vorteil angesichts des Fachkräftemangels.

Wie Digitalisierung und industrielle Fertigung den Wohnungsbau verändern können, zeigte Philipp Erler von Gropyus. Anhand seines vorgestellten modularen Ferigungskonzepts für Wohngebäude wurde deutlich, wie digitale Planung, automatisierte Fertigungsprozesse und standardisierte Abläufe die Bauzeiten von Gebäuden drastisch verkürzen können. Dies ginge einher mit einer deutlichen Qualitätssteigerung.

Herausragende Projekte prämiert

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung der Isolar-Objektpreise 2026 in den drei Kategorien „Kreative Objekte“, „Innovative Objekte“ und „Repräsentative Objekte“.

Tvitec System Glass gewann bei „Repräsentative Objekte“

Matthias Rehberger / GW

Tvitec System Glass gewann bei „Repräsentative Objekte“

Glas Natter wurde in der Kategorie „Kreative Objekte“ für die Ausstattung einer Grundschule in Nürnberg ausgezeichnet.

Die Hunsrücker Glasveredlung Wagner wurde für das Projekt „Kasteel Ter Elst“ in Duffel, Belgien,  in der Kategorie „Innovative Objekte“ prämiert.

Und Tvitec System Glass konnte für das Projekt „GOe – Gastronomy Open Ecosystem“ in San Sebastián den Preis in der Kategorie „Repräsentative Objekte“ für sich gewinnen.

Hans-Joachim Arnold ehrt Rosemarie Natter

Matthias Rehberger / GW

Hans-Joachim Arnold ehrt Rosemarie Natter

Besondere Auszeichnung für Rosemarie Natter

Ein besonderer Moment der Isolar-Glas Tagung war die Würdigung von Rosemarie Natter. Hans-Joachim Arnold dankte ihr im Namen der Isolar-Gemeinschaft für ihr langjähriges Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz für den Verbund. Mit großem persönlichem Einsatz habe sie die Entwicklung von Isolar über viele Jahre mitgeprägt und sich für die Gemeinschaft eingesetzt. Die Auszeichnung wurde von den Teilnehmern mit lang anhaltendem Applaus begleitet.

Die Isolar-Glas Tagung 2026 machte deutlich: Die Herausforderungen sind groß, doch ebenso groß sind die Chancen. Glasbetriebe die Innovation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammenführen, können die Zukunft der Glasbranche aktiv gestalten.

Autor: Matthias Rehberger