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VFF + BF: Fachtagung Statistik und Markt

Die aktuellen Fenster- und Türenzahlen

Zum Auftakt der Fachtagung Statistik und Markt machte VFF-Geschäftsführer Frank Lange deutlich, dass die Rahmenbedingungen für Investitionen stabil bleiben müssen. Für 2026 seien die Fördermittel gesichert, ab 2027 könnten jedoch Haushaltsdefizite zu Einschnitten führen. „Wir können keine weitere Störung gebrauchen, die Investoren abhält. Wir brauchen Planungssicherheit, sonst wird der Markt nicht vorankommen“, so Lange. Während das Objektgeschäft etwas verhaltener eingeschätzt wird, bleibt der Wohnbau vergleichsweise robust. Lieferzeiten und Verfügbarkeiten gelten derzeit als unkritisch. Im Laufe des Jahres 2026 erwartet Frank Lange eine Erholung des Marktes.

Grundsätzlich sieht er den Markt trotz geopolitischer Unsicherheiten als stabil an. Gleichzeitig betonte er, dass aufgrund der Lage im Osten und des Krieges nicht abschätzbar sei, welchen Einfluss das auf die heimischen Märkte haben werde. Bleiben diese zusätzlichen Belastungen aus, bestehen gute Chancen, dass sich die Robustheit des heimischen Fenstermarktes 2026 in einer positiven Entwicklung niederschlägt. Politisch im Fokus stehen das Gebäudemodernisierungsgesetz und der Gebäudetyp E.

Mit 215 000 fertiggestellten Wohnungen jährlich liegt Deutschland deutlich unter dem Bedarf von 310 000 Einheiten. Um hier voranzukommen, brauche es mehr Digitalisierung, eine stärkere Integration von Planung und Bau, industrielle Vorfertigung sowie schnellere Genehmigungen.

Martin Langen von B+L Marktdaten führte aus, dass im Einfamilienhausbau hochwertigere Lösungen nachgefragt werden, während im Mehrfamilienhausbau eher standardisierte, kostengünstigere Systeme gefragt sind.

Das sind die Marktzahlen für 2026

Jörg Flasdieck von der Heinze Marktforschung GmbH stellte die aktuellen Marktzahlen für Fenster und Außentüren vor. Diese wurden gemeinsam mit den Verbänden VFF, BF, pro-K und der Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB) erhoben.

Der Fenstermarkt verzeichnete 2025 einen leichten Rückgang um 0,2 % auf 12,88 Mio. Fenstereinheiten (FE). Für 2026 prognostizieren die Verbände bewusst zwei Szenarien: ein Basisszenario mit einem Wachstum auf 13,28 Mio. FE (+ 3,1 %) sowie ein Alternativszenario mit 13,13 Mio. FE (+ 1,9 %), das mögliche Belastungen durch geopolitische Unsicherheiten sowie steigende Beschaffungs- und Energiepreise berücksichtigt.

Der Außentürenmarkt soll 2026 im Basisszenario auf 1,174 Mio. Stück (+ 2,9 %) steigen, im Alternativszenario auf 1,162 Mio. Stück (+ 1,8 %).

Trendumkehr im Neubau

Deutlich fällt die Trendumkehr im Neubau aus: Im Segment Wohnbau wird bei den Fenstern für 2026 ein Plus von 5,5 % erwartet. Auch der Sanierungsmarkt entwickelt sich besser als angenommen; hier wird ein Zuwachs von 2,7 % erwartet.

Im Außentürenmarkt wird im Wohnungsbau ein Wachstum von 2,9 % prognostiziert: bei der Modernisierung +2,4 %, im Neubau +4,5 %. „Gerade im Bereich der Sicherheitstechnologie sehen wir weiter Wachstumschancen“, so Stephan Schmidt, Geschäftsführer des FVSB.

BF-Geschäftsführer Jochen Grönegräs ordnete die Lage der Glasindustrie ein: „Die Glasindustrie wird derzeit durch steigende Energiekosten getroffen, deren Auswirkungen abzuwarten sind.“

„Die Lage ist insgesamt nicht so negativ, wie befürchtet. In allen Segmenten zieht der Markt an“, so Frank Lange. „Im Wohnbau schneller als im Nichtwohnbau. Das stimmt uns zuversichtlich, denn die Talsohle ist durchschritten. Voraussetzung für eine positive Marktentwicklung 2026 bleibt, dass sich die politischen und förderpolitischen Rahmenbedingungen nicht weiter verschlechtern und zusätzliche Unsicherheiten im regulatorischen Umfeld ausbleiben.“

Eine angepasste Prognose für die Marktentwicklung 2026 stellt der VFF dann auf der nächsten Fachtagung „Statistik und Markt“ am 29. September 2026 vor.

Matthias Rehberger

„Fenstermarkt 2026-05“: Die Fenstermarktzahlen im Überblick (Stand Mai 2026).

Foto: Heinze/VFF

„Fenstermarkt 2026-05“: Die Fenstermarktzahlen im Überblick (Stand Mai 2026).

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