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NSG kann jetzt auch PV Glas recyceln 

Mehr als ein Jahrzehnt ist seit der großflächigen Einführung von Photovoltaiksystemen in Japan vergangen. Mit dem Erreichen des Lebensendes dieser Anlagen wird ab 2030 ein deutlicher Anstieg an ausgedienten Modulen erwartet. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Entwicklung von Technologien zur sortenreinen Materialtrennung sowie für geschlossene Recyclingkreisläufe zunehmend an Bedeutung.

Bislang galt das Deckglas von PV-Modulen als schwer recycelbar. Ursachen hierfür sind die auf Leistungssteigerung ausgelegte Materialzusammensetzung sowie die eingesetzten hochfesten Klebstoffe, die eine langfristige Beständigkeit gewährleisten.

Demonstrationsversuch mit recyceltem PV-Deckglas

Für den Versuch wurde das Deckglas mithilfe einer Niedertemperatur-Thermodekompositionstechnologie der Tokuyama Corporation in deren Demonstrationsanlage in Nanporo (Hokkaido) aus den Modulen separiert und zurückgewonnen.

Im Februar dieses Jahres führte die NSG Group einen Produktionstest am Floatglasofen ihres Werks in Ichihara (Präfektur Chiba) durch. Dabei wurde das recycelte Deckglas als Bestandteil des Gemenges eingesetzt. Ziel war es, sowohl die Produktqualität als auch mögliche Auswirkungen auf den Herstellungsprozess zu bewerten. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz des Materials unter definierten Bedingungen möglich ist und die Machbarkeit eines horizontalen Recyclings zu Floatglas bestätigt werden konnte.

Die Tokuyama Corporation, Lieferant des im Versuch eingesetzten PV-Deckglases, verfügt über eine der führenden Technologien in Japan zur effizienten Trennung und Rückgewinnung von Glas aus Photovoltaikmodulen am Ende ihres Lebenszyklus. Zur Herstellung von Floatglas mit entsprechend hohen Qualitätsanforderungen arbeitete die NSG Group im Rahmen des Projekts eng mit Tokuyama zusammen und nutzte diese Technologie.

Wichtiger Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und Emissionsreduktion

Die praktische Anwendung dieses Recyclingansatzes unterstützt die Wiederverwertung von PV-Deckglas und trägt zur Etablierung einer Kreislaufwirtschaft bei. Darüber hinaus werden Einsparungen bei natürlichen Rohstoffen wie Quarzsand und Soda erwartet. Ein erhöhter Einsatz von Glasscherben kann zudem die Effizienz der Schmelzprozesse verbessern und zur Reduzierung von CO₂-Emissionen in der Floatglasproduktion beitragen.

Diese Aktivitäten stehen im Einklang mit der „Vision 2025 for Achieving Carbon Neutrality in the Glass Industry by 2050“ der japanischen Flachglasindustrie, die den Aufbau eines funktionierenden Recyclingkreislaufs für Altglas zum Ziel hat.